Bitkom-Studie
Cloud-Ausfälle gefährden Unternehmen
Ein Ausfall von Cloud-Diensten würde laut einer Bitkom-Umfrage fast jedes zweite Unternehmen in Deutschland früher oder später zum Stillstand bringen. Gleichzeitig setzen viele Betriebe auf Notfallpläne, Datensicherungen und weitere Maßnahmen, um die Folgen von Störungen zu begrenzen.
Cloud-Dienste sind für viele Unternehmen zu einer zentralen Grundlage des Geschäftsbetriebs geworden. Nach einer repräsentativen Befragung des Digitalverbands Bitkom würden 46 % der Unternehmen ihren Betrieb bei einem länger andauernden Cloud-Ausfall früher oder später einstellen müssen. Für 9 % wäre ein Weiterarbeiten bereits unmittelbar nach dem Ausfall nicht mehr möglich.
Weitere 2 % könnten den Betrieb noch sechs bis elf Stunden aufrechterhalten, 4 % zwischen zwölf und 24 Stunden, 10 % bis zu zwei Tage und 21 % länger als 48 Stunden. Ein Viertel der Unternehmen (24 %) geht davon aus, den Geschäftsbetrieb auch ohne Cloud dauerhaft fortführen zu können. 14 % nutzen keine Cloud-Dienste, 16 % machten keine Angabe.
Cloud-Nutzer schätzen, dass sie im Durchschnitt rund 78 Stunden beziehungsweise gut drei Tage ohne Cloud-Dienste arbeitsfähig bleiben könnten.
Cloud-Ausfälle keine Seltenheit
In den vergangenen zwölf Monaten verzeichneten 28 % der Unternehmen, die Cloud-Dienste nutzen, nach eigenen Angaben mindestens einen gravierenden Cloud-Ausfall. „Eine funktionsfähige Cloud ist für Unternehmen so wichtig wie stabile Stromversorgung und Zugang zum Internet. Büro-Software, Kommunikation, Datenbanken oder auch KI-Lösungen sind bei einer Cloud-Störung nicht verfügbar, dabei sind sie unverzichtbar für den Geschäftsbetrieb vieler Unternehmen“, sagt Bitkom-Präsident Dr. Ralf Wintergerst.
Unternehmen setzen auf Notfallkonzepte
Um die Auswirkungen von Störungen zu begrenzen, haben viele Unternehmen Vorsorgemaßnahmen getroffen. Über Notfall- und Wiederanlaufpläne verfügen 82 % der Cloud-Nutzer. 75 % sichern wichtige Daten zusätzlich außerhalb der Cloud.
69 % überwachen ihre Cloud-Dienste selbst, um Ausfälle schneller zu erkennen. 68 % haben vertragliche Vereinbarungen mit ihren Cloud-Anbietern getroffen und 66 % können bei Bedarf auf lokale Lösungen für einen Notbetrieb umschalten. Darüber hinaus verteilen 59 % Anwendungen auf unterschiedliche Systeme, 35 % setzen auf redundante Systeme und 8 % nutzen einen zweiten Cloud-Anbieter als Absicherung.
Cloud bleibt zentraler Baustein der Digitalisierung
Der ebenfalls veröffentlichte Cloud Report 2026 zeigt, dass Cloud Computing in Deutschland nahezu flächendeckend eingesetzt wird. 86 % der Unternehmen nutzen Cloud-Dienste, weitere 14 % planen oder diskutieren deren Einführung. Als wichtigste Ziele nennen Unternehmen eine höhere IT-Sicherheit (75 %) sowie den Zugang zu innovativen Technologien wie Künstlicher Intelligenz und dem Internet der Dinge (56 %).
Für die Studie befragte Bitkom Research telefonisch 603 Unternehmen mit mindestens 20 Beschäftigten, darunter 517 Cloud-Nutzer. Die Erhebung fand zwischen Kalenderwoche 14 und 20 des Jahres 2026 statt.










