ABB

Inka Krischke,

Ziele für Umsatzwachstum nach unten revidiert

Die schweizerische Firma ABB hat im Rahmen ihres Capital Markets Day am 9. September die Wachstumsziele für 2015 bis 2020 gesenkt. Grund seien die geringeren makroökonomischen Erwartungen.

"Die Maßnahmen, die wir heute bekanntgeben, werden zusätzlichen Wert für unsere Kunden schaffen", sagte CEO Ulrich Spiesshofer. "Gleichzeitig werden wir uns als Team insgesamt schlanker, schneller und beweglicher aufstellen."

© ABB

Die durchschnittlich erwartete Wachstumsrate beim Ergebnis beträgt nun 3 bis 6 Prozent pro Jahr für den Zeitraum von 2015 bis 2020. Bislang galten 4 bis 7 Prozent als Maßgabe. Treibende Faktoren für diese Veränderung sind laut CEO Ulrich Spiesshofer die wie erwartet weiter tiefen Ölpreise, Anzeichen für ein insgesamt verlangsamtes Wachstum der industriellen Produktion sowie eine schwächer als noch 2014 prognostizierte Entwicklung der Wachstumsmärkte.

Gleichzeitig hat ABB angekündigt, die zweite Stufe der „Next-Level-Strategie“ mit einer Neuausrichtung der Divisionen zu starten. Ziel sei es, Kundenanforderungen besser und zielgerichteter gerecht zu werden und dadurch das organische Wachstum weiter voranzutreiben. ABB plant, Kosteneinsparungen im Angestelltenbereich in Höhe von einer Milliarde US-Dollar sowie Freisetzung von Barmitteln von zwei Milliarden US-Dollar zu erzielen.

Dazu wird ABB ab 1. Januar 2016 mit vier statt bisher fünf Divisionen schlanker aufgestellt sein:

Vier statt fünf Divisionen

Die neugeschaffene Division Stromnetze wird sich auf „Energieversorgung und Automation für das Netz“ („power and automation for the grid“) spezialisieren.

Die neue Division Elektrifizierungsprodukte kombiniert die Nieder-und Mittelspannungsprodukte von ABB. Die Divisionen Industrieautomation und Antriebe und Prozessautomation werden angepasst, um die Bedürfnisse der Kunden besser abzudecken und ihre Effizienz zu steigern.

Die Division Stromnetze umfasst neben Gleich-und Wechselstrom- sowie Netzautomatisierungslösungen des Konzerns auch das Geschäft mit Transformatoren und Hochspannungsprodukten. Die neue Division erzielte 2014 auf Pro-forma-Basis einen Umsatz von rund 12,6 Mrd. US-Dollar, ein operatives EBITA von etwa 600 Millionen US-Dollar sowie eine EBITA-Marge von 4,7 Prozent. Die Division beschäftigt rund 39.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Die Division Elektrifizierungsprodukte wird Mittelspannungsprodukte umfassen ebenso wie Leistungsschalter, Schutzschalter und Steuerungssysteme, Leittechnik, Bauprodukte, Niederspannungssysteme sowie die Thomas & Betts-Aktivitäten. Auf Pro-forma-Basis erzielte die Division Elektrifizierungsprodukte 2014 einen Umsatz von rund 10,6 Mrd. US-Dollar, ein operatives EBITA von rund 1,7 Milliarden US-Dollar und eine operative EBITA-Marge von 16,3 Prozent. Die Zahl der Beschäftigten lag bei etwa 42.000.

Alle ABB-Lösungen im Bereich Leittechnik werden in die Division Prozessautomation integriert und über eine einheitliche Schnittstelle in die verschiedenen Endmärkte geliefert. Auch das Geschäft mit Prozessleitsystemen (Distributed Control System) der Division Energietechniksysteme sowie das Geschäft mit Automatisierungstechnik (Programmable Logic Controller) der Division Industrieautomation und Antriebe werden in die neue Division eingegliedert.

In der operativen Leitung des Unternehmens gelten ab dem 1. Januar 2016 die folgenden Veränderungen:

Claudio Facchin, derzeit verantwortlich für die Energietechniksysteme, wird für die neue Division Stromnetze verantwortlich zeichnen. Tarak Mehta, gegenwärtig Chef der Division Niederspannungsprodukte, wird die neue Division Elektrifizierungsprodukte leiten. Bernhard Jucker, momentan Leiter der Division Energietechnikprodukte, wird die Verantwortung für die Region Europa sowie die Funktion des Präsidenten des neu gebildeten Divisional Transformation Teams übernehmen. Veli-Matti Reinikkala, gegenwärtig Verantwortlicher der Region Europa, geht nach 22 Jahren im Unternehmen in den Ruhestand.

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