Beckhoff
Joint-Venture in Sachen Antriebstechnik
Die Firma Beckhoff will den Bereich Motion weiter ausbauen. Geschäftsführer Hans Beckhoff äußerte sich auf der SPS/IPC/Drives zur dahinter stehenden Strategie sowie zum Stand der neuen Automatisierungs-Software Twincat 3.
Herr Beckhoff, der Geschäftsbereich Motion in Ihrem Unternehmen soll von derzeit 10 % mittelfristig auf 25 % des Gesamtumsatzes wachsen. Wie gehen Sie dieses Ziel an?
Beckhoff: Indem wir die Motion-Sparte mit neuen Produktlinien in den Bereichen Servoverstärker, Servoklemmen und Servomotoren weiter ausbauen. Aktuell erweitern wir dementsprechend die Fertigungskapazitäten für die Antriebstechnik. Für die Entwicklung eigener Servomotor-Produktreihen, die speziell für unsere PC- und ethercatbasierte Steuerungstechnik ausgelegt sind, haben wir im März ein Joint Venture mit dem ehemaligen Elau-Gründer Erwin Fertig ins Leben gerufen. Die Fertig Motors GmbH mit ihrem Geschäftsführer Erwin Fertig besteht aktuell aus 15 erfahrenen Antriebstechnik-Entwicklern. Die Produktion befindet sich derzeit im Aufbau und wird Ende 2011 die Serienfertigung aufnehmen. Die bestehenden Standard-Servomotorbaureihen AM2000, AM3000 und AM3500 werden selbstverständlich weiter ausgebaut, sodass in Summe ein breites Spektrum an antriebstechnischen Lösungen zur Verfügung steht.
Vor einem Jahr hatten Sie hier in Nürnberg Ihre neue Software-Plattform Twincat 3 angekündigt. Zur Hannover Messe sollte eine Beta-Version verfügbar sein, die dann Mitte des Jahres released werden sollte. Was ist hier Stand der Dinge?
Beckhoff: Die Beta-Version von Twincat 3 wird ab Anfang 2011 zur Verfügung stehen, das Release ist für das zweite Quartal 2011 vorgesehen. Was wir aber jetzt schon sagen können, ist, dass Twincat 3 seit der Vorstellung vor einem Jahr bei unseren Kunden einen sehr positiven Anklang gefunden hat – besonders die Integration der Entwicklungsumgebung in Visual Studio. Mit der neuen Software-Generation decken wir zudem zahlreiche programmiertechnische Anforderungen ab: IEC 61131 in vollem Umfang, mit vielen Neuerungen und Erweiterungen gegenüber Twincat 2, und die IT-orientierten Hochsprachen wie C/C++. Für letztere erweitern wir C mit entsprechenden Ergänzungen für den PLC-Einsatz. Die daraus entstehende Programmierumgebung nennen wir ‚C for Control Automation Technology’ – kurz CCAT.
Ebenfalls im letzten Jahr hat Beckhoff eine sicherheitsgerichtete SPS-Lösung auf Windows-basierten PCs angekündigt. Was hat sich diesbezüglich getan?
Beckhoff: Mit dem Release von Twincat 3 wird auch die softwarebasierte Sicherheitslösung Mitte 2011 zertifiziert und verfügbar sein. Die Integration sicherer SPS-Funktion in den PC ist die konsequente Fortführung unserer „PC-based“-Strategie. Denn mit einer auf dem Industrie-PC laufenden Sicherheits-SPS können wir die gleiche Performance, wie sie für die Standardsteuerung zur Verfügung steht, auch für die Sicherheitstechnik nutzbar machen.
Beckhoff hat das Automatisierungs-Portfolio in den letzten Jahren sukzessive ausgebaut. Was bis dato noch fehlt, ist zum Beispiel eine eigene Visualisierungslösung.
Beckhoff: Stand heute bieten wir für unsere Automatisierungsplattform Twincat offene Schnittstellen für alle marktgängigen Scada-Systeme. Für einfache Visualisierungsanwendungen bieten wir zudem ein in unsere PLC integriertes HMI-Tool mit direktem Zugriff auf die lokalen SPS-Variablen. Und was komplexere Anwendungen betrifft, evaluierten wir aktuelle Technologien wie beispielsweise Silverlight von Microsoft.










