Werkzeugmaschinen

Davina Spohn,

Bestellungen ziehen an

Deutsche Werkzeugmaschinen-Hersteller verzeichnen im dritten Quartal 2013 erstmals wieder ein Plus im Auftragseingang. Der Geschäftsführer des VDW - Dr. Wilfried Schäfer - geht davon aus, dass die Branche damit den Turnaround geschafft hat.

Auftragseingang und Umsatz der Deutschen Werkzeugmaschinen-Industrie seit 1994 bis heute

© Uni Hannover

Auftragseingang und Umsatz der Deutschen Werkzeugmaschinen-Industrie seit 1994 bis heute

© Monatliche Auftragseingangsstatistik VDMA, VDW

Neun Prozent mehr Aufträge konnte die deutsche Werkzeugmaschinenindustrie im dritten Quartal 2013 verglichen zum dritten Quartal 2012 verbuchen. Die Inlandsbestellungen zogen um zwölf Prozent an, die Auslandsbestellungen notierten sechs Prozent über Vorjahr. Insbesondere die Monate August und September hätten zweistellige Zuwächse erbracht, so Dr. Wilfried Schäfer, Geschäftsführer des Branchenverbands VDW (Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken). Das gilt sowohl für Inland wie Ausland als auch für die beiden Technologiesegmente spanende und umformende Werkzeugmaschinen. Nichtsdestotrotz gilt für die ersten neun Monate 2013 insgesamt ein Minus von sechs Prozent. Dabei verlor das Inland ein Zehntel, das Ausland vier Prozent.

Für das Gesamtjahr sind es bisher ausländische Großaufträge in der Umformtechnik, die das Geschäft der deutschen Hersteller vorantreiben: Sie zogen im dritten Quartal um 61 Prozent an, im Gesamtjahr notierten sie mit 27 Prozent im Plus.

"Die Nachfrage nach Werkzeugmaschinen hat den lang erwarteten Turnaround geschafft", ist sich Dr. Wilfried Schäfer, Geschäftsführer des VDW sicher.

© VDW

Sorgen bereitet dem VDW laut Schäfer nach wie vor der größte Markt China. Die Nachfrage war im ersten Halbjahr noch deutlich rückläufig. "Die neue chinesische Regierung stellt das gesamte Investitionsprogramm des laufenden Fünfjahresplans auf den Prüfstand", erläutert Schäfer. Bevor dies nicht abgeschlossen sei, sei auch nicht mit einer substanziellen Nachfragebelebung zu rechnen. Entgegen den Erwartungen sei jedoch Westeuropa besser gelaufen als gedacht. Ebenso seien die Bestellungen in Mittel- und Südamerika zweitstellig gewachsen. In Asien haben Südkorea und die südostasiatischen Länder zugelegt. "Im Hinblick auf die sich verbessernde Auftragslage ist die aktuelle Produktionsprognose des VDW für das laufende Jahr nicht gefährdet", sagt Wilfried Schäfer abschließend. Er geht von einer Konsolidierung auf dem hohen Vorjahreswert aus.

Die deutsche Werkzeugmaschinenindustrie gehört zu den fünf größten Fachzweigen im Maschinenbau. Im Jahr 2012 produzierte die Branche mit 70.900 Beschäftigten (Stand: Dezember 2012, Betriebe mit mehr als 20 Mitarbeitern) Maschinen und Dienstleistungen im Wert von rund 14,2 Mrd. Euro. Das entsprach einem Zuwachs von zehn Prozent.

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