Maschinen- und Anlagenbau
Produktpiraterie nimmt weiter zu
Der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e. V. hat im Rahmen der Hannover Messe 2010 seine im März durchgeführte Umfrage zu Plagiaten und Nachbauten veröffentlicht. Das besorgniserregende Fazit: Knapp zwei Drittel der Unternehmen sind mittlerweile von Produktpiraterie betroffen, und der Schaden für den deutschen Maschinen- und Anlagenbau beträgt 6,4 Mrd. Euro jährlich.
„Der geschätzte Schaden von 6,4 Milliarden Euro bedeutet eine Steigerung um acht Prozent gegenüber der letzten Umfrage aus dem Jahr 2008", berichtet VDMA-Hauptgeschäftsführer Dr. Hannes Hesse und rechnet vor: „Ein Umsatz in dieser Schadenhöhe würde der Branche knapp 40.000 Arbeitsplätze sichern." Plagiate werden inzwischen vor allem von Komponenten (58 %) hergestellt, gefolgt von ganzen Maschinen (45 %) und Ersatzteilen (36 %). China ist weiterhin unangefochten „Plagiatweltmeister". Das Land wurde von 80 % der betroffenen Unternehmen als Ursprungsland der Nachbauten genannt.
Im Interview dazu: Rainer Glatz, VDMA
An der Umfrage beteiligten sich 326 VDMA-Mitglieder (2008: 241). Der Fragebogen bezog sich allein auf den unzulässigen Nachbau. Darunter wird der Nachbau unter Verletzung von Sonderschutzrechten (zum Beispiel Marken, Patente) oder der ohne Verletzung von Sonderschutzrechten, jedoch in wettbewerbswidriger Weise erfolgte Nachbau verstanden.










