Quartalszahlen

Wolfgang Reinhart,

ABB: Konzerngewinn im ersten Quartal 2013 gesunken

Trotz schwacher Wirtschaft konnte ABB im ersten Quartal 2013 sowohl Umsatz als auch operative Ertragskraft steigern. Für ein solides Ergebnis sorgten unter anderem das optimierte Portfolio und die ausgewogene Aufstellung des Unternehmens. Dennoch sank der Gewinn gegenüber dem letzten Quartal des Vorjahres um 3 %.

Joe Hogan, Vorsitzender der ABB-Konzernleitung: "Es ist uns gelungen, Kostendisziplin zu wahren und in mehreren Geschäftsfeldern und Regionen zu wachsen. Wachstumsfelder waren insbesondere Bereiche wie die industrielle Effizienz, eine zuverlässige Stromversorgung und erneuerbare Energien."

© ABB

Laut ABB haben die breite geographische und technologische Aufstellung sowie das weltweite Vertriebsnetz die Marktverunsicherungen teilweise kompensiert und es dem Unternehmen ermöglicht, profitable Wachstumsmöglichkeiten wahrzunehmen. Investitionen von Industriekunden in Produktionstechnologien zur Steigerung der Produktivität ihrer bestehenden Anlagen und auch in wichtigen Endmärkten, wie Russland, sorgten für Umsatz. Zudem nahmen Versorgungsunternehmen auch im letzten Quartal gezielt Investitionen in den Ausbau und die Modernisierung ihrer Übertragungsnetze vor.

Insgesamt ging der Auftragseingang von ABB in der Berichtsperiode gegenüber dem ersten Quartal 2012 organisch um 4 Prozent zurück, einschließlich Thomas & Betts (T&B) wurde jedoch ein Zuwachs von 2 % erzielt. Die Basisaufträge - unter 15 Mio. US-Dollar - gaben organisch um 5 % nach,  inklusive T&B ließ sich ein Wachstum von 2 % erreichen. In den Schwellenmärkten nahm der Auftragseingang um 10 % zu und machte 48 % des gesamten Auftragseingangs von ABB aus. Großaufträge - über 15 Mio. US-Dollar - zogen im ersten Quartal leicht an und trugen ebenso wie im Vorjahreszeitraum 14 % zum gesamten Auftragseingang bei.

Der Umsatz wuchs im ersten Quartal um 9 % auf 9,715 Mio. US-Dollar. Dies entspricht nach Bereinigung um den Einfluß der T&B-Übernahme einem organischen Wachstum um 3 %. Die Abwicklung von Aufträgen aus dem Bestand trug erheblich dazu bei, Auftrags- und Umsatzschwächen im frühzyklischen Geschäft auszugleichen. T&B steuerte rund 590 Mio. US-Dollar zum Auftragseingang und Umsatz bei.

In der Berichtsperiode verringerte sich der Konzerngewinn um 3 % auf 664 Mio. US-Dollar. Hierin sind Nettofremdwährungs- und Derivate-Effekte sowie Abschreibungen und Amortisation im Zusammenhang mit Akquisitionen enthalten.

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Auftragseingang und Umsatz nach Divisionen

In der Division Industrieautomation und Antriebe konnten die gestiegenen Großaufträge für den Bereich Robotik und für Stromumwandlungsgeräte für die Bahnindustrie den Auftragsrückgang bei Motoren und Antrieben nicht ausgleichen. Dieser resultierte aus der insgesamt schwächeren Nachfrage im frühzyklischen Geschäft. Der Umsatz wuchs bei der Abwicklung von Aufträgen aus dem hohen Auftragsbestand, vor allem im Bereich Robotik. Im Servicegeschäft stieg der Umsatz um 5 %.

Dem Auftragswachstum in der Bergbau- und Schifffahrtindustrie standen innerhalb der Division Prozessautomation die Rückgänge in der Metall- und Papier- und Zellstoffindustrie gegenüber. Der Auftragseingang im Öl- und Gassektor blieb stabil, wobei rückläufige Großaufträge den Zuwachs bei den Basisaufträgen aufhoben. Die Serviceaufträge gingen zurück. Laut ABB ist dies hauptsächlich zurückzuführen auf mehrere Modernisierungsprojekte, die im Vorjahresquartal gebucht wurden. Der höhere Umsatz mit Schifffahrts-Aufträgen kompensierte die niedrigeren Umsätze in anderen Geschäften. Insgesamt stieg der Umsatz im Servicegeschäft um 4 %.

In der Division Energietechnikprodukte blieb der Umsatz gegenüber dem Vorjahr unverändert und umfasste einen höheren Anteil an Verkäufen von Verteilungstechnik und Produkten für die Industrie.

Der Auftragsrückgang in der Division Energietechniksysteme zeigt unter anderem die Auswirkungen des zeitlichen Ablaufs der Erteilung von Großaufträgen sowie der größeren Selektivität bei Projektausschreibungen. Hiermit will ABB Risiken reduzieren und einen höheren eigenen Wertschöpfungsbeitrag durch eigene Produkte sicherstellen. Der Umsatz erhöhte sich im ersten Quartal in allen Geschäftsbereichen und legte auch im Servicegeschäft zu.

Ertragslage im Überblick

Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) belief sich auf rund 1,05 Mrd. US-Dollar und blieb damit gegenüber dem Vorjahresquartal stabil. Im EBIT enthalten ist der Nettoeffekt von zeitlichen Unterschieden in Bezug auf Wechselkurse und Rohstoffe, die im ersten Quartal 2013 den EBIT um 62 Mio. US-Dollar verringerten. Im Vorjahresquartal wurde hier der EBIT um 71 Mio. US-Dollar verbessert. Ebenfalls im EBIT enthalten sind akquisitionsbezogene Abschreibungen und Amortisation in Höhe von 93 Mio. US-Dollar gegenüber 66 Mio. US-Dollar im ersten Quartal 2012.

Das operative EBITDA betrug im ersten Quartal 2013 rund 1,5 Mrd. US-Dollar – ein Anstieg um 19 % gegenüber der relativ schwachen Vorjahresperiode. T&B steuerte rund 100 Mio. US-Dollar zum operativen EBITDA bei.

Die operative EBITDA-Marge des Konzerns erhöhte sich um 1,1 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahreszeitraum, da der Konzern mit Einkaufsinitiativen und operativen Verbesserungen Kosteneinsparungen von rund 260 Mio. US-Dollar erzielte. Dies kompensierte Aufträge mit niedrigeren Margen aus dem Auftragsbestand. Die verbesserte Kapazitätsauslastung und strengere Disziplin bei Vertriebs- und allgemeinen Verwaltungskosten, die die derzeitigen Marktbedingungen besser widerspiegeln, wirkten sich positiv auf die Margen aus.

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