International Federation of Robotics / IFR
Robotikverband vermeldet Allzeithoch
Am 1. September hat der internationale Robotikverband IFR die neue Studie „World Robotics 2011 - Industrieroboter“ veröffentlicht. Demnach werden die Anbieter laut IFR-Präsident Dr. Shinsuke Sakakibara im laufenden Jahr rund 18 % mehr Roboter verkaufen als in 2010.
Die erwarteten knapp 140.000 verkauften Einheiten in 2011 markieren einen neuen Spitzenwert für die Industrieroboterhersteller. In den kommenden beiden Jahren rechnet die IFR mit durchschnittlich weiteren sechs Prozent Wachstum pro Jahr – sprich rund 167.000 verkauften Robotern in 2014. Dann werden 1,3 Millionen Roboter weltweit in den Fabriken eingesetzt sein. Allerdings: „Eine Verknappung der Komponenten und Kapazitätsengpässe könnten dazu führen, dass ein Teil der erwarteten Verkäufe von 2011 nach 2012 verschoben werden“, merkt IFR-Präsident Dr. Shinsuke Sakakibara an und fügt hinzu: „Bestimmte Risiken müssen für diese optimistische Prognose in Betracht gezogen werden, wie zum Beispiel eine starke Abschwächung des Wachstums der Weltwirtschaft oder sogar eine neue Rezession, die durch die finanziellen Probleme großer Märkte ausgelöst werden kann.“
Die wichtigsten Wachstumsmotoren für die Branche bleiben weiterhin die Automobilindustrie und die Elektronikindustrie. Als Treiber für Investitionen nennt Sakakibara in diesem Zusammenhang zum Beispiel die Realisierung von Elektromobilität, neue Materialen (Faserverbundstoffe) und die Modernisierung der Produktionsprozesse. Regional gesehen wird sich das Wachstum der Roboterinstallationen vor allem in den asiatischen Märkten, in Ost- und Mitteleuropa und in Nordamerika fortsetzen. Spätestens 2014 soll Sakakibara zufolge China an der Spitze der Robotermärkte sein, was die jährlichen Lieferungen angeht. Auch in Japan rechnet der IFR-Präsident damit, dass die Investitionen in den nächsten Monaten durch den Wiederaufbau und neue Projekte an Fahrt gewinnen.
50 Roboter pro 10.000 Beschäftigte
Das künftige Potential, welches hinter der Robotik steckt, zeigt sich unter anderem darin, dass Ende 2010 weltweit pro 10.000 Beschäftigten in der Verarbeitenden Industrie „nur“ 50 Roboter zum Einsatz kamen. An der Spitze der automatisierten Länder stehen Japan, die Republik Korea und Deutschland mit einer Roboterdichte zwischen 250 und 300. Im Gegensatz dazu sind in den großen Wachstumsmärkten – China, Indien, Russland und Brasilien – weniger als 20 Roboter pro 10.000 Beschäftigte im Einsatz.
Im Vergleich zu allen anderen Branchen der so genannten „General Industry“ ist die Roboterdichte in der Automobilindustrie ziemlich hoch. In Japan zum Beispiel sind in der Automobilindustrie mehr als 1.400 Industrieroboter pro 10.000 Beschäftigten installiert. Danach folgen Italien, Deutschland und die USA mit Roboterdichten zwischen 1.100 und 1.200. Mit einer Rate von rund 200 Robotern haben Korea und Japan auch die höchste Anzahl von Robotern in der General Industry im Einsatz – überwiegend aufgrund entsprechender Roboterinstallationen in der Elektronikindustrie. Die beachtliche Rate von 134 Robotern in der General Industry in Deutschland verteilt sich dagegen auf mehrere Segmente. Besonders in der Metallindustrie, der chemischen Industrie, der Nahrungsmittelindustrie und der Elektro-/Elektronikindustrie ist die Roboterdichte entsprechend hoch.
Insbesondere in China haben hohe Roboterinvestitionen in den letzten Jahren die Roboterdichte in der Automobilindustrie stark erhöht – und zwar von 37 auf 105 Roboter pro 10.000 Beschäftigten zwischen 2006 und 2010. Über alle Anwendungsbereiche liegt die Roboterdichte in China allerdings noch unter zehn.













