ABB-Quartalszahlen

Davina Spohn,

Positive Stimmung trotz Gewinnrückgang

ABB verbucht im zweiten Quartal 2012 verglichen zum Vorjahreszeitraum ein Auftrags- und Umsatzplus, jedoch auch weniger Gewinn. ABB-Chef Joe Hogan ist trotzdem zuversichtlicher als noch vor drei Monaten.

© ABB

Bei einem Umsatz von 9,66 Mrd. US-Dollar erzielte ABB im zweiten Quartal einen Gewinn von 656 Mio. US-Dollar - 27 % weniger als noch im zweiten Quartal des vergangenen Jahres (893 Mio. US-Dollar). Zwar habe ABB nach eigenen Angaben weiter von der Modernisierung von Stromnetzen und Investitionen in die industrielle Produktivität profitiert. Allerdings hätten Währungsumrechnungseffekte das Gewinnergebnis geschmälert. Neben dem erstarkenden US-Dollar seien weitere Gründe für den Gewinnrückgang Transaktionskosten und Abschreibungen in Höhe von rund 100 Mio. US-Dollar im Zusammenhang mit der Übernahme von Thomas & Betts im Mai 2012. Der Vorsitzende der ABB-Konzernleitung, Joe Hogan, erklärt mit Blick auf die Auftragseingänge jedoch: „Die Quartalszahlen machen deutlich, dass wir mit unserem Geschäftsportfolio, unserer breiten regionalen Aufstellung und einem soliden Kostenmanagement auch in uneinheitlichen Märkten solide Ergebnisse erzielen können.“

ABB-Chef Joe Hogan ist trotz unsicherem makroökonomischen Ausblick optimistisch: "Die positiven Entwicklungen in China, die anhaltende Stärke des US-Marktes und unsere robuste Performance in Europa stimmen uns zuversichtlicher als vor drei Monaten."

© ABB

So erhöhte ABB im zweiten Quartal seinen Auftragseingang verglichen zum Vorjahreszeitraum um 9 % (organisch 6 %) auf 10,1 Mrd. US-Dollar. Der Umsatz legte um 6 % (organisch 3 %) zu und kletterte auf 9,7 Mrd. US-Dollar. In den Energietechnik-Divisionen verbesserte sich der Auftragseingang in den meisten Schlüsselmärkten wie den USA, Brasilien, China und Indien oder zeigte sich stabil. In Europa blieb der Auftragseingang für Energietechnik auf etwa gleichem Niveau.

Der Auftragseingang im Automationsgeschäft verringerte sich in Deutschland verglichen zum Vorjahreszeitraum, in dem ein Großauftrag für Bahnausrüstung eingegangen war. In anderen Regionen konnte ABB dagegen im Automationsgeschäft punkten: Die Übernahme von Thomas & Betts verschaffte dem Konzern nach eigenen Angaben ein wesentlich besseren Zugang zum nordamerikanischen Automationsmarkt und stützte das kräftige Auftragswachstum im Automationsgeschäft in der Region. Gleichzeit legten die Automationsaufträge in Nordamerika auch organisch zu. In China erholte sich der Auftragseingang für Niederspannungsprodukte. Die Zuwächse in Ländern wie Großbritannien, Norwegen und in Osteuropa konnten die rückläufige Industrietätigkeit in Südeuropa mehr als aufheben

Der Umsatz in den Energietechnik-Divisionen zeigt sich gegenüber dem Vorjahreszeitraum weitgehend unverändert. Dies rührt laut ABB hauptsächlich aus dem variablen zeitlichen Verlauf der Ausführung von Großprojekten aus dem Auftragsbestand. Aufgrund der Auftragslage konnte der Umsatz in der Division Industrieautomation und Antriebe und der Division Prozessautomation zulegen. In der Division Niederspannungsprodukte ging der Umsatz organisch leicht zurück. Der Serviceumsatz wuchs mit 11 % stärker als der Gesamtumsatz und machte ebenso wie im Vorjahresquartal 15 % des Gesamtumsatzes von ABB aus.

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