Siemens

Günter Herkommer,

Sektor Industry streicht rund 2000 Stellen

Am Dienstag legte Peter Löscher die Siemens-Zahlen des ersten Quartals des Geschäftsjahres 2010 vor. Als bittere Quintessenz blieb, dass die Umsatzrückgänge bei den Divisionen Industry Solutions und Drive Technologies am stärksten ausfielen. Heute teilt Siemens nun mit, dass im Zuge notwendiger Struktur- und Kapazitätsanpassungen in diesen Divisionen insgesamt rund 2000 Stellen abgebaut werden.

Im Zuge eines bevorstehenden Technologiewechsels bei Niederspannungsmotoren plant Siemens, die Fertigungsstruktur in diesem Segment der Division Drive Technologies neu zu ordnen. Zudem ist auf Grund der nachhaltigen Volumeneinbrüche im wichtigen Absatzmarkt Maschinenbau eine Anpassung der Fertigungskapazität in der Division vorgesehen. Insgesamt sollen deswegen am Standort Bad Neustadt (Saale) bis 2012 rund 840 Stellen von den heute knapp über 2000 Arbeitsplätzen abgebaut werden. In Erlangen sollen in dieser Division weitere rund 300 Stellen reduziert werden.

Standard-Niederspannungsmotoren kleiner Leistung fertigt Siemens Drive Technologies für Europa derzeit überwiegend in Mohelnice (Tschechische Republik) und zu einem deutlich kleineren Teil in Bad Neustadt. Im Zuge der Einführung der nächsten Produktgeneration energieeffizienter Motoren seien Investitionen in Fertigungslinien und eine Bündelung der Produktion an einem Ort erforderlich. „Mit der notwendigen Konzentration der Fertigung in Mohelnice wollen wir den technologischen Wandel aktiv angehen und uns strukturell auf die Zukunft ausrichten", so Klaus Helmrich, Geschäftsführer der Division Drive Technologies.

Der Standort Bad Neustadt soll in diesem Zuge zum Innovations- und Technologiezentrum, zum Beispiel für Synchronmotoren und mechatronische Produkte und Lösungen, entwickelt werden, aufbauend auf der dort bereits konzentrierten Entwicklung und Fertigung von Servomotoren für Werkzeug- und Produktionsmaschinen.

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Industry Solutions erwartet Tiefpunkt in 2011

Auch bei der Division Industry Solutions steht auf Grund der rückläufigen Marktvolumina in Deutschland ein Abbau von 850 Stellen im Raum. Entsprechende Planungen wurden heute dem Wirtschaftsausschuss der Siemens AG vorgestellt. Den Worten von Siemens-Personalvorstand Siegfried Russwurm zufolge soll dies möglichst ohne betriebsbedingte Kündigungen erfolgen.

Die Division Industry Solutions, die unter anderem Projekte mit Kunden in der Stahl-, Zement- und Papierbranche durchführt, erwartet den Tiefpunkt ihrer Auslastung für das Jahr 2011. „Beim Neuanlagenbau treffen wir in unseren Märkten weiterhin auf eine zurückhaltende Investitionstätigkeit, die vor allem Deutschland stark betrifft. In Kombination mit dem schwachen Service- und Modernisierungsgeschäft ergibt sich bei uns eine Überkapazität von rund 850 Stellen, verteilt auf mehrere Standorte in Deutschland", so Jens Wegmann, Geschäftsführer der Division Industry Solutions.

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