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Artikel und Hintergründe zum Thema

Geschäftsjahr 2020/2021

Andrea Gillhuber,

Umsatzwachstum und drei neue Gesellschaften für Keba

Das abgelaufene Geschäftsjahr lief für die Keba-Gruppe sehr gut: Sie konnte den Umsatz von 373,5 auf 415,4 Mio. Euro steigern. Ab Herbst 2021 soll es zudem drei neue Gesellschaften geben.

Gerhard Luftensteiner, CEO von Keba, anlässlich des Pressegesprächs Ende Juni.

© Keba

18,1 % (CAGR) betrug das durchschnittliche Wachstum der Keba-Gruppe in den letzten fünf Geschäftsjahren. Mit 11,2 % liegt das Umsatzwachstum im abgelaufenen Geschäftsjahr (April 2020 bis April 2021) etwas unter diesem Durchschnitt, doch zeigen sich die Verantwortlichen erfreut über das Ergebnis. Rund 90 % beträgt der Anteil des internationalen Geschäfts am Umsatz. Dabei wurden in die EU (ohne Österreich) rund 68 %, nach Asien 14 % geliefert.

61 Mio. Euro für Forschung und Entwicklung

Mit 14,8 % lag die F&E-Quote leicht unter dem Vorjahr (16,6 %) und betrug 61 Mio. Euro. Die Mitarbeiterzahl stieg von 1732 auf 1750 an und wuchs laut Unternehmen in den vergangen zehn Jahren um rund 1000 Mitarbeiter.

Die Mittarbeiter*Innen verteilen sich auf Europa und Asien: Rund die Hälfte ist in Österreich tätig, ein Drittel in Deutschland und mit fast 200 Mitarbeitern ist man auch in China bzw Asien stark aufgestellt. 39 Lehrlinge werden an den Standorten in Linz aktuell ausgebildet. Im Moment gibt es 62 offene Positionen.

Neue Struktur, neue Gesellschaften

Das vergangene Geschäftsjahr hat gezeigt, wie durch unvorhersehbare Ereignisse wie die Corona-Pandemie die Wirtschaft beeinflussen kann. Die Konjunktur im Corona-Jahr glich einer Achterbahn, auch wenn sich global gesehen laut Unternehmen durchaus unterschiedliche Verläufe zeigten.

Für die Unternehmensgruppe zahlte es sich aus, unterschiedliche Standbeine zu haben, welchehverschiedene Branchen und Märkten adressieren und somit unterschiedlichen Zyklen und Triggern unterliegen. Die drei Geschäftsfelder sind:

Industrial Automation entwickelt und produziert Automatisierungslösungen aus Hard- und Software für Maschinen und Roboter. Die Lösungen reichen von der Bedienung über die Steuerung und Sicherheitstechnik bis hin zur Antriebstechnik. Zum Einsatz kommen diese Lösungen in verschiedenen Maschinenbaubranchen und in der Robotik.

Handover Automation ist Spezialist für Übergabelösungen. Diese ermöglichen die sichere und kontaktlose Übergabe von Bargeld, Paketen oder Waren sowie den gesteuerten Zugriff auf gemeinsam genutzte Objekte. Bekannt sind diese Lösungen beispielsweise als Geldautomaten bei Banken oder als Paketautomaten bei Post- und Logistikunternehmen sowie als Übergabeautomaten im Fahrzeughandel, in der Justiz oder im Gesundheitsbereich.

Energy Automation zählt zu den Pionieren von Ladelösungen für Elektrofahrzeuge. Mit den Wallboxen kann man Elektroautos nicht nur sicher und zuverlässig laden, sondern aufgrund vielfältiger Schnittstellen auch mit verschiedenen Systemen wie z.B. einer Photovoltaikanlage vernetzen. Ein weiterer Schwerpunkt in diesem Geschäftsfeld liegt im Bereich Heizungssteuerungen für Wärmepumpen sowie Biomasseheizungen.

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Neue Gesellschaften ab Herbst 2021

Die drei Geschäftsfelder werden ab Herbst 2021 als eigenständige Gesellschaften tätig sein und das operative Geschäft innerhalb der Keba-Gruppe betreiben, treten aber weiterhin unter der gemeinsamen Marke Keba auf.

Die Keba-Gruppe verantwortet die Gesamtausrichtung sowie die strategische und finanzielle Steuerung der gesamten Unternehmensgruppe.

Die drei Geschäftsfelder haben eine unterschiedliche Charakteristik. Die Industrial Automation hat einen Schwerpunkt im Bereich OEM (Original Equipment Manufacturer). Handover Automation ist mit der Herstellung von SB Automaten im Bereich der Banken und Logistik ein Projektgeschäft. Und Energy Automation, die Wallboxen für E-Autos sowie Heizungssteuerungssysteme herstellen, ist ein endkundennahes Seriengeschäft.

Deshalb brauche es laut Unternehmen im Sinne von Agilität auch unterschiedliche Vorgehensweisen bei Methoden, Prozessen, Vertriebswegen usw. Außerdem entspricht es dem Organisationsverständnis des Unternehmens, Entscheidungen so dezentral wie möglich anzusiedeln, um diese zielgerichtet und schnell treffen zu können. Durch die getrennte Verantwortung sieht das Unternehmen die Möglichkeit, Branchen noch zielgerichteter zu bedienen und noch näher am Kunden zu agieren.

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