Geschäftszahlen

Wolfgang Reinhart,

ABB zieht Bilanz für 2012

Im Geschäftsjahr 2012 ist es ABB Deutschland gelungen das Umsatzwachstum fortzusetzen und den Cashflow zu steigern. Dennoch hat das wirtschaftlich anspruchsvolle Umfeld seine Spuren hinterlassen: Auftragseingang und operatives EBITDA waren rückläufig.

"Durch die Rahmenbedingungen im Markt haben sich unsere Kunden mit Investitionen in die Stromerzeugung und -übertragung zurückgehalten. Auf der Automatisierungsseite haben wir uns hingegen gut behauptet", so Peter Terwiesch, ABB Vorstandsvorsitzender und Leiter der Region Zentraleuropa.

© ABB

Die deutsche Landesgesellschaft des ABB-Konzerns legte beim Umsatz um vier Prozent zu, dieser belief sich auf 3,57 Mrd. Euro gegenüber 3,43 Mrd. Euro im Jahr 2011. Hier wirkte sich vor allem die Abrechnung der Offshore-Windpark-Projekte in der Nordsee positiv aus. Der Operating Cash Flow ist um 33 % auf 242 Mio. Euro gestiegen (alle Zahlenangaben nach US-GAAP).

Beim Auftragseingang wurde ein Rückgang um 19 % auf 3,05 Mrd. Euro gegenüber 3,76 Mrd. Euro im Vorjahr verzeichnet. Grund dafür war vor allem ein Offshore-Großauftrag, den das Unternehmen im dritten Quartal 2011 erhalten hatte. Rechnet man diesen Auftrag heraus, ergibt sich eine Steigerung des Auftragseingangs um zwei Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Operatives EBITDA) betrug insgesamt 327 Mio. Euro und war damit rückläufig (Vorjahr: 394 Mio. Euro). Die Zahl der Mitarbeiter blieb mit etwa 10.000 konstant.

Der Bereich Energietechnik-Systeme musste mit einem Auftragseingang von 450 Mio. Euro einen deutlichen Rückgang um 63 % hinnehmen (2011: 1,22 Mrd. Euro). Der Rekordauftrag für eine Offshore-Netzanbindung aus dem Jahr 2011 verzerrte den Vergleich mit 2012. Der Umsatz legte dank der Abrechnung zurückliegender Windpark-Projekte um acht Prozent von 905 Mio. Euro auf 977 Mio. Euro zu.

Bei den Energietechnik-Produkten verzeichneten sowohl Auftragseingang als auch Umsatz eine leicht positive Tendenz. Der Auftragseingang lag mit 810 Mio. Euro um drei Prozent über dem Vorjahreswert von 783 Mio. Euro. Der Umsatz belief sich auf 807 Mio. Euro gegenüber 803 Mio. Euro im Vorjahr. ABB profitierte vor allem von Investitionen in neue Produkte, Produktionserweiterungen sowie Prozessoptimierungen.

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Industrieautomation behauptet sich

Die Geschäftsbereiche der Automatisierungstechnik zeigten sich robuster. Bei der Prozessautomation lag der Auftragseingang in einem schwieriger werdenden konjunkturellen Umfeld mit 526 Mio. Euro um drei Prozent über dem Vorjahreswert von 511 Mio. Euro. Zu Buche geschlagen haben hier vor allem Großaufträge in den Bereichen Minerals und Marine. Die Sparte Turbolader-Service hingegen hatte mit erschwerten Bedingungen im Schiffsmarkt zu kämpfen. Der Umsatz stieg um zwei Prozent von 500 Mio. Euro auf 512 Mio. Euro.

Trotz des Einbruchs einzelner Absatzbranchen verzeichnete die Division Niederspannungsprodukte ein erfolgreiches Jahr. Modernisierungsinvestitionen im Baubereich halfen in einigen Segmenten. Der Auftragseingang konnte um zwei Prozent auf 866 Mio. Euro (2011: 850 Mio. Euro) gesteigert werden. Der Umsatz wuchs leicht auf 867 Mio. Euro (2011: 862 Mio. Euro).

Die Division Industrieautomation und Antriebe bewegte sich in einem schwierigen Marktumfeld mit spürbarer Zurückhaltung der Kunden. Der Auftragseingang sank in Folge auf 432 Mio. Euro gegenüber 464 Mio. Euro im Vorjahr (minus sieben Prozent). Der Umsatz bewegte sich im Plus und belief sich auf 454 Mio. Euro, was gegenüber dem Geschäftsjahr 2011 (419 Mio. Euro) einem Anstieg von neun Prozent entspricht. Dazu hat vor allem der Bereich Robotik beigetragen, der das Jahr 2012 mit nennenswerten Zuwächsen abschloss.

Die langfristigen Wachstumstreiber sind für die deutsche ABB unverändert: Eine höhere industrielle Produktivität, eine zuverlässige und effiziente Energieversorgung und der Ausbau der erneuerbaren Energien.

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