Wave Trophy 2013 - Das Fahrertagebuch: Tag 3
Wenn der Euphorie die Ernüchterung folgt ...
Am vergangenen Freitag ist die Wave Trophy 2013 in Eichgraben bei Wien gestartet. Am dritten Tag geht es für das Phoenix Contact-Team vom Eibiswald zum Weißensee.
Die Wave Trophy ist ein Teamevent - selbstverständlich hilft man sich und täuscht Erfahrungen über Technik und Material aus. Hier: Ein Ladekabeltest, um den Ladevorgang zu beschleunigen.
© Phoenix ContactDie Etappe an diesem dritten Tag der Wave ist eine Vorbereitung auf die Königsdisziplin der diesjährigen Wave Trophy: die Überquerung des Großglockners auf der Hochalpenstraße. Von Deutschlandsberg brechen wir nach St. Veith an der Glan auf. Dazwischen liegt die Sopoth, ein Anstieg um 1.100 Meter auf 1.600 Meter. Die Straße - gesperrt für Wohnwagengespanne - hat stellenweise eine Steigung von 15 %. Wir starten mit einer angezeigten Reichweite von 150 Kilometern; doch der Berganstieg kostet so viel Energie, dass bereits nach 17 Kilometern die Anzeige nur noch 65 Kilometer anzeigt – was bedeutet: Der Akku ist halb leer. Aus Erfahrung wissen wir, dass eine Talfahrt durch Rekuperation Energie bringt. So können wir durch Ausnutzung des bis zu 14 % starken Gefälles in Lavamünd nach weiteren 17 Kilometern einen Zugewinn von 25 Kilometer verbuchen. Das reicht aus bis zur nächsten Ladestation in St.Veith an der Glan.
14 % Steigung – und keine Zeit für eine Vollladung
In St. Veith können wir die fest installierte Ladestation der Firma Kelag nutzen. Doch leider reicht die Zeit nicht zu einer Vollladung. Diese würde vier Stunden dauern, das Etappenziel Weißensee am Großglockner würden wir so nicht um 19 Uhr 30 erreichen. Also starten wir mit einer angezeigten Reichweite von 80 Kilometern die Weiterfahrt zu dem 63 Kilometer entfernten Paternion, das wir ohne Probleme erreichen. Unser Reichweitenverlust beträgt nur 45 Kilometer. In Paternion bleiben uns zwei Stunden Zeit zum Nachladen. Mit einer Reichweitenanzeige von 65 Kilometern geht' los in die letzte Etappe dieses Tages. 64 Kilometer stehen uns noch bevor, davon 8 Kilometer steiler Anstieg nach Weißensee. Aber immerhin gibt es auch wieder ein Gefälle von 14 %.
Auch die Dekorationen und die Bedruckung der Wave-Trophy-Teilnehmer werden prämiert, so wie hier in Weißensee.
© Phoenix ContactUnd weil diese Herausforderung nicht genügt, nehmen wir den Kameramann inklusive Ausrüstung mit. Das heißt: weitere 80 Kilogramm Last. In Greifenberg schließlich - 18 Kilometer vor dem Ziel - ist unsere Reichweite zu gering. Unser Bordcomputer empfiehlt die Suche nach einer Ladestation. Kurzentschlossen legen wir in Greifenberg in einer privaten Garage eine halbstündige Ladepause ein. Um 19 Uhr straten wir den Endspurt: In langsamer Fahrt, jede Gefällstrecke zur Rückladung ausnutzend, starten wir. Es scheint, als hätten die Anstiege kein Ende, Straßen kommen uns mit einem Mal viel steiler vor. Uns rettet das Gefälle der letzten 1.000 Meter zum Zieleinlauf in Weißensee. Alle Warnanzeigen blinken, die Bordelektronik hat die Leistungsaufnahme bereits vorher auf 15 kW reduziert. Mit dem letzten Schwung erreichen wir das Ziel. Der Akku ist nahezu leer. Gott sei Dank gibt's am Treffpunkt eine Ladesäule.
Die morgige Teilstrecke über den Großglockner ist 163 Kilometer lang. Der Pensionswirt in Weißensee gibt uns die Möglichkeit, unser Auto über Nacht zu laden, so dass wir nach intensivem Studium der Karten und Reichweiten mit der festen Überzeugung schlafen gehen, dass alles gut wird.
Auszeichnung für die Bedruckung
In Weißensee wartet auf uns alle ein weiterer Wettbewerb: Das Design der Fahrzeugbedruckung wird bewertet. Mit den acht Punkten aus diesem Wettbewerb halten wir in der Gesamtwertung am 30. Juni 2013 den ersten Platz, noch vor den Teslas. Nicht schlecht für ein Serienfahrzeug ohne Schnellladung und Rennausstattung …











