Steuerungstechnik

Günter Herkommer,

Omron: Konzentration auf die Maschinenautomation

Er kam extra vom Hauptquartier in Kyoto nach Nürnberg auf die SPS/IPC/Drives, um persönlich die neue Sysmac-Plattform vorzustellen: Shinya Yamasaki, Omrons oberster Chef der Automatisierungstechnik-Division. Sie soll den Grundstein legen für die Umsetzung der unlängst beschlossenen, neuen 10-Jahres-Strategie.

Shinya Yamasaki, Executive Officer & Senior General Manager des Bereichs Automation Systems von Omron: "Eine Herausforderung bei Sysmac war, eine Softwareplattform zu entwickeln, die über zehn Jahre Bestand hat und Geräte von heute wie von morgen nahtlos integriert."

© Omron

"Unser 10-Jahres-Plan zielt darauf, eine Führungsrolle bei technischen Entwicklungen einzunehmen, anstatt nur auf Veränderungen zu reagieren", bringt Shinya Yamasaki die Strategie des japanischen Automatisierungstechnik-Anbieters auf den Punkt und ergänzt: „Dabei werden wir uns auf die Maschinenautomation als eine der Kernkompetenzen von Omron konzentrieren.“ Parallel zur neuen Sysmac-Plattform, die in Nürnberg das erstmals dem breiten Fachpublikum präsentiert wird, will Omron zur Erreichung seiner Ziele im großen Umfang in Mitarbeiter und Dienstleistungen investieren.

"Geplant ist, dass wir bis zum Jahr 2020 weltweit auf 3000 Applikationsingenieure zugreifen können", wird Yamasaki konkret. Zudem soll das globale Netzwerk strategischer Partner ausgeweitet werden. Schon heute arbeite man erfolgreich mit Unternehmen wie Microsoft, Intel, Hitachi, Panasonic oder Yamaha zusammen. Nicht zuletzt hat Omron bereits damit begonnen, globale Automationszentren als Dreh- und Angelpunkt für seine Automationsdienstleistungen einzurichten. Im Mittelpunkt stehen dabei die so genannten Tsunagi Laboratorien. Tsunagi ist japanisch und bedeutet sinngemäß Vernetzung. Entsprechend sollen diese Einrichtungen den Anwendern ein Maximum an Expertise bei Kommunikation und Software zur Verfügung stellen.

Interessant an der neuen Sysmac-Plattform von Omron ist unter anderem die Orientierung an europäischen Standards, sprich Ethercat als Systembus und volle Kompatibilität zur IEC 61131 bei der Programmierung. Auf die Frage, ob dies für ein japanisches Unternehmen nicht ungewöhnlich sei und ob es hierfür überhaupt genügend Akzeptanz auf dem heimischen Markt gibt, entgegnet Yamasaki: „Für die neue Automatisierungsplattform hat Omron - unabhängig von regionalen Präferenzen - auf die leistungsfähigsten Technologien weltweit gesetzt. Ethercat ist unbestritten das schnellste industrielle Netzwerk und die Programmierung nach IEC 61131 hat sich ohnehin bereits weltweit durchgesetzt.“

Was die Controller-Vernetzung betrifft, setzt Omron hingegen standardmäßig auf die Ethernet-Lösung des US-Marktführers Rockwell: Ethernet/IP. Nichts desto trotz ist man sich darüber bewusst, dass in Europa der Bedarf an Kommunikation auf der Basis von Profinet deutlich überwiegt. "Es wäre ziemlich unklug, wenn wir uns hier verschließen würden", so der Omron-Automatisierungschef. "Deshalb bieten wir schon mit der Markteinführung der Sysmac-Plattform auch die Profinet-Masterbaugruppen an."

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Die Sysmac-Plattform

Zur Wahl stehen CPUs für die Ansteuerung von 16, 32 oder 64 Achsen. Bei Anwendungen mit bis zu 32 Achsen ist eine Ansprechzeit kleiner 1 ms erreichbar.

© Omron

Sysmac steht für „System for Machine Automation Control“ und besteht im Kern aus einem neuen Maschinencontroller (Sysmac NJ), der Steuerung und Motion Control integriert und durchgängig vernetzbar ist. Weiterer Baustein des All-in-One-Steuerungssystems ist eine neue Software (Sysmac Studio) zur vollständigen Kontrolle des Automatisierungssystems einschließlich Konfiguration, Programmierung, Simulation und Überwachung.

Besonderes Merkmal des neuen Steuerungssystems ist laut Anbieter die nahtlose Integration aller Kernkompetenzen von Omron (Motion Control, Bildverarbeitung, Steuerung von Sensoren und Aktoren) in einer einzigen Plattform. Feldgeräte werden über ein Maschinennetzwerk (Ethercat) gesteuert. Auf Basis dieser neuen Architektur kann der Anwender seine Maschine mit nur einem System vollständig automatisieren, ohne in zusätzliche Prozessoren und Erweiterungen für Multiachssteuerungen investieren zu müssen.

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