Industrielle Kommunikation / Ethernet

Günter Herkommer,

Unterschiedliche Protokolle – eine Infrastruktur

Im April 2011 verkündeten Sercos International, die ODVA und die OPC Foundation ihre Zusammenarbeit im Rahmen der „Maschineninitiative“. Auf der Hannover Messe 2012 gaben sie nun erste Ergebnisse der Kooperation bekannt.

Peter Lutz, Sercos International: „Ziel der gemeinsamen Aktivitäten ist es, Themen zu identifiziert, die in Technik- und Markt-Synergien für Anwender und Anbieter resultieren.“

© Computer&AUTOMATION

„Wir sind der Überzeugung, dass die Vielfalt der Automatisierungstechnik einen neuen konzeptionellen Ansatz erforderlich macht, um die Maschinen-Integration in der Produktion zu vereinfachen“, so Peter Lutz, Geschäftsführer von Sercos International in Hannover. Da die erforderliche Infrastruktur für Ethernet/IP und Sercos III die Physik und den Data Link Layer von Ethernet umfasst, können Sercos-Telegramme, CIP-Nachrichten und TCP/IP-Telegramme seinen Ausführungen zufolge in einem Netzwerk koexistieren, ohne dass dafür eine zusätzliche Verkabelung erforderlich ist. Damit die zyklische und getaktete Kommunikation von Sercos III erhalten bleibt, werden die CIP-Nachrichten und TCP/IP-Telegramme im sogenannten Unified Communication Channel (UCC) übertragen. „Dieser Kanal setzt ungetunnelt direkt auf der Ethernet-Schicht auf“, betont Lutz und ergänzt: „Die bestehenden Sercos-III- und Ethernet/IP-Spezifikationen müssen hierfür nicht abgeändert werden, da die entsprechenden Kommunikationsmechanismen bereits integrierter Bestandteil des Sercos-III-Übertragungsverfahrens sind.“

Bis Ende 2012 soll ein Implementierungsleitfaden erstellt werden, der die Planung, und den Aufbau solcher Multi-Protokoll-Netzwerke beschreibt. Erste Prototypen sind laut Peter Lutz bereits zur SPS/IPC/Drives im November zu erwarten und sollen in Form einer Demo-Anlage vorgestellt werden.

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Sicherheits-Profil in Planung

Eine weitere Ankündigung von Sercos International auf der Hannover Messe 2012 betraf das Thema sicherheitsgerichtete Kommunikation: Nachdem sich Sercos International und die ODVA bereits vor sechs Jahren darauf verständigt hatten, auf ein gemeinsames Safety-Protokoll – CIP Safey on Sercos – zu setzen, wollen beide Organisationen nun bis April 2013 hierfür auch ein „Safe Motion Profil“ entwickeln. Ziel ist es, über das Profil die Interoperabilität und Austauschbarkeit von sicherheitsrelevanter Peripherie, wie zum Beispiel Steuerungen, Antriebe und E/As, in herstellerübergreifenden Anlagen zu gewährleisten. Mit anderen Worten: Das Safe-Motion-Profil soll sicherstellen, dass die sicherheitsrelevanten Funktionen der jeweiligen Peripheriegeräte über klar definierte Schnittstellen einheitlich, herstellerunabhängig und netzwerkweit zur Verfügung stehen.

Das Profil beinhaltet die in der IEC 61800-5-2 definierten Sicherheitsfunktionen wie zum Beispiel sicher abgeschaltetes Moment, sicherer Stopp 1 und 2 oder sicher begrenzte Geschwindigkeit und bildet diese auf CIP Safety Objekte ab.

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