Profinet

Meinrad Happacher,

Der neue Profinet-Chip

Im Rahmen einer Pressekonferenz gab die Profibus Nutzerorganisation am 15. März einen Ausblick auf die Neuigkeiten zur diesjährigen Hannover Messe. Zwei Punkte stechen hierbei besonders hervor: Zum einen bringt Phoenix Contact jetzt einen eigenen Profinet-ASIC und zum anderen kommen die ersten PROFIenergy-Geräte auf den Markt.

Der Profinet-ASIC TPS1 (Tiger-ASIC) sollte eigentlich schon in 2008 Realität sein. Doch dann kam das Projekt ESANA dazwischen, bei dem insbesondere Siemens, das Institut Industrial IT und Phoenix Contact daran arbeiteten, das Profinet-Protokoll für den Einsatz in Liniensystemen zu optimieren, was die Performance betrifft. Die Änderungen zur Leistungssteigerung finden in der Spezifikation 2.3 Niederschlag, deren Verabschiedung für August dieses Jahres erwartet wird.

Der neue Baustein TPS1 „ist sowohl zur aktuellen als auch zur neuen Spezifikation 2.3 voll kompatibel und rundet das Technologie-Spektrum der beiden Siemens-ASICs Ertec 200 und Ertec 400 nach unten hin ab", umschreibt Volker Bibelhausen das Einsatzspektrum des von NEC gefertigten Bausteins.

Mit Gesamtanschaltungskosten, „die etwa bei 13 Euro liegen", peilt der Leiter des Geschäftsbereiches Automation bei Phoenix Contact vor allem einfache Ankopplungen kompakter Geräte und Antriebe an Profinet-Steuerungen an.

In Abstimmung mit Siemens sollen im September 2010 erste Prototypen des TPS1 zur Verfügung stehen. Die Serienproduktion ist ab dem 3. Quartal 2011 vorgesehen. Den Vertrieb des Chip übernimmt das Tochterunternehmen KW Software.

Erste PROFIenergy-Geräte

Die Profibus Nutzerorganisation (PNO) hat sich vor rund einem Jahr auf die Fahnen geschrieben, unter dem Begriff PROFIenergy ein abgestimmtes und standardisiertes Vorgehen bezüglich des Energiemanagements von Fertigungseinrichtungen umzusetzen. Sprich: Anlagen und Anlagenteile sollen sich nicht mehr nur in produktionsfreien Zeiten - wie am Wochenende oder in den Werksferien - abschalten beziehungsweise in einen Schlafmodus versetzen lassen, sondern auch in kurzen sowie in ungeplanten Pausen.

Die PNO hat gemeinsam mit ihren Mitgliedsunternehmen zum Januar 2010 ein entsprechendes Profil für Profinet erarbeitet und damit den Startschuss für die Entwicklung entsprechender Produkte gegeben.

Zur Hannover Messe stellt Phoenix Contact mit den modularen Gigabit-Switches erste Geräte mit implementiertem PROFIenergy-Profil vor. Und auch Siemens zeigt mit dem Simatic ET 200S Powermodul ein erstes entsprechendes Gerät für das dezentrale Peripheriesystem Simatic ET200S.

Für die Simatic-Steuerungen wird es nachladbare Funktionsbausteine geben, mit denen die Anwender die PROFIenergy-Funktionen realisieren  und die Peripherie entsprechend schalten können. Für die Peripherie soll es fertige Module mit PROFIenergy on board geben.

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