Deutsche Telekom

Meinrad Happacher,

Campus-Angebote für die Industrie

Die Deutsche Telekom kündigt jetzt zwei Campus-Netz-Angebote für Unternehmen an. Neu ist: Es soll auch der Mittelstand von den Angeboten profitieren. Und: Es gibt Edge-Cloud-Lösungen für die Datenverarbeitung in Echtzeit.

Edge Computing von der Telekom: In der Kombination mit dem Mobilfunk sollen sich ab 2020 auch mit 4G-Netz Reakionszeiten von weniger als 10 ms innerhalb des Firmengeländes realisieren lassen.

© Deutsche Telekom

Die Deutsche Telekom geht  ab 2020 mit zwei neuen Mobilfunk-basierten Produkten für die Industrie an den Markt. Nach erfolgreichen Pilotprojekten bei Osram, ZF Friedrichshafen und BorgWarner (Ungarn) soll es im nächsten Jahr Produktvarianten für Großkunden und den Mittelstand geben. Die Kunden können dann wählen zwischen den Varianten Campus M und Campus L. 

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Campus-Netz „M“ wie Mittelstand

Der Aufbau und Betrieb von dedizierten Netzwerken ist aufwendig. Daher entwickelt die Telekom speziell für den deutschen Mittelstand das Produkt Campus M. Die Versorgung des Firmengeländes erfolgt dabei über das öffentliche Netz. Wichtig ist eine gewährleistete Mobilfunkabdeckung bis in jeden Winkel des Firmengeländes. Bei Bedarf soll dies durch extra Antennen auf dem Gelände und in den Gebäuden sichergestellt werden. Die Daten gehen logisch getrennt vom öffentlichen Netz an den oder die verarbeitenden Rechner. Ähnlich wie im Festnetz nutzt das Unternehmen dann ein virtuelles privates Netzwerk (VPN). Durch vereinbarte Quality-of-Service Komponenten kann Campus M für unterschiedliche Kundenbedarfe angepasst werden. So stellt eine Priorisierung des privaten Datenverkehres in Überlast-Situationen einen reibungslosen Produktionsablauf sicher.

Campus-Netz L

Die Variante Campus L umfasst ein eigenes, privates Mobilfunknetz mit zugesicherten Netzressourcen auf dem Firmengelände. Diese Lösung richtet sich vor allem an Großkunden. Sie beinhaltet nicht nur den Aufbau einer Mobilfunk-Antenne. Zusätzlich erhält der Kunde einen eigenen Server auf dem Firmengelände, der das Backend für die private Netzinfrastruktur abbildet. Auf diese Weise verlassen die Daten den Campus nicht.

Bei beiden Campus-Netz-Lösungen versorgen die Mobilfunk-Antennen das Firmengelände mit einem privaten Netz. Parallel dazu machen sie auch das öffentliche Mobilfunknetz mit gleicher Signalstärke auf dem Campus verfügbar. Diese Ressource steht beispielsweise den Mitarbeitern oder Dienstleistern auf dem Firmengelände zur Verfügung, die keinen Zugang zum privaten Netz haben. Die Versorgung des Geländes wird an die Kundenbedürfnisse angepasst und gemeinsam mit ihm geplant. Dadurch soll sichergestellt werden, dass Produktionsabläufe und -prozesse problemfrei unterstützt werden.

Datenverarbeitung durch „Edge in the Box“

Einige unternehmenskritische Anwendungen erfordern Reaktionen in Echtzeit. Dafür wird die Telekom auch ein Produkt für Edge Computing anbieten: die Edge-Compute-Plattform. Die Kombination aus Mobilfunknetz und Edge Computing sorgt für Reaktionszeiten im Netz von unter 10 ms - auch im 4G-Netz. „Mit der ‘Edge in the box‘ bieten wir die perfekte Erweiterung zu den Campus-Netzen“,  betont Telekom-Vorstand und T-Systems-Chef Adel Al-Saleh. Die Telekom testet gerade einen Prototypen gemeinsam mit Partnern. Der Test läuft in der 5G-Fabrik im „Center Connected Industry“ auf dem Campus der RWTH-Aachen. 2020 soll der kommerzielle Einsatz der Edge-Compute-Plattform starten.  

Edge Cloud aus dem Netz

Die Telekom richtet zudem vier Edge-Cloud-Rechenzentren für das Mobilfunknetz ein. Diese Ressourcen bietet die Telekom zukünftig sowohl für Campus L als auch für Campus M zusätzlich an. Beim Produkt Campus L ist die Edge Cloud Back-Up für die lokale Edge-Plattform. Das sichert den Betrieb der Edge-Anwendungen selbst bei einem lokalen Ausfall. Mit den neuen Rechenzentren können aber auch Campus M Kunden latenzkritische Anwendungen betreiben. Sie benötigen damit kein spezielles Rechenzentrum auf dem eigenen Werksgelände. Die Telekom bietet ihnen einen gemanagten Service als Zusatzoption. Der Mittelstand profitiert so von zusätzlichen Services, ohne in eigene Infrastruktur zu investieren.

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