ABB-Quartalszahlen

Jan Bihn,

Automationsgeschäft erholt sich

Während sich die Auftragssituation in den Automationssparten des ABB-Konzerns bereits erholt, lässt der Aufschwung im Energiesektor noch auf sich warten. Erst Anfang 2011 sollen auch hier wieder mehr Aufträge reinkommen.

Insgesamt machte der ABB-Konzern mit 7,5 Mrd. US Dollar im zweiten Quartal 2010 4 % weniger Umsatz, als im Vorjahreszeitraum. Der Gewinn (EBIT) sank um 7 % auf nun 975 Mio. US Dollar. Fast in allen Konzernbereichen war dieser Rückgang in unterschiedlicher Ausprägung spürbar. Während die Energiesparten Gewinneinbußen bis zu 85 % (Energiesysteme) hinnehmen mussten, stiegen in der Automation die Gewinne: 124 % Plus waren es in der Sparte Niederspannungsprodukte. Einzig diese Sparte konnte auch den Umsatz gegenüber dem Vorjahresquartal spürbar steigern.

Positiv stimmt ein Plus beim Auftragseingang von 5 % im zweiten Quartal für den gesamten Konzern. Kleinere Aufträge (unter 15 Mio. US Dollar) stiegen dabei um 15 %, während Großaufträge um 37 % zurückgingen. Im Energiebereich mit den Geschäftsfeldern Produkte (-10 %) und Systeme (-20 %) sanken die Auftragseingänge deutlich. Der Konzern begründet das mit der aktuellen Investitionszurückhaltung der Energiekunden.

Deutlich besser sehen die Auftragseingänge in den Automationssparten aus: In der Fabrikautomation + 24 %, bei den Niederspannungsprodukten +20 % und in der Prozessautomation + 26 %. ABB bestätigt, dass die Nachfrage nach Industrieprodukten insgesamt weiter zunahm, was auf eine nachhaltige Erholung hindeute. Jedoch investierten die Kunden weniger in den Aufbau neuer Kapazitäten, sondern mehr in Produktivitäts- und Effizienzsteigerungen bestehender Anlagen.

Ausblick

Bei den kleineren Aufträgen in den frühzyklischen Geschäftsfeldern der Automation sieht ABB seit Mitte 2009 ein anhaltendes Wachstum. Die aktuellen Aufträge werden sich demnach teils bereits im zweiten Halbjahr 2010 umsetzen lassen und zusätzlichen Gewinn abwerfen.

Anders sieht es bei den langfristigen Großaufträgen aus, vor allem der Energiesparten. Hier rechnet ABB Anfang 2011 mit einer Verbesserung des Auftragseingangs und erst Ende 2011 mit einer spürbaren Umsatzerholung. Zwar bestehe in vielen Regionen Nachholbedarf an Energieinfrastruktur und auch die Themen erneuerbare Energien und Smart Grids erzeugten Ausschreibungen fast auf Rekordniveau. Die Vergabe der Projekte verzögere sich aber auch durch den zuletzt gesunkenen Stromverbrauch, der als Investitionshemmung wirkt.

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