Maschinen- und Anlagenbau

Günter Herkommer,

VDMA: Abschluss 2010 und Ausblick 2011

Anlässlich der Jahres-Pressekonferenz hat der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) heute (10. Februar) die abschließenden Zahlen für das Jahr 2010 veröffentlicht und gleichzeitig eine Prognose für das laufende Jahr abgegeben.

VDMA-Präsident Dr. Thomas Lindner: „Trotz der Plusraten in 2010 im Vorjahresvergleich lag unsere Branche im Jahresmittel um 18 % unter dem – außergewöhnlich hohen – Vorkrisenniveau des Jahres 2008.“

© VDMA

„Der deutsche Maschinen- und Anlagenbau konnte 2010 seine Produktion um 8,8 Prozent steigern“, zog VDMA-Präsident Dr. Thomas Lindner am Donnerstag in Frankfurt Bilanz. Damit wurde die Produktionsprognose von sechs Prozent vom September 2010 noch einmal deutlich übertroffen. Lindner weiter: „Seit Sommer 2009 sehen wir beim Auftragseingang eine beispiellose Aufholjagd, die bislang lediglich in den Monaten September und Oktober 2010 durch eine kurze Atempause unterbrochen wurde.“ Der Branchenumsatz stieg auf 174 Mrd. Euro (2009: 161,1 Mrd Euro). Die Kapazitätsauslastung lag im Schnitt bei 79,8 % (2009: 72,5 %).

Was den Auftragseingang betrifft, so stieg dieser in 2010 real um insgesamt 36 % (Inland plus 29 %, Ausland plus 39 %). Zum Jahresende, sprich im Dezember 2010, lag der Auftragseingang gar um 44 % über dem Ergebnis des Vorjahres. Das Inlandsgeschäft stieg in diesem Monat um 38 % und bei der Auslandsnachfrage gab es ein Plus von 46 % im Vergleich zum Vorjahresniveau. In dem von kurzfristigen Schwankungen weniger beeinflussten Dreimonatsvergleich Oktober bis Dezember 2010 ergibt sich insgesamt ein Plus von 40 % im Vorjahresvergleich, bei den Inlandsaufträgen ein Plus von 29 % und bei den Auslandsaufträgen ein Plus von 45 %.

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Branche international gut aufgestellt

Der Export lag 2010 nach Schätzungen des VDMA bei 123 Mrd. Euro (2009: 110,9 Mrd. Euro). Die Exportquote stieg auf 74,8 % (2009: 73,6 %). Dabei profitierten deutsche Exporteure Lindner zufolge insbesondere von Chinas Wachstumsplänen. Der Absatz in das Reich der Mitte kletterte von Januar bis November um fast ein Drittel auf 13,7 Mrd. Euro (2009: 10,3 Mrd. Euro). Bereits 2009 hatten die Chinesen die USA als wichtigsten Absatzmarkt der deutschen Maschinenexporteure überholt. Die USA erhielten im genannten Zeitraum (Januar bis November 2010) Lieferungen im Wert von neun Milliarden Euro und landeten damit auf Platz 2, gefolgt von Frankreich (7,2 Mrd. Euro), Russland (5,2 Mrd. Euro) und Italien (4,9 Mrd. Euro). Die größten Exporteure sind die Maschinenbau-Branchen Antriebstechnik, Fördertechnik, Bau- und Baustoffmaschinen, Allgemeine Lufttechnik und Armaturen.

„Die generell gute Performance Deutschlands schlägt sich natürlich auch in der Beschäftigtenentwicklung unserer Branche nieder“, betonte Lindner auf der Jahres-Pressekonferenz. Die Zahl der Beschäftigten in den Stammbelegschaften lag zum Jahresende 2010 bei geschätzt 912.000 Personen. Damit stieg die Zahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter seit Mai 2010 um etwa 10.000 Personen. Für 2011 rechnet der VDMA mit einem weiteren Beschäftigungsaufbau von 20.000 Stellen in der Stammbelegschaft, also Ende des Jahres mit ca. 932.000 Beschäftigten.

Der Ausblick auf 2011

Im laufenden Jahr geht der Branchen-Verband von einer Fortsetzung des Aufschwungs aus. „Wir rechnen mit einem realen Wachstum der deutschen Maschinenproduktion in der Größenordnung von zehn Prozent“, erklärte der VDMA Präsident und ergänzte: „Ein wesentlicher Teil dieses Zuwachses geht darauf zurück, dass die Produktion bis Ende des Jahres 2010 schon sehr stark angezogen hat - es gibt also einen sogenannten ‚statistischen Überhang’. Mit anderen Worten: Wir sind mit einem gehörigen Schwung in das neue Jahr gestartet.“ Kleiner Wermutstropfen: Für den Fall, dass sich die Prognose erfüllt, liegen die Hersteller in Summe immer noch neun Prozent unter dem Wert von 2008.

Hinter der Prognose stünden neben großen Chancen aber auch erhebliche Risiken: So bergen die weltweit anstehenden fiskalischen Konsolidierungen sowie die neuerlichen Zuspitzungen der Finanz- und Schuldenkrise in Europa nach Einschätzung von Lindner einige Gefahren. Eine Warnung richtete der Präsident zudem in Richtung Politik: „Von ihr erwarten wir, dass sie es unterlässt, die Belastbarkeit der Wirtschaft zu testen. Denn die Unternehmen müssen nicht nur die Kosten der Krise verdauen. Wir sehen uns nach der Krise einem beschleunigten Strukturwandel gegenüber, mit entsprechend höheren Anforderungen an unsere Innovationsfähigkeit und an die betriebliche Flexibilität.“ Ergo sei es leichtsinnig, das Instrument der Zeitarbeit massiv zu gefährden, indem man es zur Manövriermasse bei den Verhandlungen zur Reform von Hartz IV mache.

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