ABB
Umsatz wächst, Aufträge sinken
ABB hat die Konzernzahlen für das 2. Quartal 2015 bekannt gegeben: Während der Umsatz auf Vergleichsbasis um 3 % stieg, ging der Auftragseingang um 4 % zurück.
Die Nachfrage in den drei großen Kundensegmenten von ABB – Versorgungsunternehmen, Industriekunden sowie Infrastruktur- und Transportsektor - war allgemein etwas verhaltener als im ersten Quartal 2015 und spiegelte CEO Ulrich Spiesshofer zufolge die fortgesetzten makroökonomischen Unsicherheiten und Herausforderungen auf vielen Märkten wider.
So ging der Auftragseingang im Berichtsquartal auf Vergleichsbasis um insgesamt 4 % zurück (Rückgang um 15 % in US-Dollar). Die Aufwertung des US-Dollars gegenüber der Vorjahresperiode führte beim gebuchten Auftragseingang zu einem negativen Umrechnungseffekt von 9 %. Veräußerungen wirkten sich mit 2 % negativ aus. Geografisch betrachtet, legte der Auftragseingang in Europa zu, angeführt vom zweistelligen Wachstum in Italien, Großbritannien, Norwegen, der Schweiz und Schweden. Auf dem amerikanischen Kontinent verringerte sich der Auftragseingang gegenüber dem Vorjahresquartal. In Asien, dem Nahen Osten und Afrika (AMEA) blieb der Auftragseingang konstant, da Zuwächse in Ländern wie Indien, Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Australien die rückläufige Nachfrage in China ausgleichen konnten. Serviceaufträge machten 18 % des gesamten Auftragseingangs aus (17 % im Vorjahreszeitraum).
Der Umsatz stieg im zweiten Quartal 2015 auf Vergleichsbasis um 3 % (Rückgang um 10 % in US-Dollar) und lag in allen Divisionen auf Vorjahresniveau oder höher. Dies wird vor allem darauf zurückgeführt, dass der zu Quartalsbeginn höhere Auftragsbestand erfolgreich abgearbeitet wurde. Die Aufwertung des US-Dollars gegenüber der Vorjahresperiode hatte beim gebuchten Umsatz einen negativen Umrechnungseffekt von 10 % zur Folge, während sich Veräußerungen mit 3 % negativ auswirkten. Im Servicegeschäft erhöhte sich der Umsatz um insgesamt 9 % und steuerte 17 % zum Gesamtumsatz bei (16 % in der Vorjahresperiode).
Die Divisionen im Einzelnen
Industrieautomation und Antriebe: Großaufträge zogen im Berichtsquartal aufgrund der regen Nachfrage nach energieeffizienten Lösungen im Schienenverkehr an. Diese Zuwächse konnten den insbesondere in China und den USA zu verzeichnenden Rückgang von Basisaufträgen für Standardprodukte wie Motoren und Antriebe ausgleichen, die in der Öl- und Gasindustrie und anderen Prozessindustrien eingesetzt werden. Der Umsatz wuchs bei der Abwicklung von Aufträgen aus dem höheren Auftragsbestand, wobei Lieferungen in den Bereichen Schienenverkehr und Robotik den Hauptanteil bildeten.
Niederspannungsprodukte: Der Auftragseingang verbesserte sich infolge erfolgreicher Wachstumsinitiativen zur stärkeren Durchdringung wichtiger Absatzkanäle und zur Expansion in Wachstumsmärkte wie die Gebäudeautomation. Hierdurch konnten die Auswirkungen der herausfordernden Marktbedingungen in China und den USA mehr als kompensiert werden. Auch der Absatz von Produkten von Thomas & Betts außerhalb von Nordamerika und der Wachstumsfokus der Division auf Schwellenmärkte trugen zum Auftragsplus bei. Gestützt auf das Produkt- und Systemgeschäft, legte der Umsatz in allen Regionen zu.
Prozessautomation: Der Auftragsrückgang hier wird vor allem auf verringerte nicht betriebsnotwendige Ausgaben im Öl- und Gassektor und auf rückläufige Marineaufträge in diesem Bereich zurückgeführt (zum Beispiel für Bohrschiffe). Das Bergbau- und Metallgeschäft bewegte sich weiterhin auf niedrigem Niveau. Diese Trends schlugen sich entsprechend in der regionalen Auftragsentwicklung nieder. Auf dem amerikanischen Kontinent war der Auftragsrückgang vor allem durch die schwache Nachfrage in der südamerikanischen Bergbauindustrie und im nordamerikanischen Schiefergasgeschäft bedingt, während sich in AMEA die rückläufigen Marineaufträge und in Europa der Auftragsrückgang in der Offshore-Öl- und Gasindustrie auswirkten. Der Umsatz blieb weitgehend auf Vorjahresniveau.
Energietechnikprodukte: Sowohl Großaufträge als auch Basisaufträge blieben in der Berichtsperiode konstant. Das Auftragsplus in Europa, angeführt von Deutschland, Italien und Großbritannien, konnte den Auftragsrückgang auf dem amerikanischen Kontinent und in AMEA kompensieren. Auch der Umsatz war stabil.
Energietechniksysteme: Der Auftragseingang gab gegenüber dem Vorjahresquartal nach, in dem die Division einen Stromübertragungsauftrag über 400 Millionen US-Dollar in Kanada erhalten hatte. Auftragszuwächse in Europa und AMEA, insbesondere im Nahen Osten, konnten die rückläufigen Aufträge auf dem amerikanischen Kontinent weitgehend kompensieren. Das Umsatzwachstum beruhte hauptsächlich auf der Abarbeitung des Auftragsbestands.













