Sercos Interface

Günter Herkommer,

Energieprofil für Sercos III

Die Nutzerorganisation Sercos International (SI) hat angekündigt, bis Mitte des Jahres ein Energieprofil für die Industrial-Ethernet-Lösung Sercos III – genannt Sercos Energy – fertig stellen zu wollen.

SI-Geschäftsführer Peter Lutz: „Mit Sercos Energy werden wir uns an ProfiEnergy der Profibus Nutzerorganisation anlehnen – auf einer solch übergeordneten Ebene hat es keinen Sinn, etwas komplett anderes zu machen.“

Sercos Energy soll dabei helfen, den Energieverbrauch von Maschinen und Anlagen in drei Teilbereichen zu reduzieren: Zum einen wird die Dauerlast im Stillstand reduziert, zum Zweiten wird der vom Prozess abhängige Verbrauch unter Berücksichtigung von Fertigstellungsterminen dynamisch angepasst (Teillastbetrieb) und zum Dritten wird während der Bearbeitung Energie durch Abschaltung nicht benötigter Komponenten eingespart (Teilmaschinenbetrieb).

Bei Sercos Energy handelt es sich um ein Profil der Applikationsschicht, das Parameter zur Reduzierung des Energieverbrauchs für Peripheriegeräte einheitlich und herstellerübergreifend definiert. Die Steuerung liest diese Standardparameter jeder Sercos-Energy-Komponente aus und erhält so Statusinformationen und detaillierte Verbrauchswerte. Abhängig von der jeweiligen Situation (zum Beispiel geplante oder ungeplante Pausen, aktuell nicht benötigte Maschinenkomponenten) kann die Steuerung die Peripheriegeräte gezielt in energiesparende Zustände - bis hin zur kompletten Abschaltung - versetzen, um so den Energieverbrauch deutlich zu reduzieren.

Neben der Ankündigung des Energieprofils hat Sercos International im Rahmen der Hannover Messe 2010 die Fertigstellung des „Sercos III Planning and Installation Guide" bekannt gegeben. Diese Richtlinie soll eine korrekte und vollständige Planung und Installation von Sercos-III-Netzwerken unterstützen, um einen störungsfreien Betrieb von Maschinen und Anlagen sicherzustellen. Dabei wird sowohl die Verkabelung mit Kupfer- als auch mit Lichtwellenleitern spezifiziert, jeweils unter Berücksichtigung der Schutzarten IP20 und IP65/67. Die Festlegungen basieren auf der internationalen Norm IEC 61918 (Verkabelung von Automatisierungsanlagen), ergänzt um ein Sercos-III-spezifisches Installationsprofil, das in der IEC 61784-5 genormt wird.

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