Produktpiraterie

Davina Spohn,

Negativpreises 'Plagiarius' geht in neue Runde

Unternehmen, deren Produkte zum Opfer von Nachahmungen und Fälschungen geworden sind, ruft die Aktion Plagiarius auf, sich für die neue Runde des Negativpreises 'Plagiarius' zu bewerben. Sie können die Produktpiraten bis zum 30. November 2013 für den Preis vorschlagen.

Im Jahr 2009 fiel die Zahnriemenachse 'DGE' von Festo (links im Original) Fälschern zum Opfer (siehe rechts): Der 'Plagiarius 2009' ging an Render Location Module, Fongyuan City in Taiwan. Das Unternehmen war im Vertrieb der Fälschung tätig.

© Aktion Plagiarius e.V.

Seit 1977 prangert die Aktion Plagiarius die Geschäftspraktiken von Nachahmern, die Design und technische Lösungen kopieren und vertreiben, öffentlich an. Zu den Opfern der mit dem Preis ausgezeichneten Fälscher gehörten in den vergangenen Jahren unter anderen Festo oder auch Rittal.

Bis Ende November 2013 läuft die Bewerbungsfrist für die 38. Runde des Negativpreises. Neben dem ausgefüllten Anmeldeformular haben die Unternehmen zur Teilnahme das Originalprodukt, das vermeintliche Plagiat, die Korrespondenz mit dem Plagiator, Kopien von eingetragenen Schutzrechten sowie gegebenenfalls eine kurze und präzise Erklärung zur Situation einzureichen.

Die Preisverleihung findet im Rahmen der Frankfurter Messe 'Ambiente' am 7. Februar 2014 statt. Dort sollen alle eingereichten Originale und Plagiate ausgestellt werden. Die Aktion Plagiarius sieht sich verpflichtet, vermeintliche Plagiatoren auf den Wettbewerb und auf die Einreichung ihres Produktes hinzuweisen. Sie sollen eine angemessene Reaktionszeit sowie die Möglichkeit zur Stellungnahme bekommen. Die Initiatoren des Preises gehen davon aus, dass die Teilnahme am Wettbewerb für den Originalhersteller erfolgreich ist. So hätte der Hinweis auf die Plagiarius-Nominierung und die damit einhergehende Sorge um die öffentliche Blamage schon so manchen Plagiator dazu gebracht, sich mit dem Originalhersteller zu einigen - etwa in Form einer Unterlassungserklärung oder der Preisgabe von Lieferanten. In diesem Fall besteht in gegenseitigem Einvernehmen der beteiligten Unternehmen die Möglichkeit, dass der Name des Plagiators nicht öffentlich genannt wird.

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