Wave Trophy 2013 - Das Fahrer-Tagebuch: Tag 8

Davina Spohn,

Euphorie macht sich breit

Der 8. Tag ist für die Teilnehmer der Elektromobil-Rallye angebrochen. Mit vollen Akkus starten sie auf die nächste Etappe von Rorschach nach Baden. In zwei Prüfungen können sie heute noch Punkte für den begehrten Wave Trophy-Pokal sammeln.

Angekommen in Rorschach am Bodensee! Das Auto ans Stromnetz und die Flaggen raus - das können wir jetzt schon blind!

© Phoenix Contact

Die Wave Trophy 2013 endet am Sonntag, den 7. Juli offiziell in Küsnacht, doch ist für uns bereits die Ankunft in Baden ein Riesenerlebnis. Unter allen Teams macht sich Euphorie breit. Die Müdigkeit und Anspannung der vergangenen Tage fallen ab. Unsere heutige Etappe führt uns von Rorschach am Bodensee nach St. Gallen, wo wir beim Eidgenössischen Materialprüfungsamt (EMPA) mit einem Frühstück empfangen werden. Dort müssen wir uns einem Frage-Antwort-Test stellen, bei dem die technologischen Kenntnisse aller Teilnehmer auf die Probe gestellt werden. Es geht um seltene Erden, um das Periodensystem der Elemente und um die Magneterregung von Antriebsmotoren. Kein leichter Test, doch wie in jedem Pionierstadium einer Technologie sind die Kenntnisse der Early-Adopter sehr gut. Uns gelingt es, fünf der zehn Fragen richtig zu beantworten.

Eine weitere Prüfung wartet in Aadorf auf uns: Alle Teilnehmer präsentieren einer Jury das eigene Fahrzeug mitsamt der verbauten Technologie. Für unseren Renault Fluence ZE - ein Serienfahrzeug, das bereits seit zwei Jahren im Handel verfügbar ist – haben wir vier Argumente: seine Leistungsfähigkeit (wir haben den Großglockner überquert), seine Sportlichkeit (wir haben den dritten Platz in der Geschicklichkeitsprüfung belegt), seine Effizienz (wir sind mit 3 kWh Energieeinsatz über den Gerlos Pass gefahren) und seine Familientauglichkeit – das Auto hat vier vollwertige Sitzplätze und widerspricht dem üblichen Vorurteil, Elektroautos haben ein exotisches Design.

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Wenn keine Elektrotankstelle unmittelbar vor Ort ist, dann muss es auch mal mit reiner Muskelkraft gehen.

© Phoenix Contact

Die letzten 70 Kilometer nach Baden sind dann keine Herausforderung mehr - man gewinnt eben auf dieser langen Strecke schnell an Erfahrung. Mitten in der Rush-Hour in verschiedenen Straßentunneln haben wir die Vision eines lautlosen Staus mit sauberer Luft. Wenn nur alle ein Elektrofahrzeug hätten... Die Einfahrt in das Etappenziel wühlt uns emotional sehr auf - der Großteil der insgesamt 1. 800 Kilometer über die Alpen von Wien nach Baden mit einem Serien-Elektromobil liegen nun hinter uns! Eine Erfahrung, die einem nur einmal im Leben wiederfährt.

Morgen steht uns die Parade auf dem Zürich-Fest – im Volksmund Zürifescht genannt – bevor. Wir haben viel vor: Es gilt den Versuch zu knacken, mit insgesamt über 225 Elektrofahrzeugen den Weltrekord zu brechen und in das Guinness-Buch der Rekorde zu kommen. So viele Teilnehmer wie möglich sind eingeladen, an der Parade teilzunehmen. Hoffentlich können wir ausreichend Menschen mit unserer Begeisterung anstecken.

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