Produktpiraterie

Davina Spohn,

Produktfälscher mit Plagiarius 2014 angeprangert

Am 7. Februar 2013 bedachte die Aktion Plagiarius e.V. zum 38. Mal dreiste Produkt-Fälscher und deren Vertriebspartner mit dem Negativ-Preis 'Plagiarius'. Unter den gefälschten Produkten finden sich etwa ein WIKA-Druckmessgerät und der Hochdruckreiniger von Kärcher.

In diesem Jahr wieder unter den Opfern der Produktfälscher: das deutsche Unternehmen WIKA Alexander Wiegand aus Klingenberg - diesmal mit seinem Druckmessgerät '111.11.-B'

© Aktion Plagiarius e.V.

Seit 1977 vergibt der Verein Aktion Plagiarius die Negativ-Auszeichnung an Hersteller und Händler besonders dreister Nachahmungen. Die Intention dahinter: Die unlauteren Geschäftspraktiken sowohl von Markenfälschern als auch von Plagiatoren, die geistiges Eigentum Anderer klauen und als eigene kreative Leistung ausgeben, sollen ins öffentliche Bewusstsein rücken. Darüber hinaus sollen Industrie, Politik und auch die Verbraucher für die Problematik sensibilisiert werden. Aus insgesamt 51 Einsendungen vergab die Jury drei Hauptreise, drei Sonderpreise und sieben gleichrangige Auszeichungen.

Im Rahmen der Verleihung auf der Frankfurter Konsumgütermesse 'Ambiente' stellte der Verein in diesem Jahr klar, dass "die Auszeichnung mit dem 'Plagiarius' nichts darüber aussagt, ob die jeweilige Nachahmung im juristischen Sinne erlaubt ist oder nicht. Die Aktion Plagiarius kann und darf kein Recht sprechen. Wir können aber auf Unrecht und die Probleme betroffener Unternehmen aufmerksam machen."

Produkt- und Markenpiraterie und die oftmals vorausgehende Wirtschaftsspionage haben sich zu einer der gravierendsten Formen von Wirtschaftskriminalität entwickelt, so der Verband. Allein 2012 habe die EU-Zollbehörden knapp 40 Millionen rechtsverletzende Produkte im Wert von einer Milliarde Euro an den EU-Außengrenzen beschlagnahmt. Rund 72% der festgehaltenen Waren kamen aus China und Hongkong. Zu den Top-Ten der Herkunftsländer gehören auch die Vereinigten Arabischen Emirate sowie die Türkei und zahlreiche osteuropäische Länder. Der Plagiarius e.V. betont, dass die Industrieländer selbst oftmals die Auftraggeber oder aber Importeure von Nachahmungen sind und ebenfalls vom Handel mit Plagiaten profitieren. Designer sowie kleine und mittelständische Unternehmen melden der Aktion Plagiarius zunehmend auch von Problemen mit Nachahmern aus dem eigenen Land. Sogar einzelne Markenhersteller – bisher Opfer von Plagiaten - werden hin und wieder selbst zum Täter. Das Bewusstsein für geistiges Eigentum endet manchmal an den Grenzen des Firmengeländess, so der Verband. Vorsätzliche Nachahmungen jeder Art stellen aber eine ernsthafte Bedrohung für innovative Unternehmen dar und gefährden insbesondere im Mittelstand Wettbewerbsfähigkeit und Arbeitsplätze. Betroffen sind inzwischen fast alle Branchen: Von Konsumgütern und Kinderspielzeug über Medikamente, Kosmetika und Lebensmittel bis hin zu Werkzeugen, Automobilzubehör sowie Maschinen und Geräten.

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