Maschinen- und Anlagenbau

Günter Herkommer,

Weiterbildung kommt zu kurz

Die Weiterbildung im Maschinen- und Anlagenbau lässt sehr zu wünschen übrig. Das ist das Ergebnis einer Umfrage, die das VDI Wissensforum Fach- und Führungskräften durchgeführt hat.

© Thomas Ernstings

Im Rahmen der Studie „educat-ING" hat das VDI Wissensforum unlängst 279 Fach- und Führungskräfte mit durchschnittlich 12,8 Jahren Unternehmenszugehörigkeit zum Thema Weiterbildung befragt. Das Ergebnis: 53,8 % der Teilnehmer sind der Meinung, dass das eigene Unternehmen nicht genug Weiterbildung ermöglicht. Nur 46,2 % halten das Angebot für ausreichend. Dies offenbart eine deutliche Lücke zwischen Bedarf und Umsetzung: Denn 92 % der Befragten sind der Meinung, dass die Qualifikation der Mitarbeiter für ihr Unternehmen ein wichtiger Wettbewerbsvorteil ist. Und 86,3 % gaben an, dass Weiterbildung maßgeblich zum Unternehmenserfolg beitrage. Allerdings gibt es Firmen, die ihren Mitarbeitern das lebenslange Lernen gar ganz verwehren: Immerhin 8,7 % sagen, dass ihr Unternehmen nur in absoluten Ausnahmefällen oder nie Fortbildungsmaßnahmen anbietet.

Im Durchschnitt werden in der Branche Maschinen- und Anlagenbau 4,9 Tage pro Mitarbeiter in Weiterbildung investiert - lediglich etwa 1,9 % der Arbeitszeit. In den meisten Fällen handelt es sich dabei um externe Angebote (96,9 %; Mehrfachnennungen möglich). Zudem bieten Unternehmen häufig interne Weiterbildungen durch eigenes Personal an (88 %). Inhouse-Weiterbildungen durch externe Referenten nehmen immerhin 80,7 % wahr. Noch nicht etabliert sind E-Learning-Angebote, die nur 39,4 % der Befragten nutzen.

Anzeige

Ergebnisse im Branchenvergleich

Im Vergleich zur Weiterbildungssituation in den anderen befragten Branchen (Fahrzeugindustrie, Kunststoffindustrie, Chemie/Pharma, Energie, Landtechnik und Bautechnik) liegt der Maschinen- und Anlagenbau häufig im Mittelfeld, hebt sich bei einigen Ergebnissen allerdings hervor. Dies betrifft insbesondere folgende Angaben:

  • Qualifikation der Mitarbeiter als wichtiger Wettbewerbsvorteil: Hier liegt die Zustimmungsrate bei 92 % und damit am höchsten von allen befragten Branchen. Der Durchschnitt liegt bei 90,4 %.
  • Gar keine Weiterbildungsangebote: Dies geben 8,7 % an. Nur die Automobilbranche stimmt mit 8,5 % noch seltener zu. Der Durchschnitt liegt bei 10,3 %, am höchsten ist die Quote mit 14 % in der Kunststoffindustrie.
  • Eigene interne Weiterbildung: Bei der Art der angebotenen Weiterbildung geben 88 % interne Angebote an. Dies ist der höchste Wert, mit dem der Maschinen- und Anlagenbau deutlich hervorsticht: Der Durchschnitt liegt bei 80,3 %, der niedrigste Wert liegt in der Landtechnik mit 72,1 %.
  • Fachkompetenz / Personale Kompetenz: Hinsichtlich der geschulten Kompetenzen liegt die Branche Maschinen- und Anlagenbau im Bereich Fachkompetenzen mit 94,1 % vorne. Der Durchschnitt beträgt 92,6 %, am niedrigsten liegt der Wert in der Landtechnik mit 84,8 %. Im Gegenzug werden im Maschinen- und Anlagenbau selten personale Kompetenzen geschult: 41,4 % geben dies an, im Durchschnitt sind es 44,9 %. Weniger sind es nur in der Branche Chemie/Pharma (39,7 %), am häufigsten werden personale Kompetenzen mit 59,8 % in der Landtechnik angeboten.
  • Xing Icon
  • LinkedIn Icon
Anzeige
Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeige

Grossenbacher Systeme

Embedded KI als Servicetechniker

Teure Ausfallzeiten und Servicetickets gehören zu den zentralen Herausforderungen eines effizienten Fertigungsbetriebs. Embedded KI kann dazu beitragen, Kosten zu senken und die "Overall Operating Effectiveness (OEE)" zu verbessern, indem sie im...

mehr...
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Jetzt Newsletter abonnieren