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Artikel und Hintergründe zum Thema

Tech-Transfer Award

Thomas Günnel,

Internationaler Robotikpreis verliehen

Fünf herausragende Beispiele der Roboterentwicklung wählte die Jury des euRobotics Technology Transfer Award 2011 - kurz Tech-Transfer Award - im Rahmen des European Robotics Forum im April aus. Die Themen der drei Erstplatzierten reichen von Leichtbaurobotik über eine Online-Kleiderprobe bis hin zur simulierten Geburt.

© Kuka

Der erste Platz ging gemeinsam an Kuka und das DLR (Deutsches Luft- und Raumfahrtzentrum)-Institut für Robotik und Mechatronik. In der Kooperation der Unternehmen entstand ein Leichtbauroboter, der hinsichtlich Sensitivität und Nachgiebigkeit dem menschlichen Arm nachempfunden ist. Eine Kraftmomentregelung in den Robotergelenken ermöglicht das gefahrlose Berühren des Roboters im Betrieb. Programmierbar ist der Roboter durch einfaches  Führen durch den Anwender. Mit seinem geringen Gewicht von 16 Kilogramm ist ein Einsatz des Roboters auch in mobilen Anwendungen möglich.

Platz zwei erhielt SIMone, ein auf Robotertechnologie basierender interaktiver Geburtssimulator, der gemeinsam von der der ETH Zürich, der TU München und 3B Scientific zu Trainingszwecken für Ärzte entwickelt wurde. Der Simulator soll die Rate von Kaiserschnitten und zerebralen Lähmungen verringern, die infolge falschen Anlegens von Zange und Saugglocke auftreten. Herzstück ist eine kraftgeregelte Kinematik, die die Bewegung des Babykopfes im mütterlichen Becken und im Geburtskanal realitätsnah simuliert. Der Simulator ist mit Positions- und Kraftsensoren ausgestattet, welche die Zug- und Drehkräfte messen, die durch den Gebrauch der Zange oder Saugglocke auf den Kopf des Babys einwirken. Das physiologische Modell berücksichtigt Kräfte, die durch Reibung, Gewebeelastizitäten, Wehen, Kontraktion der Gebärmutter und Versuche des Geburtshelfers, das Kind herauszuziehen, entstehen.

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Den dritten Platz vergab die Jury an zwei Projekte: Das Unternehmen Fits.me entwickelte gemeinsam mit den Universitäten Tallin und Tartu einen Roboter, der unterschiedliche Staturen von Menschen nachstellt, um so die Passform von Kleidung vor der eigentlichen Anprobe zu sehen. Die Universität Verona und Surgica Robotica stellten einen Operationsroboter für chirurgische Eingriffe vor. Auf Platz vier kam Workerbot – ein vom Fraunhofer Institut für Produktionssysteme (IPK) und pi4 Robotics entwickelter zweiarmiger Roboter für die industrielle Handhabung und Montage.

Der Technology Transfer Award der europäischen Robotik wird seit 2003 jährlich verliehen, um den Technologietransfer von der Wissenschaft in die Industrie voran zu treiben. Das Finale des Awards war einer der Höhepunkte des European Robotics Forum 2011. Unterstützt von der Europäischen Kommission durch die euRobotics Coordination Action, trafen sich rund 340 Experten aus der europäischen Industrie und Wissenschaft, Investoren und Jungunternehmer, um aktuelle Entwicklungen, Herausforderungen und Chancen zu diskutieren.

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