Industrial Ethernet / Sercos III

Günter Herkommer,

Sercos International veröffentlicht Spezifikationsupdate

In den letzten beiden Jahren wurden auf Wunsch von Herstellern und Anwendern diverse Profil- und Protokollerweiterungen für die Echtzeit-Ethernet-Lösung Sercos III spezifiziert. Diese sind nun in das Anfang März freigegebene Spezifikationsupdate V1.3 eingeflossen.

Nach den elektrischen Antrieben setzen mittlerweile auch die Hydraulik und die Pneumatik immer stärker auf digital geregelte Module. Das erhöht die Flexibilität und verlagert vorher mechanische gelöste Aufgaben in die Software. Die Sercos Nutzerorganisation hat diesen Trend aufgenommen und das Sercos-Antriebsprofil um neue Funktionen und Klassen erweitert, so dass nun hydraulische, pneumatische und elektrische Antriebe technologieübergreifend unterstützt werden. Weiterhin wurden zwei neue Profile wurden in die Spezifikation V1.3 aufgenommen: Zum einen „Sercos Energy“, ein Profil der Applikationsschicht, welches Parameter und Kommandos zur Reduzierung des Energieverbrauchs für Sercos-III-Peripheriegeräte definiert. Zum anderen ein Encoder Profil, das die Schnittstellen von Absolutwert- und Inkrementalgebern einheitlich, herstellerübergreifend und netzwerkweit zur Verfügung stellt.

Darüber hinaus wurden auf Protokollebene ergänzende Dienste spezifiziert: Ein Verfahren zur Überabtastung definiert eine Methode zur Erfassung und Ausgabe von äquidistanten Prozesswerten – schneller als der konfigurierte Bus- und Verbindungstakt. Das erhöht die Filigranität der Prozessteuerung beispielsweise bei extrem zeitkritischen Laseranwendungen, weil mehr und schneller Daten erfasst und auch ausgegeben werden können. Methoden der Messtechnik wurden direkt in das Sercos-Protokoll integriert, so dass hersteller- und produktübergreifend auf diese Mechanismen zugegriffen werden kann.

Last but not least dient ein Zeitstempelverfahren der ereignisgesteuerten Erfassung von Ist-Werten mit den dazugehörigen Zeitstempeln, sowie der zeitstempelabhängigen Ausgabe von Soll-Werten. Diese Funktion übermittelt eventgesteuert definierte Ereignisse wie bestimmte Messwerte sofort an die Steuerung und schaltet unabhängig vom Takt Ausgänge. Das erhöht die Prozessstabilität beispielsweise bei komplexen Verfahrenslösungen, wie sie in der Halbleiter- oder Solarfertigung vorkommen.

Abgerundet wird das Spezifikationsupdate durch einen aktualisierten Installationsleitfaden, der sowohl die Verkabelung mit Kupfer- als auch mit Lichtwellenleitern spezifiziert, jeweils unter Berücksichtigung der Schutzarten IP20 und IP65/67.

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