Hermes Award 2009
Anwärter für den Technologiepreis stehen fest
Eine Jury unter dem Vorsitz von Prof. Dr. Wolfgang Wahlster, Vorsitzender der Geschäftsführung des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI), hat unter über 70 Bewerbungen fünf Unternehmen für den Hermes Award 2009 nominiert: Bosch Rexroth, Compair, Harting, die Firma Thomas und Voith Turbo Wind.
Der Hermes Award ist mit 100.000 Euro der weltweit höchstdotierte internationale Technologiepreis und wird alljährlich im Rahmen der Eröffnungsfeier der Hannover Messe übergeben. „In diesem Jahr wurden deutlich mehr Bewerbungen als im vergangenen Jahr eingereicht. Das zeigt, dass die Finanzkrise keine Innovationskrise ist“, so Professor Wahlster nach der Jurysitzung. Die fünf nominierten Firmen beziehungsweise Technologien sind im Detail:
Bosch Rexroth AG, Elchingen: Bei dem hydrostatischen regenerativen Bremssystem "HRB parallel" handelt es sich um einen Bremsenergiespeicher. Die vorhandene kinetische Energie des Fahrzeugs wird beim Bremsvorgang verwendet, um einen Druckspeicher zu füllen, und steht anschließend dem Fahrzeug zum Beschleunigen wieder zur Verfügung. Der Einsatz dieses Bremssystems führt zu einer Kraftstoffeinsparung von bis zu 25 % sowie zu einer entsprechenden Reduktion des CO2-Ausstoßes. Das größte Einsparpotenzial ergibt sich bei schweren Fahrzeugen wie LKW, Omnibussen und Baustellenfahrzeugen, die häufig und intensiv bremsen.
Compair Drucklufttechnik, Simmern/Hun: Das eingereichte Projekt „Quantima“ ist ein neuer absolut ölfreier Turbokompressor mit variabler Drehzahl für Industrieanwendungen. Quantima zeichnet sich durch eine ölfreie, getriebe- und wälzlagerlose Bauweise aus, wodurch sich die Anzahl der Bauteile und der Verschleiß gegenüber herkömmlichen Schraubenkompressoren verringern. Das Antriebs- und Verdichtungssystem besteht aus nur einem beweglichen Teil. Die direkt angetriebene Rotorwelle ist durch adaptive Magnetlager völlig berührungslos und verschleißfrei geführt. Der Energiebedarf ist unter Last und im Leerlauf deutlich niedriger als bei bisherigen Lösungen und ermöglicht Einsparungen von rund 25 %.
Die weiteren Anwärter
Harting Electric, Espelkamp: Das auf dem Ethernet-Standard basierende Netzwerk „Fast Track Switch“ ermöglicht eine garantierte Nachrichtenübertragungszeit für Automatisierungsnachrichten, ohne dass spezielle Hardware für die Netzwerkkomponenten nötig ist. Über den Switch sind sowohl Automatisierungsgeräte als auch alle anderen Anwendungen, wie zum Beispiel der Bürobereich, miteinander vernetzbar. Damit können mit einem Netzwerk alle Applikationen eines Unternehmens abgebildet werden, da die Echtzeit speziell für die Nachrichten aus der Automatisierungswelt gilt und diese damit andere Datenpakete "überholen" können.
Thomas GmbH, Bremervörde: „Radius Pultrusion“ ist ein kontinuierliches Verfahren zur Endlosherstellung von gekrümmten faserverstärkten Profilen - bisher war dies nur für gerade Profile möglich. Die wesentliche technologische Neuerung besteht in der Umkehr des bekannten Pultrusionsprozesses: Es wird nicht mehr das Profil durch die Form gezogen, sondern die Form schrittweise über das Profil geführt. Dieses Verfahren erweitert das mögliche Einsatzfeld von Faserverbundwerkstoffen deutlich.
Voith Turbo Wind, Crailsheim: Das mechatronische „WinDrive“-Antriebssystem zur hochdynamischen Drehzahlregelung wurde für den Einsatz in Windenergieanlagen entwickelt. Basierend auf einem Drehmomentwandler in Kombination mit einem als Überlagerungsgetriebe ausgelegten Planetengetriebe wandelt das System die variable Eingangsdrehzahl des Windturbinenrotors in eine konstante Ausgangsdrehzahl für den Generator um. Dieser kann direkt an das Netz gekoppelt werden. Durch den Verzicht auf den Frequenzumrichter lässt sich somit viel Gewicht sparen.










