Kuka
Neue Robotersteuerung, neue Schwerlastgeneration
Wir zeigen nur neue Produkte auf der Automatica 2010 – mit diesem Anspruch präsentiert sich der Augsburger Roboterhersteller Kuka auf seiner „Hausmesse“. Die zwei Highlights: Die neue Steuerungsgeneration KR C4, die neben Roboter-, Bewegungs-, Ablauf- und Prozesssteuerung auch die komplette Sicherheitssteuerung nahtlos integriert, sowie die Quantec-Serie – eine einzige Roboterfamilie für den Traglastbereich von 90 bis 300 kg.
Drei Jahre hat Kuka an der neuen Steuerungsgeneration gearbeitet. Das Ergebnis, die KR C4, ist laut Manfred Gundel, CEO der Kuka Roboter GmbH, ein System, bei dem konsequent auf limitierende Hardware verzichtet und diese durch intelligente Softwarefunktionen ersetzt wurde. Basis hierfür ist der Einsatz offener Industriestandards. Dieser neue Weg, die Steuerung konsequent in Software zu realisieren, reduziert laut Gundel 35% der Hardware-Baugruppen und 50% der Steckverbindungen und Kabel.
Eine weitere Besonderheit der neuen Steuerungsarchitektur: Erstmals ist auch die komplette Sicherheitssteuerung ohne proprietäre Hardware nahtlos in das Steuerungssystem integriert. Safety-Funktionen und sicherheitsgerichtete Kommunikation werden auf Ethernet-basierten Protokollen abgewickelt. Das Sicherheitskonzept in der KR C4 baut auf der verwendeten Multicore-Prozessortechnologie auf und ermöglicht dadurch die für Sicherheitsanwendungen geforderte Zweikanaligkeit. Über eine reine Überwachung hinaus ermöglicht das Konzept eine sichere Beeinflussung der Bewegung und der Geschwindigkeit des Roboters.
„Durch den Wegfall beschränkender Hardwarekomponenten und stattdessen einer nahezu unbegrenzten Erweiterbarkeit der software-basierten Sicherheitsschnittstellen lassen sich völlig neue Sicherheitskonzepte in der Automation realisieren", ist Gundel überzeugt und ergänzt: „Speziell bei Mensch-Roboter-Kooperationen werden zukünftig neue Sensoren Einsatz finden. Diese erfordern jedoch eine große Anzahl an Ein- und Ausgängen. Mit der Architektur der KR C4 eröffnet sich die Flexibilität, diese einzubinden.
Nicht zuletzt führt Kuka zusammen mit der neuen Steuerung auch ein neues, nur 1000 Gramm schweres Bedienpanel ein, genannt smartPAD, sowie eine neue Engineering-Software (WorkVisual), welche als Planungstool, zur Zellenprojektierung und als universelle Programmierumgebung einsetzbar ist.
Eine Familie – 15 Typen
Die Qunatec-Serie wurde auf der Basis eines Gleichteile-Konzeptes realisiert mit lediglich vier Motorisierungs- und Getriebevarianten.
Beim zweiten Messe-Highlight, der Quantec-Familie, handelt es sich um die Nachfolgeserie der Roboterserien „comp" und „Serie 2000". Sie besteht aus 15 Grundtypen und deckt in Schritten von 30 kg den Schwerlastbereich von 90 bis 300 kg bei Reichweiten von 2500 bis 3100 mm komplett ab.
Eine Besonderheit der neuen Roboter ist laut Gundel, dass diese im Vergleich zu ihren Vorgängern um bis zu 160 kg leichter sind und zudem bis zu 25% weniger Volumen haben - bei unveränderter Reichweite und Traglast. Die leichteren Bauteile ermöglichen zudem eine höhere Dynamik, noch kürzere Taktzeiten und sind gleichzeitig steifer. Dadurch ergibt sich eine Punkt-Wiederholgenauigkeit von +/- 0,06 mm.
45,4 Mio. Euro neues Kapital
Ebenfalls zur Automatica gab Dr. Till Reuter, CEO der Kuka AG, eine Kapitalerhöhung bekannt. Demnach bietet Kuka seinen Aktionären 4,66 Mio. neue Inhaberaktien zum Bruttoemissionspreis von 9,75 Euro an. Die Aktien werden den Aktionären im Verhältnis 6 zu 1 zum Bezug angeboten. Somit fließen Kuka 45,4 Mio. Euro an frischem Kapital zu.











