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Artikel und Hintergründe zum Thema

ABB Deutschland

Stefan Kuppinger,

Vorschau zur Hannover Messe

ABB Deutschland zeigte im Vorfeld der Hannover Messe ihre Messe-Highlights auf einer Pressekonferenz Ende Januar. Viel Aufmerksamkeit dürfte in Hannover der neuen Sicherheitssteuerung gewiss sein.

© ABB

Zur wirtschaftlichen Entwicklung im Geschäftsjahr 2010 gab es mit Verweis auf die Bilanzpressekonferenz Mitte Februar noch keine konkreten Aussagen. Nur so viel: ABB geht von einem zweistelligen Wachstum bei Auftragseingang und Gewinn für das vierte Quartal 2010 aus. Damit das auch in den nächsten Jahren so bleibt, haben sich Entwicklung und Produktmanagement der verschiedenen ABB-Gesellschaften einiges einfallen lassen.

ABB Automation Products präsentierte eine neue Sicherheitssteuerung, AC500-S, die für Anwendungen bis SIL3/PLe zertifiziert ist. Als Vorteile stellte Rita Stockmann-Fuchs, Produktmarketing Manager Steuerungs- und Sicherheitstechnik, mehrere Features heraus: „Die Programmierung der Sicherheitsfunktionen mit der IEC-Programmiersprache Structured Text, das patentierte Verfahren zur Überprüfung der Anwenderprogramme und die nahtlose Integration in die AC500-Automatisierungsplattform bietet für Anwender entscheidende Vorteile." Bisherige AC500-Lösungen können durch Aufstecken der zertifizierten Sicherheitsmodule und Implementierung des Sicherheitsprogramms in das vorhandene Anwenderprogramm das in vielen Applikationen erforderliche Sicherheitsniveau SIL 3/PLe erreichen.

„Einmalig im Markt der Sicherheitssteuerungen ist dabei die Programmierung der Sicherheitsfunktionen unter CoDeSys nicht nur in Kontaktplan und Funktionsplan, sondern auch in der Programmiersprache ST nach IEC 61131-3", betont Stockmann-Fuchs. Die Anwender können dadurch komplexe Berechnung und kundenspezifische Bibliotheken in ihrem Applikationsprogramm realisieren oder auch nur die Bibliotheken gemäß PLCopen-Safety nutzen. Mit Hilfe von Funktionen wie Sin, Cos, Tan, Sqrt, Asin, Acos, Atan und Log lassen sich komplexe Sicherheitsberechnungen realisieren, beispielsweise die Arbeitsbereichs- und Antikollisionsüberwachung von Maschinenteilen oder bei Robotern.

Für die Konfiguration des Projekts setzt ABB auf die aktuelle CoDeSys-Version 3. Das Problem: Diese Version hat noch keine zertifizierten Safety-Funktionen. Daher verwendet ABB für die Programmierung von Safety- und Standard-Programm nach wie vor die CoDeSys-Version 2.3, die innerhalb des V3-Frameworks als Komponente gestartet wird. „Die Rückwirkungsfreiheit hat der TÜV bereits Ende 2009 bestätigt", betont Stockmann-Fuchs. Die individuell programmierten Anwenderprogramme lassen sich mittels des patentierten Tools „Source-Code-Checker" prüfen, was die TÜV-Abnahme der Applikation vereinfacht.

Als Sicherheitsbus setzen die Ladenburger Automatisierungsanbieter auf Profisafe über Profinet. Dementsprechend können sowohl Safety- als auch Non-Safety-Module gemischt betrieben werden. Ebenso sollte die Kommunikation über einen Profinet/DP-Koppler prinzipiell auch mit Profisafe-Komponenten in Profibus-Netzwerken möglich sein. „Explizit untersucht haben wir diese Konfiguration noch nicht", erklärte Yauheni Veryha, Produktmanager Safety-PLC, auf Nachfrage.

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DC-Antriebe – Neuauflage etablierter Technologie

Ebenfalls für Anwendungen in den Maschinenbau-Branchen konzipiert sind die Gleichstromantriebe der Serie DCS550. Eine integrierte Wicklerfunktion, diverse I/Os und Geber-Interfaces, Programmierbarkeit und eine leistungsstarke Feldversorgung ermöglichen die Anpassung an eine breite Palette von Motoren und Applikationen. Mit einer Leistung bis zu 500 kW bei Strömen von 20 A bis 1.000 A und einer Spannung von 230 V AC bis 525 V AC lieferbar, deckt die Antriebsreihe eine Vielzahl von Applikationen wie Extruder, Zentrifugen, Drahtziehmaschinen, Druckmaschinen, Beschichtungsanlagen und allgemeine Maschinenbauapplikationen sowie das große Potenzial an Nachrüstungen analoger Gleichstromtechnik.

Durch das robuste Design eignet sich der DCS550 auch für sehr raue Betriebsbedingungen. Als Beispiel führte Vertriebs- und Marketingleiter Gunther Koschnick die spezielle Kühlung an: „Eine separate Lüftführung zur Leistungselektronik über getrennte Kanäle schützt die übrige Elektronik vor Verschmutzung und erhöht dadurch die Lebensdauer." Zudem gibt es optionale Lüftkanäle, um die Abluft direkt aus dem Schaltschrank zu führen.

Die Bedienung und Handhabung sowie die Selbstoptimierung aller Reglerfunktionen unterstützt ein Inbetriebnahmeassistent. Für die Funktion Wickler stehen zum Beispiel Lösungen für Geschwindigkeitsregelung, direkte und indirekte Zugregelung oder Tänzerregelung zur Verfügung. Der Signalverlauf und die aktuellen Werte innerhalb der Regelschleife sind direkt im Diagramm ablesbar und lassen sich mit den digitalen oder analogen Steuersignalen kombinieren. „Weitere Anwendungsfelder erschließt ein frei programmierbarer Regler, mit dem sich beispielsweise eine Füllstands- oder Druckregelung direkt im Antrieb integrieren lässt", zeigt Koschnick die Flexibilität der Gerätereihe auf.

Prozess-Sensorik: Messprinzip verfeinert

Präzision und Sicherheit stellte Cornelia Giebenhain-Wagner, Business Development Manager Instrumentierung, bei den magnetisch-induktiven Durchflussmessern (MID) Process-Master FEP500 heraus: „Durch erweiterte Diagnosefunktionen, wie der Erkennung von Gasblasen oder Belägen auf den Messelektroden, überwacht der Process-Master nicht nur seine eigene Funktionsfähigkeit, sondern auch den verfahrenstechnischen Prozess". Allmähliche Veränderungen werden als Trend im Gerät aufgezeichnet. Ergänzt wird dies durch die integrierte Leitfähigkeitsüberwachung, mit der sich in vielen Prozessen Aussagen über die Produktqualität oder -variante treffen lassen.

Als Beispiel führt Giebenhain-Wagner Milchprodukte an: „Mit dem Fettgehalt variiert die Leitfähigkeit von Milch, Molke oder Rahm - die daraus resultierend zu unterscheiden sind." Ebenso ist daran erkennbar, ob gerade Reinigungsflüssigkeit durch die Leitung fließt. Das Beispiel zeigt die weiteren Zielmärkte die ABB adressiert: die Nahrungsmittel- und Pharmaindustrie, für die es spezifische Gerätevarianten gibt.

Live zu sehen sind die Geräte erstmals auf der Hannover Messe in Halle 11, Stand A35.

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