Recruiting-Studie 2025/26
Berufserfahrung bleibt im Recruiting oft ungenutzt
Die Best-Recruiters-Studie 2025/26 untersucht die Recruiting-Qualität von 517 Arbeitgebern in Deutschland. Die Ergebnisse zeigen Defizite bei Entgelttransparenz, KI-Kommunikation und der Ansprache erfahrener Bewerbender.
Erfahrene Fachkräfte werden im Bewerbungsprozess weiterhin häufig nicht ausreichend berücksichtigt. Eine Analyse mit zwei vergleichbaren Bewerbungen auf eine Führungsposition zeigte, dass die berufserfahrene Person nicht häufiger zu einem Gespräch eingeladen wurde als die weniger erfahrene Vergleichsperson.
Nur 34 % der untersuchten Arbeitgeber sprechen auf ihren Karriere-Websites gezielt Menschen mit Berufserfahrung an. Konkrete Fördermaßnahmen für Beschäftigte über 50 Jahre finden sich lediglich bei 2 % der Unternehmen.
„Ältere und somit erfahrene Bewerbende werden häufig übersehen, selbst wenn sie die optimalen Qualifikationen mitbringen. Potenziale werden so oft nicht genutzt“, sagt Studienleiter Christian Pasteka.
Digitale Prozesse verbessern sich
Die digitale Kommunikation von Arbeitgebern entwickelt sich weiter. Social Media erreicht in der Studie mit 68 % den höchsten Wert innerhalb der Kategorien und verbessert sich gegenüber dem Vorjahr um 16 Prozentpunkte.
Auch die mobile Nutzbarkeit von Karriere-Websites steigt: Der Durchschnittswert verbessert sich von 47 % auf 59 %. Beim Talent Relationship Management, darunter Talentpools, Alumni-Netzwerke oder Kooperationen mit Bildungseinrichtungen, steigt der Wert auf 51 %.
Trotz der Fortschritte bleiben Rückmeldungen und persönliche Kommunikation im Bewerbungsprozess wichtige Faktoren. „Der technisch einfachere Einstieg ist erfreulich, aber Candidate Experience endet nicht mit dem Absenden der Bewerbung. Bewerbende brauchen weiterhin Ansprechpersonen, verlässliche Rückmeldungen und respektvolle Kommunikation bis zum Abschluss des Prozesses“, erklärt Christian Pasteka.
Studie zeigt Lücken bei Recruiting und Transparenz
Die Transparenz bei Gehältern bleibt gering. 95 % der untersuchten Stellenanzeigen enthalten weder eine konkrete Entgeltangabe noch eine Gehaltsspanne.
Lediglich 1,9 % der Anzeigen nennen eine Gehaltsspanne, weitere 3,1 % einen festen Betrag. Damit bietet nur etwa jede zwanzigste Ausschreibung finanzielle Orientierung.
Benefits werden dagegen in 86 % der Stellenanzeigen genannt. Gleichzeitig beschränkt nur etwa die Hälfte der Anzeigen ihr Anforderungsprofil auf maximal zehn Punkte.
KI-Einsatz wird selten erklärt
Auch beim Umgang mit künstlicher Intelligenz sehen die Studienautoren Nachholbedarf. Eine Anfrage zu KI im Arbeitsalltag und zu Schulungsangeboten beantworteten 71 % der angeschriebenen Arbeitgeber nicht.
Von den Unternehmen, die KI im Recruiting einsetzen, wird die Technologie vor allem zur Erstellung von Stellenanzeigen, Recruiting-Texten und Kommunikationsinhalten verwendet. In Deutschland liegt zudem ein stärkerer Fokus auf Active Sourcing und der Identifikation potenzieller Kandidatinnen und Kandidaten.
Nur sieben von 517 Arbeitgebern informieren auf ihren Karriere-Websites über KI-Qualifizierungsangebote.
„Künstliche Intelligenz ist noch eine große Blackbox: Bewerbende werden häufig über den Einsatz dieser Zukunftstechnologie im Dunkeln gelassen“, so Pasteka.










