Factory-X
Entscheidend für Wettbewerbsfähigkeit in Europa
Das Factory-X-Projekt, ein Leuchtturmprojekt unter der Initiative Manufacturing-X, erreicht im Mai seinen Halbzeit-Meilenstein. Aus diesem Anlass fand bei SAP in St. Leon-Rot ein Event statt, bei dem das Projektkonsortium seine bisherigen Erfolge bei der Entwicklung eines sicheren, interoperablen und skalierbaren digitalen Ökosystems präsentierte.
Beim Factory-X Mid-Term Event wurde ein leistungsfähiges digitales Ökosystem als entscheidender Schlüssel für Wettbewerbsfähigkeit, Resilienz und Nachhaltigkeit in ganz Europa bezeichnet. „Daten nutzbar machen für Wettbewerbsfähigkeit, Resilienz und Nachhaltigkeit“ ist die Leitvision von Factory-X. Das Projekt will die Grundlage für digitale Zusammenarbeit über viele Branchen hinweg schaffen und skalierbare Lösungen für die Datenfragmentierung und Interoperabilität in der Industrie entwickeln.
Gefördert von der Europäischen Union und unterstützt von der deutschen Bundesregierung verfolgt Factory-X einen praxisorientierten Ansatz und entwickelt elf Anwendungen aus der realen Welt, die prototypisch umgesetzt werden und einen Mehrwert für Zulieferer und Betreiber in Fabriken zeigen.
Im Rahmen der Hannover Messe 2025 (HM25) präsentierte Factory-X ihr MX-Port-Konzept sowie Demonstratoren, die veranschaulichten, wie sich Möglichkeiten aus dem Digital Product Passport (DPP) für einen sicheren, länderübergreifenden Datenaustausch ergeben. Dazu gehört auch die internationale Zusammenarbeit von Experten aus Deutschland, den Vereinigten Staaten, Japan, Korea, Frankreich, Österreich und den Niederlanden.
Um die nahtlose Integration aller Manufacturing-X-Projekte sicherzustellen, wurde das Manufacturing-X Guidance Board vom Konsortium geschaffen. Es koordiniert und hilft bei der Abstimmung der Zusammenarbeit unter Projekten wie Semiconductor-X und Aerospace-X und stärkt die Rolle von Factory-X als technischer und strategischer Anker. „Manufacturing-X setzt als eine der großen digitalpolitischen Initiativen für den Aufbau von Datenökosystemen in der Industrie Maßstäbe“, erklärt Ernst Stöckl-Pukall, Leiter des Referats Digitalisierung und Industrie 4.0 im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie. „Dies ist für die zukünftige Wettbewerbsfähigkeit, Nachhaltigkeit und Resilienz unserer Industrie von großem Wert.”
Fragmentierte Systemlandschaft in der Fabrikautomatisierung
Aus fachfremder Perspektive erscheint es überraschend, dass im Rahmen von Factory-X bereits die Identifikation und Entwicklung von zwei bis drei alternativen Lösungsansätzen als bedeutender Fortschritt gewertet wird. Dieser Eindruck verkennt jedoch die Ausgangslage in der industriellen Automatisierung. Die aktuelle Heterogenität an Kommunikationsprotokollen und proprietären Schnittstellen in der Fabrik-IT gleicht einem babylonischen Sprachgewirr, das in der klassischen IT seit den 1980er Jahren weitgehend überwunden wurde. Während sich dort heute standardisierte Technologien wie USB oder HTTPS durchgesetzt haben und eine weitgehend automatisierte, nutzerfreundliche Konfiguration ermöglichen, herrscht in der Fabrikautomatisierung weiterhin eine fragmentierte Systemlandschaft, vergleichbar mit der frühen Phase der Personal Computer.
Vor diesem Hintergrund ist die Festlegung auf eine einheitliche Schnittstellenarchitektur mit lediglich drei Ausprägungsvarianten im Rahmen von Factory-X als substanzieller Fortschritt zu bewerten. Auf nationaler Ebene hat Factory-X bereits Fortschritte bei einer modularen, an Standards ausgerichteten Architektur gemacht, dem MX-Port.











