it’s OWL
Projekt testet KI für den Ingenieursalltag
Mit dem Projekt ‚ENGAGE-KI‘ wollen das Technologie-Netzwerk it's OWL und das Fraunhofer IEM den Einsatz von Künstlicher Intelligenz im Engineering untersuchen. Bis Ende 2026 sollen Unternehmen erproben, welche KI-Anwendungen sich für Entwicklung, Konstruktion und Systems Engineering eignen.
Das Technologie-Netzwerk it's OWL und das Fraunhofer-Institut für Entwurfstechnik Mechatronik (IEM) haben das Projekt ‚ENGAGE-KI‘ gestartet. Ziel ist es, gemeinsam mit Unternehmen den praktischen Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der Produktentwicklung, Konstruktion und im Engineering zu erproben. Das Vorhaben läuft vom 1. Juni bis zum 31. Dezember 2026 und verfügt über ein Projektvolumen von rund 1,48 Mio. Euro. Im Mittelpunkt steht die Frage, welche KI-Anwendungen bereits produktiv eingesetzt werden können und welche technischen Voraussetzungen dafür geschaffen werden müssen.
Unternehmen testen Anwendungen in KI-Sprints
Im Rahmen des Projekts bearbeiten Unternehmen in drei- bis viermonatigen KI-Sprints eigene Engineering-Aufgaben. Daraus sollen Proofs of Concept, Demonstratoren und übertragbare Lösungsbausteine entstehen. Zu den möglichen Einsatzfeldern gehören unter anderem die Auswertung von Markt- und Technologiedaten, die Strukturierung von Lastenheften, die Unterstützung bei CAD- und CAE-nahen Aufgaben, das Auffinden technischen Wissens aus früheren Projekten sowie Software-Security-Tests. Auch im Systems Engineering soll KI dabei helfen, Zusammenhänge zwischen Anforderungen, Funktionen, Modellen und Nachweisen schneller sichtbar zu machen.
Nach Angaben der Projektpartner reicht der Einsatz einzelner KI-Modelle für industrielle Anwendungen nicht aus. Erforderlich seien unter anderem strukturierte und zugängliche Daten, Schnittstellen zu bestehenden Engineering-, CAD-, PLM- und Dokumentationssystemen sowie geeignete Softwarebausteine, Rechenleistung und Regeln für den Umgang mit sensiblen Unternehmensdaten. Das Projekt untersucht deshalb auch technische Grundlagen wie Datenräume, Schnittstellen und die Integration von KI-Anwendungen in bestehende Entwicklungsprozesse.
Robotik und Mensch-KI-Zusammenarbeit
Ein weiterer Schwerpunkt ist die sogenannte Physical AI. In einer Robotikzelle sollen Unternehmen erproben, wie KI-Systeme und humanoide Roboter für konkrete industrielle Aufgaben eingesetzt werden können. Dabei stehen Fragen zur Datengrundlage, zur sicheren Zusammenarbeit von Mensch und Maschine sowie zum praktischen Nutzen im Vordergrund.
Wissenstransfer für Unternehmen
Die Projektergebnisse sollen über Arbeitsgruppen, Veranstaltungen und digitale Austauschformate in das Netzwerk von it's OWL übertragen werden. Zudem wird die Weiterbildungsplattform Next Learning Hub genutzt, um Beschäftigte für den Einsatz von KI im Engineering zu qualifizieren. „Der Mittelstand braucht jetzt keine weiteren KI-Schaufenster. Er braucht Antworten auf die Frage, welche Anwendungen im Engineering wirklich funktionieren, welche Daten und Schnittstellen dafür nötig sind und wie Beschäftigte damit arbeiten können. Genau dafür ist unser neues Projekt ENGAGE-KI da“, sagt Günter Korder, Geschäftsführer von it's OWL.
ENGAGE-KI wird von it's OWL, dem Fraunhofer IEM und dem Leistungszentrum Engineering Automation umgesetzt. Das Projekt wird im Rahmen der Fördermaßnahme „Zukunft der Arbeit: Regionale Kompetenzzentren der Arbeitsforschung“ des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt gefördert und vom Projektträger Karlsruhe betreut.










