Produktpiraterie

Andrea Gillhuber | Davina Spohn,

Produktfälscher mit 'Plagiarius 2013' ausgezeichnet

Mitte Februar 2013 wurden zum 37. Mal auf der Konsumgütermesse 'Ambiente' wieder dreiste Produktpiraten mit dem Negativ-Preis Plagiarius bedacht - die Fälscher beschränken sich jedoch nicht nur auf den Konsumer-Markt.

Seit 1977 wird der Plagiarius, der Zwerg mit der goldenen Nase, an Hersteller und Händler besonders dreister Nachahmungen und Fälschungen vergeben.

© Aktion Plagiarius e.V.

Mit der Vergabe des Negativ-Preises Plagiarius macht der Verein Aktion Plagiarius bereits seit 1977 auf die Geschäftspraktiken von Plagiatoren aufmerksam. Von Produktpiraterie betroffene Unternehmen melden die Nachahmungen für den Negativpreis an; sie reichen das Originalprodukt, die Fälschung und auch eine Dokumentation der ersten Schritte gegen den Plagiator ein. Die Aktion Plagiarius nimmt sodann selbst Kontakt zu dem Nachahmern auf und fordert eine Stellungnahme. Nach eigener Aussage reiche dies manchmal bereits aus, damit die Händler das Plagiat vom Markt nehmen oder den Namen des Herstellers preisgeben.

Doch nicht nur die Nachahmer von Konsumgütern werden durch Plagiarius an den Pranger gestellt: Im Jahr 2009 wurde der Nachahmer von Festos Zahnriemenachse DGE 'ausgezeichnet'; im selben Jahr ging auch ein 'Sonderpreis für eine Fälschung' an den Plagiator eines Druckmessgeräts von Wika. Für den Plagiarius 2011 meldete sich etwa Rittal mit seinem Schaltschrank TS8 bei der Aktion Plagiarius.

Welcher Plagiator in diesem Jahr den Negativ-Preis Plagiarius erhielt, können Sie in unserer Bilderstrecke nachlesen.

Zoll beschlagnahmt Fälschungen im Wert von 1,3 Mrd. Euro

Der Zoll nimmt das Problem der Produktfälschungen und -nachahmungen sehr ernst. Im Jahr 2011 haben die europäischen Zollbehörden an den Außengrenzen der EU mehr als 115 Millionen rechtsverletzende Artikel im Wert von 1,3 Mrd. Euro aus dem Verkehr gezogen. Im Vergleich zum Jahr 2010 bedeutet das eine Zunahme von 15 %. 73 % der beschlagnahmten Waren kamen 2011 aus China. Zwar sind Südostasien, Lateinamerika, Osteuropa und die Türkei die größten Hersteller von Plagiaten, doch sitzen die Auftraggeber oder Importeure häufig in Industrieländern, darunter auch Deutschland.

Heutzutage kommen gefälschte Waren immer öfter über den Postweg in die EU. Ein Grund dafür sind die steigenden Online-Käufe, insbesondere von Medikamenten. Die häufig international agierenden Netzwerke gehen laut der europäischen Kommission immer professioneller vor, um Zollkontrollen zu umgehen. So genannte Freizonen wie Dubai sind beliebte Umschlagplätze für rechtsverletzende Waren: Dort werden sie umgeladen und um etikettiert, um so den Ursprung der Waren zu verschleiern und abzulenken.

Original versus Fälschung

Wer sich die Fälschungen im Vergleich zum Original ansehen möchte, der sollte das Museum Plagiarius in Solingen besuchen. Dort sind alle 'Preisträger' seit 1977 ausgestellt. Die Sammlung umfasst mittlerweile mehr als 350 Produkte aus den unterschiedlichsten Branchen.

Warum man als Verbraucher auf das Original setzten sollte, das zeigt ein Erklärvideo, das simpleshow für Plagiarius produziert hat.

Anzeige
  • Xing Icon
  • LinkedIn Icon
Anzeige
Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige

Festo

Pneumatik macht Technologiesprung

Mit der Drucklufttechnologie ‚Controlled Pneumatics‘ von Festo erreicht die Proportional-Ventilinsel ‚VTEP‘ eine sensible Druckregelung bis unter 1 mbar. Zudem senkt die Technologie dem Anbieter zufolge mit Piezoventilen den Verbrauch von Druckluft...

mehr...

Festo

Autonomes Fliegen im Schwarm

Die ‚BionicBee‘ ist ein ultraleichtes Flugobjekt von Festo, das in großer Stückzahl und völlig autonom im Schwarm fliegen kann. Ihre erste Flugshow zeigte die BionicBee auf der Hannover Messe 2024.

mehr...
Jetzt Newsletter abonnieren