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Artikel und Hintergründe zum Thema

Sick

Inka Krischke,

Trauer um Gisela Sick

Gisela Sick ist im Alter von 101 Jahren verstorben. © Sick

Gisela Sick ist am 1. November 2024 im Alter von 101 Jahren verstorben. Von der ersten Stunde an unterstützte sie das Unternehmen bis zum heute globalen Konzern.

»Gisela Sick war eine beeindruckende Persönlichkeit«, sagt Sick-Vorstandsvorsitzender Dr. Mats Gökstorp. »Wir haben ihr viel zu verdanken. Seit dem ersten Tag unseres Unternehmens war und bleibt sie untrennbar mit der Kultur, der langfristigen Ausrichtung und dem nachhaltigen Geschäftserfolg verbunden. Sie war eine Frau mit großem Mut, starker Schaffenskraft und unternehmerischer Weitsicht. Das hat unseren Weg zum globalen Konzern geebnet. Wir gedenken ihr mit größtem Respekt und werden ihr Andenken bewahren. Unser Mitgefühl gilt den Töchtern, Enkelkindern und Urenkelkindern von Gisela Sick.«

Als Dr. Erwin Sick 1946 in einer Baracke in Vaterstetten bei München von der amerikanischen Militärregierung die Lizenz für ein selbstständiges Ingenieurbüro erhielt, organisierte Gisela Sick auf 20 m2 in der Baracke Firma und Familienleben. Sie führte die Buchhaltung und schrieb auf ihrer Schreibmaschine die ersten Patentanmeldungen für optisch-elektronische Geräte. 1954 zog die Familie nach Oberkirch (Baden), um mehr Platz für die Produktion zu haben. Bereits zwei Jahre später siedelten sie nach Waldkirch. Ab Mitte der 1960er Jahre bis in die 1990er Jahre wurde auch an einem Münchner Standort entwickelt. In dieser Zeit lebte die Familie in Waldkirch und in München. In den 1970er Jahren wurde der Grundstein für das heutige Firmengelände in Waldkirch und auch der Internationalisierung von Sick gelegt. Gisela Sick begleitete auch persönlich die Gründungen von Tochtergesellschaften, zum Beispiel in den USA und Japan.

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Als Dr. Erwin Sick 1988 verstarb, zögerte Gisela Sick keine Minute, das selbstständig zu halten und gab der Geschäftsführung sowie den vielen langjährigen Mitarbeitenden entschieden Rückhalt für die wachsende Geschäftsentwicklung und verlegte ihren Lebensmittelpunkt nach Waldkirch. Als Mitglied des gegründeten Beirats, ab 1994 des Aufsichtsrats der Sick AG und ab 1999 als Ehrenvorsitzende des Aufsichtsrats unterstützte sie alle grundlegenden Entscheidungen auf dem Weg zum globalen Unternehmen.

Kulturelles Vermächtnis

Den Sick-Mitarbeitenden dient bis heute ein Leitbild und Wertefundament: Sick-Produkte sollen zum Wohle des Menschen entwickelt werden. Zu diesem Grundsatz bekannte sich das Ehepaar Sick nach dem 2. Weltkrieg. Gisela Sick setzte sich beherzt für das Wohl der Mitarbeitenden ein. Sie stand für unternehmerische Weitsicht, indem sie unter anderem die Aus- und Weiterbildung gezielt forderte und förderte, auch über das Unternehmen hinaus. Dafür gründete sie auch die ‚Gisela und Erwin Sick Stiftung‘. Viele Initiativen zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf, insbesondere bei der Kinderbetreuung, und zur Förderung junger Menschen gehen direkt auf Gisela Sick zurück. Mit dem ‚Gisela Sick Bildungshaus‘ in Waldkirch unterstrich sie öffentlich ihr Engagement für Ausbildung und Musik und schenkte der Stadt eine eindrucksvolle Institution. Am 13. November 2012 erhielt Gisela Sick das Bundesverdienstkreuz.

Gisela Sick war dem Unternehmen bis zuletzt eng verbunden und für viele der rund 12.000 Mitarbeitenden die identitätsstiftende Persönlichkeit des Unternehmens. Dr. Robert Bauer, Vorsitzender des Aufsichtsrats: »Mit Gisela Sick verlieren wir eine große Persönlichkeit. Durch ihre natürliche Autorität verbunden mit einem großen gesellschaftlichen Anspruch, hat Gisela Sick weit über das Unternehmen hinausgewirkt. Ihre bescheidene Selbstverständlichkeit, mit der sie ihre Werte lebte, ist ein Vermächtnis und unterstreicht ihr eindrucksvolles Lebenswerk. Mein aufrichtiges Beileid gilt der Familie Sick.«

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