Künstliche Intelligenz
Fraunhofer IPA entwickelt KI für Maschinendaten
Das Fraunhofer IPA entwickelt gemeinsam mit Industriepartnern eine KI-Anwendung, mit der sich Produktions- und Maschinendaten per Chat abfragen lassen. Ziel ist es, die Analyse komplexer Fertigungsdaten insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen zu vereinfachen.
Am Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung (IPA) arbeitet ein Forschungsteam an einer generativen KI, die Produktions- und Maschinendaten über eine Chat-Oberfläche zugänglich macht. Das Projekt trägt den Namen „Visualisierung von Produktionsdaten als generativ interaktive Erweiterung“ (ViPGeniE). Gemeinsam mit den Unternehmen ads-tec Industrial IT, Data Coffee sowie Ulrich GmbH entwickelt das Institut eine Lösung, mit der Anwender Daten ohne spezielle Kenntnisse der Datenanalyse auswerten können. Das Projekt läuft im Zeitraum vom 1. März 2026 bis 29. Februar 2028 und wird mit 647.624 Euro aus dem Innovationsförderprogramm ‚Invest BW‘ des Ministeriums für Wirtschaft, Handwerk und Tourismus Baden-Württemberg gefördert.
Dialog mit der Produktion
Mitarbeitende sollen künftig Fragen zu Maschinenzuständen, Temperaturverläufen oder Produktionsdaten in natürlicher Sprache stellen können. Die KI liefert als Antwort sowohl textliche Erläuterungen als auch automatisch erzeugte Diagramme und Visualisierungen. Darauf aufbauend können weitere Fragen gestellt werden, sodass sich Zusammenhänge oder mögliche Fehlerursachen schrittweise analysieren lassen. „Der Zugang zu und die Auswertung von Produktions- und Maschinendaten muss einfacher werden“, sagt Matthias Schneider vom Forschungsteam IT-Architekturen für die Produktion am Fraunhofer IPA.
Digitaler Zwilling liefert den Kontext
Grundlage des Systems ist die Kombination aus generativer KI und einem Digitalen Zwilling. Produktions- und Sensordaten werden kontinuierlich erfasst und in einem virtuellen Abbild der Fertigung strukturiert. Diese Kontextinformationen ermöglichen es der KI, die Daten korrekt zu interpretieren und passende Auswertungen zu erstellen.
Nach Angaben der Projektpartner soll dadurch der Aufwand für die Datenanalyse deutlich sinken. Insbesondere kleine und mittlere Unternehmen könnten von der Lösung profitieren, da dort häufig keine spezialisierten Datenanalysten zur Verfügung stehen.
Demonstrator für 2027 geplant
Das Fraunhofer IPA entwickelt im Projekt unter anderem die Systemarchitektur, eine Umgebung für verschiedene Sprachmodelle sowie die Digitalen Zwillinge zur Datenstrukturierung. Ein erster Demonstrator, der die Analyse und Visualisierung von Produktions- und Maschinendaten aus unterschiedlichen Quellen zeigt, soll voraussichtlich im zweiten Quartal 2027 vorgestellt werden.










