ZVEI: Automation

Meinrad Happacher,

Im Sog des Maschinenbaus

Die deutsche Automatisierungsindustrie rechnet 2009 mit einem Umsatzrückgang von fünf bis zehn Prozent, nachdem 2008 noch ein Umsatzwachstum von 8,3 Prozent auf 45,8 Mrd. Euro erreicht wurde. So die Kernaussage des ZVEI Fachverband Automation anlässlich der Hannover Messe.

„Seit Jahreswechsel sind die Aufträge aus den wichtigen Abnehmerbranchen Maschinenbau, Automobilbau und Chemie eingebrochen", berichtet Dr. Gunther Kegel, Vorsitzender des ZVEI-Fachverbands. Für die Automatisierungstechnik hat dies zur Folge, dass die Automation in Auftragseingang und Umsatz zweistellig hinter den Werten des Vorjahres liegt.

Michael Ziesemer, ZVEI-Vizepräsident: „In der zweiten Jahreshälfte 2009 ist die Bodenbildung hoffentlich erreicht.“

Dr. Kegel fasst Fazit und Prognose kurz zusammen: Die Automation liege zurzeit im Auftragseingang und Umsatz zweistellig hinter den Werten des Vorjahres. Womit klar sei, dass 2009 für die Automation ein Jahr der Rezession werde. Konkret sei mit einem Umsatzrückgang von fünf bis zehn Prozent zu rechnen. Mit diesen Prognosen bezieht sich der Vorstand auf die Vorgaben der Abnehmer.

So liefere der Maschinenbau mit -49 Prozent im Februar und -44 Prozent für die Monate Dezember bis Februar noch immer katastrophale Vorgaben für die elektrische Automation; der Fahrzeugbau stehe noch immer vor deutlichen Kapazitätsanpassungen und der Kapazitätsabbau und die Schließung von Produktionsanlagen in der Chemie halte immer noch an.

„Wir gehören zu den so genannten spätzyklischen Sektoren", ergänzt Michael Ziesemer, die Aussagen Kegels. Im Vorstand des Fachverbands Automation zuständig für die Prozessautomation, gewährt Ziesemer einen Blick auf sein Segment. Er hofft, dass die Bodenbildung in der zweiten Jahreshälfte 2009 erreicht wird. Dennoch rechnet er mit einer Fortsetzung der schlechten Konjunkturlage bis ins Jahr 2010: „Wenn sich der Wind dreht, dauert es erfahrungsgemäß noch sechs Monate, ehe das Geschäft wieder anzieht", so Ziesemer.

Im Jahr 2008 war die Welt noch in Ordnung: Der Inlandsumsatz der Automatisierungstechnik wuchs um über sechs Prozent, der Export um 2,5 Prozent, der Import um drei Prozent. Mit einem Export von 26,3 Mrd. Euro beträgt die Exportquote 75 Prozent. Nach wie vor ist die „EU27" Deutschlands wichtigster Handelspartner.

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