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Artikel und Hintergründe zum Thema

Q.ANT auf der Hannover Messe

Inka Krischke,

Prothesen, Exoskelette und Avatare mit Nervensignalen steuern

Mit dem Magnetfeldsensor vom Stuttgarter Quantentechnologie-Unternehmen Q.ANT lassen sich feinste elektrische Ströme über deren Magnetfeld einfacher und präziser messen als bisher. Damit ist erstmals der native und intuitive Zugang zu Biosignalen möglich.

Der Magnetfeldsensor ist nur so groß wie ein Sonnenbrillen-Etui. Er wird weiter miniaturisiert und künftig direkt in Prothesen verbaut.

© QANT

Der alltagstaugliche Miniatursensor kann nun beispielsweise Prothesen über Muskelsignale steuern und die Sensorik in der Medizintechnik auf ein neues Niveau heben. Was noch in ihm steckt und welche industriellen Anwendungsbereiche davon profitieren können, zeigt Q.ANT auf der Hannover Messe.

Quantensensorik gilt neben Quantencomputing als Katalysator industriellen Fortschritts. Ein Beispiel ist der Magnetfeldsensor von Q.ANT. »Die Quantensensorik ist ein Game-Changer für die Industrie. Für unseren Sensor kommen zahlreiche Anwendungsbereiche in Betracht, sei es in der Medizintechnik, der Elektronik- oder der Automobilindustrie. Mit ihm lassen sich feinste elektrische Ströme und daraus resultierende Magnetfelder messen. Wir schaffen hier etwas ganz Neues und das wird in vielen Branchen zu einem Umdenken führen. Die Anwendungen reichen von der Qualitätssicherung von Festplatten bis zum Identifizieren von Fehlströmen in Leistungschips oder Batterien, selbst Maschinen und Geräte dürften sich irgendwann durch Gedanken steuern lassen können«, sagt Dr. Michael Förtsch, CEO von Q.ANT.

Der Magnetfeldsensor ermöglicht die Messung kleinster Magnetfelder im Picotesla-Bereich, was einem Millionstel des Erdmagnetfelds entspricht – unter Alltagsbedingungen. Andere technische Lösungen erreichen dem Anbieter zufolge einen vergleichbaren Empfindlichkeitsbereich nur in besonderen Laborumgebungen und durch Abkühlung der Sensoren auf den absoluten Nullpunkt (-273 °C) oder durch Aufheizen auf +150 °C. Der Magnetfeldsensor von Q.ANT ist dagegen empfindlich genug, um sogar menschliche Muskelsignale in Nervenbahnen zu detektieren. Den Nachweis erbringt Q.ANT auf der Hannover Messe: Das Unternehmen zeigt an einem Aufbau mit einer Handprothese, wie der Magnetfeldsensor die Signale der menschlichen Muskulatur erkennt und sie an die Prothese überträgt, die sich daraufhin binnen Millisekunden zur Faust schließt.

Die Kombination aus Sensitivität, minimaler Größe und Betrieb bei Raumtemperatur ohne direkten Körperkontakt machen den Sensor bereits heute alltagsreif. In der Prothesensteuerung funktionieren magnetische Signale präziser und zuverlässiger als elektrische, die beispielsweise durch Schweiß oder Haare auf der Haut gestört werden können. Darüber hinaus lässt sich der Sensor in der Rehabilitation zur Muskeltrainingssteuerung oder in der Diagnostik von Muskeldysfunktionen einsetzen. So könnten sich damit neuronale Störungen erkennen oder die Diagnostik bei Querschnittslähmungen verbessern lassen. Auch Exoskelette lassen sich intuitiv steuern und tragen zur Arbeitssicherheit bei. Für die Telemedizin wäre sogar denkbar, in Zukunft damit Avatare im Metaverse zu steuern.

Q.ANT ist ein 2018 als Spin-off von Trumpf gegründetes Hightech-Start-Up, das photonische Quantentechnologien vorantreibt und industrialisiert, und dadurch die Grenzen zu neuen Anwendungsfeldern und Prozessen verschiebt. Das Unternehmen arbeitet an Technologien zur Datengenerierung und Datenverarbeitung. Dafür entwickelt Q.ANT Quantensensoren und Photonische Prozessoren. Mit den vier Produktlinien Photonic Computing, Particle Metrology, Atomic Gyroscopes und Magnetic Sensing ist Q.ANT ein Partner für unterschiedlichste Branchen und Anwendungsfelder, die von Medizintechnik über Autonomes Fahren bis hin zu Luft- und Raumfahrt, Maschinenbau und Prozesstechnik reichen. Q.ANT beschäftigt rund 100 Mitarbeiter am Standort Stuttgart.

Hannover Messe: Halle 2, Stand A31

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