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Artikel und Hintergründe zum Thema

Industrie 4.0

Meinrad Happacher,

Der 19. ICC bei Phoenix Contact

Wie werden die industriellen Anlagen in einer Industrie 4.0 aussehen? Wie arbeiten Mensch und Maschine zukünftig zusammen? Unter diesen Fragestellungen stand der 19. Industrial Communication Congress bei Phoenix Contact.

Rund 250 Teilnehmer folgten dem Ruf von Phoenix Contact nach Bad Pyrmont.

© Computer&AUTOMATION

"Anfangs war ich sehr zögerlich, was das Thema Industrie 4.0 betrifft", beginnt Hans-Jürgen Koch seinen Leitvortrag. Doch die Skepsis schlug bei dem Leiter der Business-Unit Control Systems bei Phoenix Contact mittlerweile in Begeisterung um: "Befasst man sich intensiver mit Industrie 4.0, kristallisieren sich die großen Chancen klar heraus!". Trotz der positiven Grundstimmung mag aber auch Koch nicht verhehlen, dass sich das Thema Industrie 4.0 derzeit in einer ausgesprochenen Hype-Phase befindet und die Branche erst noch "den Pfad der Erleuchtung" finden muss. Koch: "Heute kann noch keiner genau sagen, wohin die Reise geht!" Ersichtlich sei allerdings, dass die bis dato gültige Automatisierungspyramide gesprengt sei und einer flachen Vernetzungshierarchie weiche. Dies führe insbesondere dazu, dass sich die Automatisierer, die Maschinenbauer und die IT-Unternehmen neu sortieren müssen.

Um von dem Hype-Status möglichst gut in den Realisierungsmodus zu gelangen, sei es nun an der Zeit, das Thema mit einer gewissen "Konkretisierung" zu füllen. Für Koch steht ganz oben auf der To-do-Liste, eine durchgängige Kommunikation zu schaffen, die interoperabel und deterministisch – kleiner gleich 1 ms – gehalten sein muss und zudem die Unterstützung einer dynamischen Konfiguration erlaubt. Kurzum: Er fordert die Etablierung einheitlicher Layer 1 und 2 des ISO/OSI-Modells.

Aber was bedeutet der Trend Industrie 4.0 aktuell für die Unternehmen? In erster Linie bedeute er Antizipation. Die Unternehmen sind heute in der schwierigen Situation, "dass sie System-Konzepte so auslegen müssen, dass die nicht bekannten Anforderungen von morgen bereits abgedeckt sind", sagt Koch. "Es ist durchaus Querdenken gefragt. Gegebenenfalls müssen Sie Lösungen kreieren, für die es heute noch gar kein Problem gibt!"

Ganz generell müssten die Unternehmen mit einer schnelleren Veränderung der Märkte und Produkte rechnen, was insbesondere der Etablierung der Embedded Software geschuldet sei. "Die Unternehmen sind gefordert, ihre Strategie- und Geschäftsmodelle sowie die Unternehmensorganisation auf Industrie 4.0 auszurichten". Ein Beispiel: Die bisherige Trennung von Entwicklung, Test, Produktionsplanung, Fertigung und Service sei nicht mehr haltbar. Hier gelte parallel statt sequentiell. Diese multidisziplinäre und parallele Entwicklungsweise der Systeme wiederum bringe mit sich, dass die Projektstrukturen über die heutigen Standardstrukturen hinausgingen und unter anderem Verantwortliche für das Engineering von Systemen nötig seien – alles tiefgreifende Veränderungen, die sich nicht aussitzen ließen: "Die Industrie 4.0 wird kommen, sie ist nicht mehr aufzuhalten!", ist Koch überzeugt.

Dr. Werner Herfs von der RWTH Aachen vertieft die technologischen Aspekte und zählt vier Dinge auf, die seiner Meinung nach für eine neue Systemarchitektur der Automatisierungstechnik nötig seien: Zunächst seien dies  Modelle, die ein zu beeinflussendes beziehungsweise zu interpretierendes Produktionssystems technisch repräsentieren. Ergänzend brauche es Algorithmen, die eine Interpretation dieser Modelle, des internen Zustands und der sensorischen Eingaben ermöglichen. Weiter bedürfe es einer Systemarchitektur die überhaupt kognitiven Verhalten der Produktion ermögliche. Und last not least sei ein Engineering nötig, das ein Erzeugen des kognitiven Systemverhaltens der Systemmodelle erlaubt.

Prof. Oliver Niggemann vom Institut für industrielle Informationstechnik geht auf einen technologischen  Aspekt näher ein: Die Modellierung. "Die Automatisierungssysteme von morgen müssen explizites Wissen über die Produkte und die Produktion haben", ist er sich sicher. Ein Wissen, das sich nur über eine Modellierung der Prozesse erreichen lasse.  Aber wie kommt man zu solchen Modellen? Anhand von Beispielen aus der Modellfabrik in Lemgo zeigt Niggemeier in seinem Vortrag auf, wie sich Modelle "lernen" lassen. Generell erachtet Niggemann das Thema Modellierung als so wichtig an, dass sich im Rahmen der Plattform Industrie 4.0 eine Arbeitsgruppe exklusiv mit dem Thema odellierung zwecks Beherrschung komplexer Systeme befassen sollte.

 

 

 

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Jahr 2013 von Phoenix Contact

Traditionell gibt Firmenchef Klaus Eisert auf dem ICC die Geschäftszahlen des vergangenen Jahres bekannt. "Das Jahr 2013 geht nicht als Rekordjahr in die Firmengeschichte von Phoenix Contact ein", sagt Eisert einleitend und beziffert das Wachstum mit 2,6 Prozent von 1,59 Mrd. Euro Umsatz auf 1,64 Mrd. Euro. "Zwar müsste eigentlich eine Fünf vor dem Komma stehen", aber währungstechnisch bleibe letztlich unter dem Strich eine Zwei übrig. Phoenix Contact hat mittlerweile 12.900 Mitarbeiter und erwirtschaftet 70 Prozent des Umsatzes im Ausland.

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