Servicerobotik
VDE-Studie: Roboter bald im privaten Bereich
Unter dem Titel „Mein Freud der Roboter“ hat der VDE eine neue Studie vorgestellt. Demnach besteht für Roboter im Haushalt beziehungsweise für die Pflege älterer Menschen ein enormes Potential. In guter Startposition sieht der Verband hier Deutschland aufgrund seiner hohen Technologiekompetenz im Bereich Automation Industrierobotik.
Unter den Befragten war die generelle Zustimmung zu Servicerobotern bei Technikern mit 75 Prozent erwartungsgemäß am höchsten, aber auch bei Senioren (56 Prozent) und Pflegekräften (50 Prozent) ist die Akzeptanz ausgeprägt.
© VDELaut der VDE-Studie werden Serviceroboter in naher Zukunft immer stärker dazu beitragen, unter anderem die großen Herausforderungen des demografischen Wandels erfolgreich zu meistern und die Lücke zwischen einer kontinuierlich alternden Bevölkerung, einer rückläufigen Erwerbsbevölkerung und einem Mangel an Pflegekräften zu schließen. Allerdings zeigt die Studie auch, dass das gesellschaftliche und technologiepolitische Bekenntnis zum „Freund Roboter“ noch nicht so klar ausfällt wie in asiatischen Ländern, etwa Südkorea oder Japan.
Grundsätzlich lassen sich in der Servicerobotik zwei Hauptklassen unterschieden: Serviceroboter für gewerbliche Anwendungen einerseits und für den häuslichen Bereich andererseits. Nach dem jährlich erscheinenden World Robotics Bericht der International Federation of Robotics (IFR) waren bis 2009 im gewerblichen Segment weltweit 63.429 Serviceroboter im Einsatz. Die höchste Verbreitung von Servicerobotern im Privatbereich erreichen Staubsauger- und Wischroboter (4,2 Mio.) sowie Rasenmähroboter (ca. 133.000). Für das Jahr 2012 wird bereits eine Verbreitung von 8,8 Mio. Staubsaugerrobotern prognostiziert. Insbesondere die (noch) hohen Kosten sind es, die Verbraucher von einer Anschaffung für Haushalt oder Garten abschrecken.
Große Fortschritte seien in naher Zukunft im Bereich der Rehabilitationsrobotik zu erwarten. Rehabilitationsroboter wie zum Beispiel intelligente Rollstühle, kleine Roboterarme oder neuartige Beinprothesen ermöglichen es alten, kranken oder behinderten Menschen heute schon, verlorene Mobilität und Selbständigkeit zurück zu gewinnen. Hohe Erwartungen richten sich in die Entwicklung von menschenähnlichen Robotern (Humanoide) als Haushaltshelfer für komplexe Aufgaben oder als persönliche Assistenten für ältere Menschen.
Großes Potenzial für Serviceroboter ‚made in Germany’
Gegenwärtig stammen zahlreiche Serviceroboter für den Privatbereich aus Asien. Nationen wie Japan und Korea, in denen sowohl die Akzeptanz als auch der technische Entwicklungsstand sehr hoch sind, wollen in der Servicerobotik sogar explizit einen Spitzenplatz einnehmen, um den Herausforderungen des demografischen Wandels zu begegnen. Doch auch in Europa und den USA wird intensiv an innovativen Anwendungsszenarien und Lösungen in dem Wachstumsmarkt geforscht. Allein in Europa arbeiten seit 2006 mehr als 130 Institutionen aus Industrie und Wissenschaft im Verbund CARE (Coordination Action for Robotics in Europe) und in der EUROP (European Robotics Technology Pattform) an einem gemeinsamen Zukunftsbild von Robotern in der Gesellschaft. Die europäische Robotik hält laut IRF derzeit weltweit einen Marktanteil von etwa 25 %, den bedeutendsten Teil davon nehmen allerdings Industrieroboter ein.
Deutschland eröffnen sich der VDE-Studie zufolge dank seiner guten Technologieposition im Bereich Automation sowie in der Industrierobotik gute Startpositionen und Perspektiven für den internationalen Innovationswettlauf. Der Sicherung und Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit deutscher Servicerobotik dienen darüber hinaus mehrere Initiativen wie das Programm „Leitinnovation Servicerobotik“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, das Verbundvorhaben „Deutsche Servicerobotik Initiative“ (DESIRE) sowie die Exzellenzcluster „Cognition for Technical Systems“ (CoTeSys) und „Cognition Interaction Technology“ (CITEC).
Autorin der VDE-Studie „Mein Freund der Roboter“ ist Dr. Sybille Meyer vom Institut für Sozialforschung, Berlin (SIBIS). Erschienen ist die Studie im VDE-Verlag, Herausgeber ist die BMBF/VDE Innovationspartnerschaft AAL (Ambient Assisted Living).














