KI-Forschung des WZL der RTWH Aachen
‚Skipro’ soll Datensilos in Fabriken auflösen
Mit dem Forschungsprojekt ‚Skipro‘ wollen Partner aus Forschung und Industrie Produktionsdaten für den Einsatz generativer KI nutzbar machen. Ziel ist es, Daten unterschiedlicher Systeme zusammenzuführen und KI-Anwendungen für den industriellen Einsatz vorzubereiten.
Mit einem Kick-off-Treffen am 7. und 8. Juli ist das Forschungsprojekt ‚Skipro’ in die operative Phase gestartet. Das Projekt wird vom Lehrstuhl für Informations-, Qualitäts- und Sensorsysteme in der Produktion (WZL-IQS) am Werkzeugmaschinenlabor (WZL) der RWTH Aachen University unter der Leitung von Prof. Robert H. Schmitt koordiniert.
Das Konsortium aus Forschungseinrichtungen, Industrieunternehmen und Metrologie-Experten entwickelt Softwaretechnologien, mit denen heterogene Produktionsdaten für generative KI-Systeme nutzbar gemacht werden sollen. Dabei sollen Prozesskontext, Nachvollziehbarkeit und Anforderungen an die industrielle Zuverlässigkeit erhalten bleiben.
Produktionsdaten aus unterschiedlichen Quellen verknüpfen
In Produktionsumgebungen liegen Informationen häufig verteilt in Maschinensteuerungen, Automatisierungssystemen, Mess- und Prüftechnik, Engineering-Werkzeugen sowie in Qualitätsdokumenten und Erfahrungswissen der Beschäftigten vor.
Nach Angaben der Projektpartner erschwert diese Fragmentierung den Einsatz generativer KI-Anwendungen wie Large Language Models (LLMs) oder Multi-Agenten-Systemen, da der notwendige Prozesskontext häufig fehlt.
Middleware und Multi-Agenten-Systeme
‚Skipro‘ entwickelt dafür eine softwarebasierte Integrationsplattform. Vorgesehen sind eine ebenenübergreifende Informationsarchitektur für den Datenaustausch, eine standardisierte Middleware zur Harmonisierung und semantischen Aufbereitung heterogener Daten sowie generative Multi-Agenten-Workflows für die Analyse und Bearbeitung komplexer Produktionsaufgaben.
„Mit ‚SKIPRO‘ schließen wir die Lücke zwischen visionärer KI-Forschung und der realen Produktionsfläche“, erklärt Lucky Adam, Projektkoordinator am Lehrstuhl für Informations-, Qualitäts- und Sensorsysteme in der Produktion (WZL-IQS). „Unser Ziel ist es nicht, den nächsten isolierten KI-Prototypen zu bauen, sondern verlässliche, nutzerzentrierte Softwarewerkzeuge bereitzustellen, die heterogene Produktionsdaten unter Wahrung des vollen Prozesskontextes industrietauglich übersetzen.“
Forschung und Industrie beteiligt
Während des Auftakttreffens legten die Projektpartner die Arbeitspakete und ersten Meilensteine fest. Die Projektergebnisse sollen anschließend in industriellen Anwendungen erprobt werden.
Zum Konsortium gehören neben dem WZL-IQS der RWTH Aachen die Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB), die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM), das Forschungszentrum Jülich sowie die Unternehmen eurogard, INC Innovation Center, Peak Solution, NuCOS und Siemens. Als assoziierte Industriepartner beteiligen sich Johnson Electric Aachen und Miltenyi Biotec an der Validierung der entwickelten Lösungen.










