Tipps vom Coach

Prof. Dr. Alexander Koeberle-Schmid | Andrea Gillhuber,

Geregelte Übergabe an die nächste Generation

Wie lässt sich der Generationen-Konflikt überwinden? Coach Prof. Dr. Alexander Koeberle-Schmid gibt Tipps für eine erfolgreiche Unternehmensübergabe.

© Mongkolchon/stock.adobe.com

In der Unternehmensübergabe gleicht der Übergang von einem Generationen-Tandem einer Drehtür. Wie die gleichzeitige Bewegung in der Drehtür den Übergeber und Nachfolger beeinflusst, so bestimmt auch das Maß des Loslassens und Übernehmens, wie effektiv der Generationswechsel gelingt. So fällt es Übergebern leichter, loszulassen, wenn sie sehen, dass der Nachfolger übernehmen kann und will – die Durchsetzungskraft des Nachfolgers ist entscheidend. Auch die Miterbeiterbindung ist ein wichtiges Kriterium: Der Nachfolger muss die Mitarbeitenden für sich gewinnen, um den Senior dazu zu bewegen, einen Schritt zurückzutreten.

Perspektiven für den Übergeber

Ein erfolgreicher Übergabeprozess erfordert, dass der Übergeber eine klare Perspektive für den Ruhestand entwickelt. Antworten auf Fragen wie Träume, Ziele, Sorgen und Tätigkeiten schaffen eine Grundlage für ein gelungenes Loslassen. Für den Übergebenden gilt es sich über folgende Punkte klarzuwerden:

  • Träume und Ziele: Identifikation und Umsetzung persönlicher Träume und Ziele nach der Übergabe.
  • Sorgen und Zweifel: Umgang mit Ängsten und Zweifeln bezüglich des Ruhestands.
  • Einbindung: Klare Vorstellungen, welche Rolle der Übergeber nach der Übergabe noch spielen möchte.
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Aktive Gestaltung der Nachfolge

Damit der Übergang reibungslos verläuft, sollten Nachfolgende ihre Vorgänger unterstützen und alternative Tätigkeiten außerhalb des Unternehmens fördern. Eine Liste an möglichen Aktivitäten:

  • Neue Tätigkeiten für den Übergeber: Suche nach sinnvollen und produktiven Aktivitäten außerhalb des Unternehmens.
  • Beratungsvertrag: Angebot eines Beratervertrags mit klaren Konditionen.
  • Einbindung in Gremien: Einrichtung eines Beirats oder Aufsichtsrats mit dem Übergeber als Mitglied.
  • Gemeinnütziges Engagement: Übernahme von Verantwortung für gemeinnützige Projekte.
  • Familienaktivitäten: Aktivierung von Familienmitgliedern, um dem Übergeber eine erfüllende Freizeit zu ermöglichen.

Schlüssel zur Konfliktlösung

Der Generationenwechsel ist geprägt von einem Zusammenspiel zwischen Loslassen und Übernehmen. Konflikte lassen sich durch klare Kommunikation und regelmäßige Gespräche verhindern.

  • Entscheidungsprozesse: Wichtige Entscheidungen sollten unter vier Augen besprochen werden, um Einigkeit zu demonstrieren.
  • Rückgängigmachung von Entscheidungen: Bei Unstimmigkeiten sollte der Junior eigenständig erklären, warum eine Entscheidung rückgängig gemacht wird.
  • Nachfolge-Jour-Fixe: Regelmäßige offene Gespräche schaffen Raum für eine Lösungsfindung.

Ein erfolgreicher Generationenwechsel erfordert Engagement, Verständnis und die Bereitschaft beider Seiten, aktiv am Prozess teilzunehmen.

Der Autor

© Ulrich Hartmann

Prof. Dr. Alexander Koeberle-Schmid ist Konfliktversteher für Familienunternehmen und Unternehmerfamilien, Inhaberstrategie-Berater, Mediator (BM), Familienunternehmens-Coach (ICF) und INTES Stiftungsprofessor für Unternehmerfamilien und Familienunternehmen an der Digital Business University (DBU).

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