Wave Trophy 2014 – Tag 8

Frank Knafla, Frank Schröder | Inka Krischke,

Wer fährt den Sieg ein?

Am letzten Tag der Wave Trophy gilt es, 192 Kilometer zu absolvieren. Herausfordernd bei der Strecke von Murten zur Sonnenalp am Rigi ist vor allem die Schluss-Auffahrt. Ob es dem Team von Phoenix Contact gelingt, den Titel des Vorjahres zu verteidigen?

© Phoenix Contact

Unsere Diskussion mit dem Hotelier ist erfolgreich: Wir bekommen unser wenn auch karges Frühstück schon um 6 Uhr, so dass wir pünktlich um halb sieben auf der Strecke sind. Der letzte Tag der Wave Trophy hat es nochmals in sich, weil auf der Strecke Anstiege enhält. Insbesondere wartet die Auffahrt zur Sonnenalp am Rigi am Ene des Tages auf uns - nach fast 210 Kilometern.

Deshalb heißt es für uns: "Der frühe Vogel fängt den Wurm". Um mit ausreichender Akkuladung den Anstieg auf den Rigi zu beginnen, setzen wir wieder auf unsere Strategie 'Hilf Dir selbst'. Nach unseren positiven Erfahrungen mit den AMAG-Volkswagen-Niederlassungen gehen wir in Thun gezielt auf die Suche – erfolgreich! Die Vermutung, dass ab 8 Uhr geöffnet ist, erweist sich als richtig. Freundlich gefragt und die Tatsache, dass wir an der Wave Trophy teilnehmen, führt zum erhofften Erfolg: Die Quickcharger-Box verbunden mit der Schnelladetechnik des e-Golfs könnte der Schlüssel zum Sieg werden. Nach 45 Minuten Ladung bauen wir unsere eigene Ladeinfrastruktur ab, bedanken uns höflich beim Leiter der AMAG-Niederlassung und weiter geht’s nach Interlaken.

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Es wird ein entspannter Tag, denn mit diesem Zwischenstopp in Thun geht unsere Taktik auf: Wir kommen so früh in Interlaken an, dass wir uns einen Stellplatz im Schatten aussuchen können. Zudem erlaubt die aktuelle Akkuladung einen Anschluss der einphasigen 3,6-kW-Ladung. Bei einer Verweilzeit von zweieinhalb Stunden können wir fast 9 kWh nachladen. Mit der Restladung ist unser Akku nun zu 90 % gefüllt - dem 'Erklimmen' des Brünig-Passes steht nichts mehr im Weg. Und so finden wir zum ersten Mal Zeit, uns dem kulturellen Rahmenprogramm anzuschließen - der Stadtführung in Interlaken bei bereits 25 Grad im Schatten.

Um 13 Uhr geht es dann weiter über den Brünig-Pass - für uns Furka-Fahrer keine wirkliche Herausforderung mehr. Das phantastische Wetter, die gute Fernsicht sowie der gefüllte Akku machen díe Fahrt zum Erlebnis. In Stansstad befindet sich der Ladepunkt direkt am See. Bei hochsommerlichen Temperaturen ist natürlich jeder Schattenplatz sehr begehrt. Die Kalkulation der restlichen Strecke zeigt, dass wir mit der einphasigen 3,6-kW-Ladung auskommen werden. Und so reisen wird früher als geplant ab in Richtung Küssnacht, Schwyz. Selbst der kurze und steile Anstieg zur Sonnenalp kann uns nicht mehr schrecken. Obwohl - die Straße ist schon sehr schmal. Und für zwei Fahrzeuge wird dieser Anstieg auch zum Endpunkt: Beim Team Nummer 6 ('Lovebus') kommt es durch Überhitzung ein Kilometer vor dem Ziel zum Stillstand, und der EVT Scooter von Team Nummer 67 ('Hohenloher Schlitzohr I') fällt zwei Kilometer vor dem Ziel aufgrund von Temperaturproblemen aus.

Am Ziel der Wave warten schon viele Zuschauer, Interessierte und Ausflügler auf uns. Jedes Fahrzeug wird mit einem großen "Hallo!" begrüßt und durch den Tourdirektor Louis Palmer vorgestellt. 1.611 Kilomter im e-Golf finden ihr Ende. Gegen 19 Uhr sind alle Teilnehmer eingetroffen. Die Siegerehrungen beginnen nach dem Essen. Bis zu diesem Moment gibt es keine Informationen über den Zwischenstand; wir haben also keinerlei Einschätzung, wer welchen Platz belegen wird - und ob uns die Titelverteidigung gelungen ist.

Dann geht’s zunächst mal an die Vergabe der Awards - der Urkunden, mit denen die Sieger der Einzelprüfungen geehrt werden. Wir - das Team Nummer 1 von Phoenix Contact - bekommen den Award für die beste Präsentation vor den Schülern und den Award für das am schönsten gestaltete Auto, ebenfalls von Schülern bewertet.

Nach den Danksagungen an das Service-Team und die vielen helfenden Hände der Wave-Organisation kommt dann endlich der große Moment, die Preisverteilung in der Kategorie 'Popular Wave':

  • Der dritte Platz geht an das Team Nummer 34 'Still Married' in einem NissanLeaf, Magali und Ralf-Martin Tauer.
  • Der zweite Platz geht an das Team Nr. 30 'Wattwurm' ebenfalls in einem Nissan Leaf, Alex Tschan und Alexander Gerhard.
  • Die Überraschung ist für uns perfekt, als wir aufgerufen werden: Gewinner der Wave Trophy 2014 in der Kategorie 'Popular Wave' ist das Team mit der Startnummer 1, Phoenix Contact, Frank Knafla und Frank Schroeder, in der Szene mittlerweile bekannt als Frank und Frank, mit einem e-Golf. Mission Titelverteidigung erfolgreich abgeschlossen!

Abschließend noch die Statistik aus dem Langzeitspeicher des Fahrzeugs: Gesamte gefahrene Kilometer: 1.611 Kilomter. Der Durchschnittsverbrauch liegt bei 12,8 kWh bedingt durch die Autobahnfahrten und die dynamische Befahrung der Pässe. Die Durchschnittsgeschwindigkeit wird mit 32 km/h angegeben - das überrascht uns, waren wir doch der Meinung, wir seien sportlich unterwegs, aber dies ist wahrscheinlich die Rückwirkung der Effizienzprüfung. Insgesamt haben wir das Auto mehr als 52 Stunden bewegt.

Zu den Kosten: Bei einem Preis von 30 ct/kWh hätten wir ca. 62 Euro Energiekosten gehabt, wenn uns der Veranstalter den Strom nicht gestellt hätte. Verglichen mit einem dieselgetriebenen Fahrzeug und dem angenommenen Durchschnittsverbrauch von 7 l/100 km sowie einem Preis von 1,40 Euro hätten wir für die gleiche Strecke ca. 158 Euro aufwenden müssen.

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