ZVEI

Melanie Steinbeck,

Elektroexporte wachsen weiter – aber das Tempo lässt nach

Der ZVEI Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie e. V. meldet für Mai 2026 ein weiteres Exportplus der deutschen Elektro- und Digitalindustrie. Das Wachstum verliert jedoch an Dynamik: Der EU-Markt bleibt wichtigster Treiber, während China und die USA das Auslandsgeschäft bremsen.

© Kalykan/stock.adobe.com

Die deutsche Elektro- und Digitalindustrie wächst im Auslandsgeschäft weiter, verliert aber an Dynamik. Nach Angaben des Branchenverbands ZVEI erzielten die Unternehmen im Mai 2026 mit Warenlieferungen ins Ausland ein Volumen von 20,7 Mrd. Euro. Das entspricht einem Plus von 4,0 % gegenüber dem Vorjahresmonat. Damit fiel der Zuwachs nur halb so hoch aus wie im Durchschnitt der vorangegangenen vier Monate des laufenden Jahres.

„Allerdings lag der Zuwachs mit 4,0 % gegenüber Vorjahr nur halb so hoch wie im Durchschnitt der vorangegangenen vier Monate des laufenden Jahres“, sagte ZVEI-Chefvolkswirt Dr. Andreas Gontermann.

Über die ersten fünf Monate des Jahres betrachtet bleibt die Bilanz positiv: Die aggregierten Branchenexporte erreichten von Januar bis Mai 2026 ein Volumen von 113,0 Mrd. Euro. Das waren 7,5 % mehr als im entsprechenden Vorjahreszeitraum.

Gleichzeitig stiegen die Importe elektrotechnischer und elektronischer Güter nach Deutschland im Mai um 3,8 % auf 21,8 Mrd. Euro. Von Januar bis Mai summierten sich die Einfuhren auf 117,5 Mrd. Euro – ein Plus von 5,2 %.

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Die Entwicklung bei Exporten und Importen hat das Handelsdefizit der Branche wieder verringert. „Indem die Exporte im bisherigen Jahresverlauf ein ganzes Stück stärker gewachsen sind als die Importe, hat sich das sektorale Handelsdefizit gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitraum wieder von gut sechs auf viereinhalb Mrd. Euro verkürzt“, so Gontermann.

Europa trägt das Wachstum

Der wichtigste Wachstumstreiber bleibt der europäische Binnenmarkt. Die Lieferungen in die EU legten im Mai zweistellig zu: Gegenüber dem Vorjahresmonat stiegen sie um 11,7 % auf 11,2 Mrd. Euro.

Besonders kräftig entwickelte sich das Geschäft mit Tschechien. Die deutschen Elektroexporte dorthin stiegen um 41,7 % auf 1,2 Mrd. Euro. Auch andere europäische Märkte verzeichneten deutliche Zuwächse: Die Ausfuhren nach Schweden erhöhten sich um 20,6 % auf 483 Mio. Euro, nach Polen um 17,7 % auf 1,2 Mrd. Euro und in die Slowakei um 17,2 % auf 270 Mio. Euro.

Zweistellige Wachstumsraten meldeten zudem Italien (+13,4 % auf 1,0 Mrd. Euro), Rumänien (+13,3 % auf 515 Mio. Euro) und Spanien (+12,4 % auf 888 Mio. Euro).

Auch die Lieferungen in die Niederlande (+9,7 % auf 1,3 Mrd. Euro), nach Belgien (+7,8 % auf 482 Mio. Euro), Ungarn (+5,5 % auf 667 Mio. Euro), Frankreich (+4,7 % auf 1,2 Mrd. Euro), Österreich (+4,3 % auf 850 Mio. Euro) und Portugal (+1,7 % auf 209 Mio. Euro) lagen über dem Vorjahresniveau. Eine Ausnahme bildete Dänemark: Die Exporte dorthin sanken um 16,4 % auf 238 Mio. Euro.

Von Januar bis Mai 2026 summierten sich die deutschen Elektroexporte in die EU auf 62,8 Mrd. Euro. Damit lagen sie 15,4 % über dem Vorjahreswert.

USA und China bremsen das Geschäft außerhalb Europas

Anders sieht das Bild außerhalb der EU aus. Die deutschen Elektroausfuhren in Drittländer gingen im Mai um 3,9 % auf 9,5 Mrd. Euro zurück.

„Verantwortlich hierfür waren nicht zuletzt die rückläufigen Exporte in die beiden größten Einzelabnehmerländer der Branche“, sagte Gontermann. „So sanken die Lieferungen in die USA nach ihrer zwischenzeitlichen Erholung im April jetzt erneut, wenn auch nur leicht um 1,1 % auf 2,0 Mrd. Euro. Gleichzeitig nahmen die Ausfuhren nach China um deutliche 14,3 % auf 1,7 Mrd. Euro ab.“

Während die beiden größten Einzelmärkte der Branche schwächelten, konnten andere Länder zulegen. Die Exporte nach Hongkong stiegen um 15,2 % auf 191 Mio. Euro, nach Malaysia um 15,1 % auf 225 Mio. Euro, nach Japan um 7,7 % auf 232 Mio. Euro und nach Brasilien um 6,0 % auf 150 Mio. Euro.

Rückgänge gab es dagegen im Geschäft mit Singapur (-1,9 % auf 152 Mio. Euro), der Türkei (-2,1 % auf 314 Mio. Euro), der Schweiz (-2,8 % auf 674 Mio. Euro), Mexiko (-7,6 % auf 261 Mio. Euro), Großbritannien (-8,3 % auf 714 Mio. Euro) und den Vereinigten Arabischen Emiraten (-9,0 % auf 160 Mio. Euro). Besonders deutlich fielen die Rückgänge bei den Lieferungen nach Südkorea (-11,7 % auf 241 Mio. Euro) und Taiwan (-29,0 % auf 226 Mio. Euro) aus.

Über den Zeitraum Januar bis Mai 2026 betrachtet hielten sich die Exporte in Drittländer außerhalb der EU nahezu stabil: Mit 50,2 Mrd. Euro lagen sie nur 0,4 % unter dem Vorjahreszeitraum.

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