WZL der RWTH Aachen
Forschungsprojekt ‚AKIMI‘ entwickelt KI für flexible Robotik
Am Werkzeugmaschinenlabor (WZL) der RWTH Aachen ist das Forschungsprojekt AKIMI gestartet. Ziel ist die Entwicklung einer agentischen KI, die die Einrichtung, Programmierung und Rekonfiguration von Robotersystemen insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen vereinfachen soll.
Am WZL der RWTH Aachen ist Anfang Juli das Forschungsprojekt „AKIMI“ (Agentische KI für intuitiv rekonfigurierbare Robotik im Mittelstand) gestartet. Der offizielle Projektauftakt fand am 2. Juli 2026 mit einem Kick-off-Meeting am Lehrstuhl für Informations-, Qualitäts- und Sensorsysteme in der Produktion statt. Beteiligt sind neben dem WZL auch das Institut für Unternehmenskybernetik (IfU) e.V. sowie ein projektbegleitender Industrieausschuss.
Das Forschungsvorhaben befasst sich mit der Frage, wie Robotersysteme für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) einfacher eingerichtet, programmiert und an neue Anforderungen angepasst werden können. Hintergrund sind unter anderem volatile Märkte, kleinere Losgrößen und der Fachkräftemangel. Nach Angaben der Projektpartner sollen bisherige Hürden durch hohe Programmieraufwände und starre Systemarchitekturen reduziert werden.
KI kombiniert Sprachmodelle und Robotik
Im Mittelpunkt steht die Entwicklung einer hybriden agentischen Künstlichen Intelligenz. Dabei werden Large Language Models (LLMs) mit strukturiertem Wissen und robotischen Basisfunktionen kombiniert. Die KI soll komplexe Anweisungen eigenständig in einzelne Arbeitsschritte zerlegen und die Roboterkinematik entsprechend ansteuern. Dadurch sollen Aufgaben in Montage und Logistik über natürliche Sprache auch von Mitarbeitenden ohne Programmierkenntnisse vorbereitet werden können. Gleichzeitig sieht das Konzept vor, vorgeschlagene Aktionssequenzen kontinuierlich mit physikalischen Gesetzmäßigkeiten und definierten Sicherheitsrestriktionen abzugleichen, um Transparenz, Nachvollziehbarkeit und sichere Abläufe zu gewährleisten.
Demonstratoren für industrielle Anwendungen
Am WZL wird das Projekt unter der Leitung von Prof. Dr.-Ing. Robert Schmitt bearbeitet. Die Forschungsarbeiten konzentrieren sich auf die Verknüpfung sensorischer Wahrnehmung, KI-gestützter Entscheidungsfindung und robotischer Ausführung nach dem Leitbild „Sense – Think – Act“. Die entwickelten Modelle und Softwarearchitekturen sollen im weiteren Projektverlauf in Demonstratoren erprobt und anhand von Anwendungsfällen der Industriepartner validiert werden.
„Kleine und mittlere Unternehmen benötigen flexible Automatisierungslösungen, die sich ohne tiefe Programmierkenntnisse anpassen lassen. Mit AKIMI senken wir die Barrieren für den Robotikeinsatz drastisch: Die agentische KI fungiert als intelligenter Assistent, der komplexe Aufgaben in verständliche Handlungsschritte übersetzt.“
Zum projektbegleitenden Ausschuss gehören Unternehmen und Institutionen aus den Bereichen Maschinenbau, Robotik und Automatisierung, darunter 3WIN Maschinenbau, Athenyx Robotics, Birdwave Automation, Center Smart Assembly, Ecosphere Automation, ek robotics, Gauss Robotics, Kuhre Robotics, Müller und Partner Sachverständige, Mybotshop, Pilz, Still, Teradyne Robotics sowie die Zukunftsallianz Maschinenbau.
Das Forschungsprojekt wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) im Rahmen der Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF) aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages gefördert.










