Schiffbau- und Offshore-Industrie

Günter Herkommer,

VDMA: Zulieferer erwartet schweres Fahrwasser

Mit einem Minus von 7,7 % hielt sich der Umsatzrückgang der deutschen Schiffbau- und Offshore-Zulieferer in 2009 zwar in Grenzen; aufgrund der um rund 30 % eingebrochenen Auftragseingänge steht die Branche allerdings im laufenden Jahr und auch in 2011 vor einer schweren Bewährungsprobe.

© Meyer Werft

Die deutschen Schiffbau- und Offshore-Zulieferer erwirtschafteten im vergangenen Jahr mit ihren 72.000 Mitarbeitern einen Umsatz von 11,9 Mrd. Euro - bei einer Exportquote von 75 %. Nach dem dramatischen Rückgang der Schiffbauaufträge seit Oktober 2008 brachen die Auftragseingänge in der Folge um 29 % ein. Wurden in 2008 weltweit noch 2928 Seeschiffe bestellt, so waren es ein Jahr später nur noch 1599. Folge ist: Die Auslastung in der Produktion ist jetzt deutlich zurück gegangen. Und da die Durchlaufzeiten bei den Schiffbau- und Offshore-Zulieferern im Schnitt bei einem Jahr liegen, wird es nach Einschätzung des VDMA auch bei einem Wiederanziehen der Auftragseingänge einige Zeit dauern, bis die Produktion ihre optimale Auslastung wieder erreicht.

Dr. Alexander Nürnberg, Vorstandsvorsitzender der VDMA Schiffbau- und Offshore-Zulieferindustrie kommentiert die aktuelle Situation mit den Worten: „Der globale Wettbewerb wird stärker - wir müssen neue Marktsegmente erschließen und schnell und flexibel mit Neuentwicklungen bedienen. Das führt in den Betrieben zu neuen Herausforderungen für die wir gerüstet sein müssen."

Aufgrund der weiterhin geringen Auftragsneigung in den angestammten Märkten müsse die Branche künftig einen Schwerpunkt auf die Erschließung neuer Exportmärkte setzen. Neben den dominierenden drei asiatischen Schiffbaunationen China, Korea und Japan rücken beispielsweise neue Schiffbauländer, wie Indien und Brasilien, in den Vordergrund. Von den in 2009 weltweit 1599 bestellten Seeschiffen wurden 605 in China bestellt (Vorjahr: 951), 281 (510) in Japan, 140 (557) in Südkorea und 89 (209) in der Europäischen Union, davon nur sieben (34) in Deutschland.

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