Profibus International

Meinrad Happacher,

Energieeffizienz im Mittelpunkt

Am 15. und 16. Februar fand die 2. Konferenz der Nutzergruppe Profibus International in Karlsruhe statt. Zentrales Thema: Die Verknüpfung der Automation mit dem Thema Energieeffizienz.

© Profibus Nutzerorganisation e.V.

Prof. Dr. Klaus Töpfer, Bundesumweltminister außer Dienst, eröffnete mit seiner Keynote die von rund 250 Fachleuten besuchte Konferenz und spannte anschaulich den globalen Bogen über das Thema Energieeffizienz. Seiner Meinung nach sei das Life Cycle Management eines Produktes erst dann geglückt, „wenn kein Abfall mehr entsteht!“. Er appelliert daran, sich die Natur zum Vorbild zu nehmen: „Die Natur kennt keinen Abfall!“

Zum Ende seiner Rede geht Töpfer auf die vor zwei Jahren angestoßenen ProfiEnergy-Aktivitäten der Nutzergruppe ein, die ja zum Ziel haben, den Energieverbrauch von Fertigungseinrichtungen in Pausenzeiten zu minimieren. Seine an das Auditorium gerichtete Frage: „Warum ist darauf eigentlich nicht schon früher jemand gekommen?“

Dr. Andreas Uhl, Siemens, führt in das Thema ProfiEnergy ein. Er erläutert, wie das Profil insbesondere das Energiesparen in der Antriebstechnik unterstützt, wie sich die Schnittstelle hantieren lässt und welche Erweiterungen für zukünftige Anforderungen vorgesehen sind.

Markus Müller vom Institut für Automation und Industrial IT an der FH Köln gibt Einblicke in die Studie ProfiEnergy, die in Zusammenarbeit mit Mercedes-Benz und Volkswagen entstand und explizit das Einsparpotenzial in der Automobilindustrie beleuchtet. Im Rahmen der Studie wurden typische Lastgänge in Produktionsanlagen untersucht, der Energieverbrauch bis hinunter zur Endgeräteebene ermittelt, der Einfluss von Betriebszuständen auf den Energieverbrauch geprüft und die Produktionspausen in puncto Energieverbrauch analysiert. Als Quintessenz hält Müller fest: Es tut sich in den Anlagen tatsächlich ein Energie-Einsparpotenzial und eine Reduzierung der CO2-Emissionen von bis zu 33 Prozent auf. Allerdings sei eine Änderung der Anlagen-Konzepte nötig, um dieses Potenzial voll auszuschöpfen.

Frank Knafla von Phoenix Contact Electronics berichtet über eine detaillierte Energiedaten-Erfassung, die er und seine Mitarbeiter an einer Fertigungsanlage anhand von 426 Messpunkten durchführten. Aus seinen Ausführungen wird deutlich, dass es alles andere als trivial ist, den Ist-Zustand – sprich, den ursächlichen Verbrauch – der einzelnen Anlagenteile zu erfassen. Bei einer notwendigen Abtastrate von 10 ms, „generierten wir über 2,7 Mrd. Messwerte pro Acht-Stunden-Schicht“, vermittelt Knafla einen Eindruck von der Komplexität der Aufgabe. „Doch ohne diese Daten können sie ja gar nicht anfangen fundiert zu optimieren,“ begründet er den Aufwand für das letztendlich angestrebte Ziel eines konfigurierbaren Energie-Management-Systems.

Den Abschluss des ersten Kongresstages bildete die Podiumsdiskussion „Energiesparen in der Automatisierung“. Unter der Moderation von Professor Frithjof Klasen steckten die Teilnehmer aus Hersteller- wie Anwenderkreisen die Komplexität des Themas noch einmal ab (siehe Bilderstrecke).

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