Steuerung/SPS
Der SPS-Benchmark!
Hochschulen, Maschinenbauer und SPS-Hersteller: ITQ-Geschäftsführer und Initiator Dr. Rainer Stetter versucht im Verbund dieser Partner, einen SPS-Benchmark zu entwickeln. Kurz vor der SPS/IPC/Drives erläuterte er die Hintergründe.
Dr. Rainer Stetter: „Es geht bei dem Benchmark weniger um die Zykluszeiten, als vielmehr um Funktionalität, Einfachheit und Handhabung.“
Herr Dr. Stetter, worin liegt die Motivation für den SPS-Benchmark begründet, den Sie nun angehen?
Dr. Stetter:Die Auswahl der Steuerung wird gerade in der heutigen Zeit im Wesentlichen am Faktor Kosten festgemacht. Eine solche Sichtweise ist jedoch nicht ausreichend, da eine wirkliche Kostenoptimierung auch die Betrachtung des Anwendungsbereiches beziehungsweise des benötigten Funktionsumfangs erforderlich macht. - Die Analyse des nötigen Funktionsumfangs kommt jedoch heute noch vielfach zu kurz!
Welche Firmen/Institutionen stehen hinter dem Projekt SPS-Benchmark?
Dr. Stetter: Die Koordination des Projekts übernimmt die Firma ITQ. Die Mechatronik-Fakultät der Hochschule Esslingen/Standort Göppingen und die Abteilung Elektro- und Informationstechnik der Universität Duisburg/Essen erarbeiten in zwei studentischen Gruppen anhand von Praxisbeispielen die nötigen Grundlagen für den SPS-Benchmark.
Seitens des Maschinen- und Anlagenbaus haben Unternehmen der Körber-Gruppe, Trumpf und OptimaGroup bereits Interesse an einer Mitarbeit angemeldet.
Für eine erste intensive Befragung der Hersteller hier auf der Messe haben Anbieter wie Siemens, Bosch Rexroth, Phoenix Contact, Schneider Electric und weitere ihre Zustimmung gegeben. Die fachjournalistische Moderation übernimmt die Computer&Automation.
Welche Ziele verbinden Sie mit dem Projekt?
Dr. Stetter: Ziel des Projekts ist es, einen Leitfaden zu entwickeln, der ganz allgemein beschreibt, wie für eine bestimmte Applikation eine geeignete Steuerung gefunden werden kann und welche Kriterien für eine solche Auswahl wichtig sind. Um es klar zu sagen: Sinn des Benchmark ist nicht, einen Vergleich von Steuerungen durchzuführen mit dem allgemeingültigen Ergebnis, dass die Steuerung des Herstellers A besser ist als die des Herstellers B. Ziel ist vielmehr zu vermitteln, dass Kosten und benötigte Funktionen im gleichen Atemzug betrachtet werden müssen.
Ein weiteres Ziel des Projektes ist, den Studenten die Chance zu geben, an einer mechatronischen Aufgabenstellung im Team zu arbeiten und dabei Ihre Methodenkompetenz zu erhöhen und Praxis-Erfahrungen zu sammeln.
Wie sieht der Zeitplan für den Benchmark aus?
Dr. Stetter: Die Hochschule Esslingen wird bis Ende Januar 2010 und die Universität Duisburg-Essen bis Anfang April 2010 den Benchmark durchführen. Sollte der Leitfaden bis dahin noch nicht komplett fertig gestellt sein, wird gegebenenfalls ein Folgeprojekt an den Hochschulen gestartet.
Der Benchmark auf der Messe
Der Startschuss für den SPS-Benchmark fiel im März: Eine Gruppe von insgesamt sieben Studenten leistete die nötigen Vorarbeiten, um eine Grundsystematik des Benchmarks zu erarbeiten.
Ein wesentlicher Fokus bei den Arbeiten lag darin, den Aufbau der den heutigen SPS-Systemen zugrunde liegenden Entwicklungsumgebungen zu beobachten. Betrachtete Fragestellungen waren dabei etwa, wie Bibliotheks-Funktionen und Funktionsbausteine strukturiert abgelegt werden können, welche Programmiersprachen implementiert sind, ob Schlagwörter in SCL/ST grafisch hervorgehoben werden und wie das Debuggen in SCL/ST funktioniert. Rund 100 Fragestellungen wurden auf diese Weise inzwischen definiert und bewertet.
Auf diesen Ergebnissen aufbauend, führt nun ein Studenten-Team auf der SPS/IPC/Drives Interviews mit Vertretern einer Reihe von SPS-Herstellern durch, um so die bereits erzielten Ergebnisse weiter auszubauen und zu verfeinern.










