Offshore-Windparks
ABB entwickelt Weltrekordkabel
ABB hat nach eigener Aussage einen neuen Weltrekord für Kabelsysteme aufgestellt: Ein Hochspannungskabel, das für die Anbindung von Offshore-Windparks in der Nordsee bestimmt ist, erreicht mit 320 Kilovolt (kV) einen neuen Spannungs- und Leistungsrekord für vernetzte Kunststoffkabel im Bereich der Hochspannungs-Gleichstromübertragung (HGÜ).
Das Kabel kommt bei der HVDC-Light-Technologie HVDC (Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung) zum Einsatz. Mit dieser wird ABB im Auftrag des Übertragungsnetzbetreibers TenneT den im Cluster DolWin1 gelegenen Windpark Borkum West II (400 MW) sowie weitere Windparks, die in der Nähe entstehen werden, an das deutsche Stromnetz anschließen. Die 320-kV-Kabel sind die ersten ihrer Art, die bisher bei HVDC Light zum Einsatz kommen. Nie zuvor wurde ABB zufolge eine so hohe Leistung über eine derart lange Entfernung mittels Kabel übertragen.
Die elektrische Isolierung der Kabel besteht aus vernetztem (extrudiertem) Kunststoff und enthält kein Isolieröl. Das Seekabel verfügt über eine zweilagige Stahldrahtarmierung. Sie schützt das Kabel vor Schäden durch Anker und Fischerei. Zusätzlich wird das Kabel in den Meeresgrund eingespült.
Im Rahmen des Projekts errichtet ABB derzeit 75 Kilometer vor der deutschen Nordseeküste eine plattformgestützte HGÜ-Umrichterstation. Daran können Windparks mit einer Leistung von insgesamt 800 Megawatt angeschlossen werden. Bei optimalen Windbedingungen entspricht dies der Leistung eines kleinen Atomreaktors.
Der Netzanschluss des Windparks soll im Jahr 2013 fertig gestellt werden. Die endgültige Inbetriebnahme des Kabelsystems erfolgt, sobald die anzuschließenden Windparks in Betrieb gegangen sind.









