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Artikel und Hintergründe zum Thema

EU-weites Patentrecht

Stefan Kuppinger,

Fast alle ziehen an einem Strang

Der Wettbewerbsfähigkeitsrat der EU hat der so genannten „verstärkten Zusammenarbeit“ von 25 der 27 Mitgliedsstaaten zur Schaffung eines EU-Patents zugestimmt. Damit ist der Weg zu einem einheitlichen Patentschutz in den meisten EU-Staaten frei. Spanien und Italien beteiligen sich nicht an der verstärkten Zusammenarbeit.

© Computer&AUTOMATION

Verhandlungen über ein EU-weites Gemeinschaftspatent waren jahrelang insbesondere an der Sprachenregelung gescheitert: Spanien und Italien blockierten das geplante EU-Gemeinschaftspatent mit Übersetzungen in die drei Amtssprachen des Europäischen Patentamts (Englisch, Französisch, Deutsch). Daraufhin einigten sich zunächst zwölf EU-Mitgliedsstaaten im Dezember 2010 auf den Weg der verstärkten Zusammenarbeit, dem sich weitere Mitgliedsstaaten angeschlossen haben. „Die Zustimmung des Wettbewerbsfähigkeitsrat ist ein Meilenstein nach den jahrzehntelangen Bemühungen um europaweiten Patentschutz“, betonte VDMA-Rechtsexperte Christian Steinberger.

Maschinenbau braucht einen besseren Innovationsschutz

Bereits 2005 nannten bei einer VDMA-Umfrage die Hälfte der Firmen die hohen Kosten als Grund für die Nichtanmeldung von Schutzrechten. Derzeit führen vor allem die erheblichen Übersetzungskosten dazu, dass die Patentierung einer Erfindung in der EU erheblich teurer ist als in den USA oder Japan. „Das ist gerade für mittelständische europäische Unternehmen ein Wettbewerbsnachteil gegenüber Konkurrenten aus diesen Ländern. Hier könnte ein EU-Patent mit einer wettbewerbsfähigen Sprachenregelung Abhilfe schaffen“, erläuterte Steinberger. Das EU-Patent ist auch wichtig im Kampf gegen Produktpiraterie. Nur ein gemeinschaftsweiter Patentschutz ermöglicht es, gegen Plagiate an den EU-Außengrenzen und in allen Mitgliedstaaten vorzugehen.

Vor der zunehmenden Bedrohung durch Produktpiraterie – knapp zwei Drittel der deutschen Maschinenbauunternehmen sind laut einer VDMA-Mitgliederumfrage von 2010 davon betroffen – steigt die Bedeutung eines effektiven Innovationsschutzes.

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