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Artikel und Hintergründe zum Thema

Bosch Rexroth

Günter Herkommer,

Stagnation Europas belastet Ergebnis

Bosch Rexroth konnte 2013 nicht an den Rekordumsatz von 2012 anknüpfen. Für die kommenden Jahre stellt sich das Unternehmen laut seinem Vorstandsvorsitzenden Dr. Karl Tragl auf eine immer stärkere Volatilität der Märkte ein.

Rexroth-Chef Dr. Karl Tragl: „Das vergangene Jahr hat einmal mehr bestätigt, dass sich das Wachstum der Investitionsgüterindustrie derzeit nach Asien verschoben hat.“

© Bosch Rexroth

Mit rund 5,7 Mrd. Euro Umsatz steht bei Bosch Rexroth für das zurückliegende Geschäftsjahr ein Minus von 13 % im Vergleich zum Vorjahr (6,5 Mrd. Euro) zu Buche. Für diesen deutlichen Rückgang führt Tragl mehrere Gründe ins Feld: „Der weltweite Maschinenbau hatte 2013 die niedrigsten Wachstumsraten seit dem Krisenjahr 2009. Dabei waren gerade die Branchen, in denen wir hohe Umsätze erwirtschaften, besonders schwach. Zusätzlich belasten starke Wechselkurseffekte, zum Beispiel in Nord- und Südamerika, das Ergebnis.“ Stabilisiert habe sich hingegen der Auftragseingang mit einer Steigerung um nominal 3,7 % (wechselkursbereinigt sogar um mehr als 6 %) auf ebenfalls 5,7 Mrd. Euro.

Nach Regionen betrachtet ergibt sich folgendes Bild: Trotz einer zuletzt wieder steigenden Produktion des europäischen Maschinenbaus konnte die Branche Tragl zufolge die Krise bisher nicht vollständig überwinden. So stagniere insbesondere bei Pressen und Kunststoffmaschinen die Nachfrage aus Europa und auch bei der Metallurgie sei vor allem in dieser Region ein Einbruch zu verzeichnen. In Summe lag die Produktion zum Jahreswechsel weiter rund zehn Prozent niedriger als zum Jahreswechsel 2007/08. „Dementsprechend liegt auch der europäische Umsatz von Bosch Rexroth mit rund 3,4 Mrd. Euro wieder auf dem Niveau der Jahre 2006/2007“, bilanziert Tragl und fügt hinzu: „Wir erwarten nicht, dass Europa in den nächsten Jahren signifikante Wachstumsraten verzeichnen kann. Da Bosch Rexroth knapp 60 Prozent seines Umsatzes in Europa erzielt, belastet die Stagnation in Europa unser Wachstum und das Ergebnis nachhaltig.“

Amerika, insbesondere die USA, erlebe dagegen eine Reindustrialisierung. 2013 überwiegen in Nord- und Südamerika somit die positiven Signale, die aber aktuell durch Wechselkurseffekte überkompensiert wurden. Brasilien verzeichnet auf Realbasis einen Zuwachs, was unter anderem an erfreulichen Entwicklungen bei Landmaschinen sowie in der Öl- und Gasbranche liegt. In den USA konnte Bosch Rexroth im Bereich Industrieller Applikationen das Rekordniveau von 2012 halten. Nicht zuletzt sei der Wachstumstrend in Asien nach wie vor intakt.

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Die sektorale Betrachtung

Wie bereits angesprochen, haben sich die von Bosch Rexroth adressierten Marktsegmente und innerhalb dieser die einzelnen Branchen sehr unterschiedlich entwickelt.

Der Ausrüstungsmarkt für mobile Arbeitsmaschinen war 2013 im Vergleich zu 2012 rückläufig. So brach unter anderem der weltweite Mining-Markt stark ein. Und auch die Nachfrage nach Baumaschinen ging weltweit zurück, vor allem in China. „Auf Grund von Lagereffekten rechnen wir hier nur mit einem verhaltenen Aufschwung in 2014“, so Tragl. Die Einbrüche in diesen Segmenten konnten durch positive Entwicklungen vor allem in der Landmaschinentechnik sowie bei Straßen- und Nutzfahrzeugen nur teilweise kompensiert werden.

Im Bereich Marine & Offshore konnte Rexroth das Jahr 2013 mit einer positiven Umsatz-Entwicklung gegenüber dem Vorjahr abschließen und das ohne Berücksichtigung von Großprojekten, wie Allseas. Damit entwickelte sich Bosch Rexroth im Schiffsbau Tragl zufolge deutlich besser als der Trend und auch im Offshore-Bereich partizipiere man weiterhin am Marktwachstum.

Schwächer als in den Vorjahren habe sich hingegen die Fabrikautomation entwickelte. Maßgeblich dafür sei zum Beispiel der Einbruch bei spanenden Werkzeugmaschinen gewesen – ebenfalls eine Branche, in der Bosch Rexroth einen überdurchschnittlich hohen Umsatzanteil erzielt. „Deutlich stärker als der Markt konnten wir dagegen in unserer Zielbranche Semiconductor wachsen. Wir legten dort zweistellig zu und haben unsere Marktanteile ausgebaut. Auch in der Branche Nahrungsmittel und Verpackung konnten wir leicht zulegen“, weiß Tragl trotz zahlreicher Sorgenfalten auch erfreuliches zu berichten.

Und auch was das Windgeschäft betrifft, ist man in Lohr vorsichtig optimistisch. Zwar seien die weltweiten Wachstumserwartungen der vergangenen Jahre in den kommenden Jahren nicht mehr realistisch; gleichwohl ist Tragl davon überzeugt, dass die Windenergie langfristig eine Zukunft habe. Ungeachtet dessen seien trotzdem Anpassungen an die neuen Marktaussichten dringend notwendig. Das heißt unter anderem, dass die deutsche Fertigung von Windgetrieben in Witten gebündelt wird. Das Werk Nürnberg, bislang der zweite Standort für Windgetriebe, soll schrittweise zu einem reinen Standort für Mobile Applikationen umgebaut werden.

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