Maschinen- und Anlagenbau
Weiterbildung kommt zu kurz
Die Weiterbildung im Maschinen- und Anlagenbau lässt sehr zu wünschen übrig. Das ist das Ergebnis einer Umfrage, die das VDI Wissensforum Fach- und Führungskräften durchgeführt hat.
Im Rahmen der Studie „educat-ING" hat das VDI Wissensforum unlängst 279 Fach- und Führungskräfte mit durchschnittlich 12,8 Jahren Unternehmenszugehörigkeit zum Thema Weiterbildung befragt. Das Ergebnis: 53,8 % der Teilnehmer sind der Meinung, dass das eigene Unternehmen nicht genug Weiterbildung ermöglicht. Nur 46,2 % halten das Angebot für ausreichend. Dies offenbart eine deutliche Lücke zwischen Bedarf und Umsetzung: Denn 92 % der Befragten sind der Meinung, dass die Qualifikation der Mitarbeiter für ihr Unternehmen ein wichtiger Wettbewerbsvorteil ist. Und 86,3 % gaben an, dass Weiterbildung maßgeblich zum Unternehmenserfolg beitrage. Allerdings gibt es Firmen, die ihren Mitarbeitern das lebenslange Lernen gar ganz verwehren: Immerhin 8,7 % sagen, dass ihr Unternehmen nur in absoluten Ausnahmefällen oder nie Fortbildungsmaßnahmen anbietet.
Im Durchschnitt werden in der Branche Maschinen- und Anlagenbau 4,9 Tage pro Mitarbeiter in Weiterbildung investiert - lediglich etwa 1,9 % der Arbeitszeit. In den meisten Fällen handelt es sich dabei um externe Angebote (96,9 %; Mehrfachnennungen möglich). Zudem bieten Unternehmen häufig interne Weiterbildungen durch eigenes Personal an (88 %). Inhouse-Weiterbildungen durch externe Referenten nehmen immerhin 80,7 % wahr. Noch nicht etabliert sind E-Learning-Angebote, die nur 39,4 % der Befragten nutzen.
Ergebnisse im Branchenvergleich
Im Vergleich zur Weiterbildungssituation in den anderen befragten Branchen (Fahrzeugindustrie, Kunststoffindustrie, Chemie/Pharma, Energie, Landtechnik und Bautechnik) liegt der Maschinen- und Anlagenbau häufig im Mittelfeld, hebt sich bei einigen Ergebnissen allerdings hervor. Dies betrifft insbesondere folgende Angaben:
- Qualifikation der Mitarbeiter als wichtiger Wettbewerbsvorteil: Hier liegt die Zustimmungsrate bei 92 % und damit am höchsten von allen befragten Branchen. Der Durchschnitt liegt bei 90,4 %.
- Gar keine Weiterbildungsangebote: Dies geben 8,7 % an. Nur die Automobilbranche stimmt mit 8,5 % noch seltener zu. Der Durchschnitt liegt bei 10,3 %, am höchsten ist die Quote mit 14 % in der Kunststoffindustrie.
- Eigene interne Weiterbildung: Bei der Art der angebotenen Weiterbildung geben 88 % interne Angebote an. Dies ist der höchste Wert, mit dem der Maschinen- und Anlagenbau deutlich hervorsticht: Der Durchschnitt liegt bei 80,3 %, der niedrigste Wert liegt in der Landtechnik mit 72,1 %.
- Fachkompetenz / Personale Kompetenz: Hinsichtlich der geschulten Kompetenzen liegt die Branche Maschinen- und Anlagenbau im Bereich Fachkompetenzen mit 94,1 % vorne. Der Durchschnitt beträgt 92,6 %, am niedrigsten liegt der Wert in der Landtechnik mit 84,8 %. Im Gegenzug werden im Maschinen- und Anlagenbau selten personale Kompetenzen geschult: 41,4 % geben dies an, im Durchschnitt sind es 44,9 %. Weniger sind es nur in der Branche Chemie/Pharma (39,7 %), am häufigsten werden personale Kompetenzen mit 59,8 % in der Landtechnik angeboten.










